GJC-Zeichen_800

Bist Du frei oder bist Du ein Knecht?

Gottes Kraft zum Heil

heute wollen wir ein sehr zentrales Thema unseres Glaubens näher beleuchten, das in den Apostelbriefen immer wieder betont wird, nämlich: "Bist Du frei oder bist Du ein Knecht?"
Dies ist keine bloße rhetorische Frage, sondern sie geht ins Herz unseres geistlichen Lebens und unserer Beziehung zu Gott. Die Bibel stellt klar, dass wir
  • entweder frei von der Sünde und Knechte der Gerechtigkeit sind oder
  • frei von der Gerechtigkeit und Knechte der Sünde.
Das heutige Thema gliedern wir wie folgt:
  1. Die Freiheit in Christus
  2. Knechte der Gerechtigkeit
  3. Knechte der Sünde
  4. Der Ruf zur Entscheidung
  5. Die Kraft des Heiligen Geistes
  6. Die Frucht der Gerechtigkeit
  7. Der Lohn der Gerechtigkeit und der Lohn der Sünde
  8. Fazit

1. Die Freiheit in Christus

Zuerst lasst uns die Freiheit betrachten, die uns durch Jesus Christus geschenkt wird.
In Gal 5,1 lesen wir: "Zur Freiheit hat uns Christus befreit! Steht nun fest und lasst euch nicht wieder in ein Joch der Knechtschaft spannen!"

Der Apostel Paulus sagt hier, dass wir vorher Knechte waren und jetzt durch Christus frei sind.

Die Frage ist, von welcher Knechtschaft uns der Christus befreit hat?
In den nächsten Versen lesen wir folgendes:
Gal 5,2 „Siehe, ich, Paulus, sage euch: Wenn ihr euch beschneiden lasst, so wird euch Christus nichts nützen.
3 Ich bezeuge abermals einem jeden, der sich beschneiden lässt, dass er das ganze Gesetz zu tun schuldig ist.
4 Ihr habt Christus verloren, die ihr durch das Gesetz gerecht werden wollt, aus der Gnade seid ihr herausgefallen.
5 Denn wir warten im Geist durch den Glauben auf die Gerechtigkeit, auf die wir hoffen.
6 Denn in Christus Jesus gilt weder Beschneidung noch Unbeschnittensein etwas, sondern der Glaube, der durch die Liebe tätig ist.

Christus hat uns von der Knechtschaft des Gesetzes befreit durch seinen Tod und seine Auferstehung, wodurch er die Anforderungen des Gesetzes erfüllt und die Strafe für die Sünde auf sich genommen hat.


Folgendes hat das Kreuz bewirkt:

  • Erfüllung des Gesetzes
    Der Herr Jesus hat das Gesetz vollständig erfüllt.
    Matt 5,17 "Ihr sollt nicht meinen, dass ich gekommen sei, das Gesetz oder die Propheten aufzulösen; ich bin nicht gekommen aufzulösen, sondern zu erfüllen."
    Der Herr Jesus lebte ein vollkommen sündloses Leben und erfüllte somit die Anforderungen des Gesetzes vollständig.
  • Sühne für die Sünden
    Durch seinen Tod am Kreuz nahm der Herr Jesus die Strafe auf sich, die wir aufgrund unserer Sünden verdient haben.
    Gal 3,13 "Christus aber hat uns erlöst von dem Fluch des Gesetzes, da er zum Fluch wurde für uns."
    Hier wird deutlich, dass der Herr Jesus den Fluch, der über uns wegen der Übertretung des Gesetzes lag, auf sich nahm.
  • Aufhebung der Gesetzesvorschriften
    Eph 2,15-16 "15 Er hat das Gesetz, das in Gebote gefasst war, abgetan, damit er in sich selber aus den zweien einen neuen Menschen schaffe und Frieden mache
    16 und die beiden versöhne mit Gott in einem Leib durch das Kreuz, indem er die Feindschaft tötete durch sich selbst.“
    Das bedeutet, dass die rituellen und zeremoniellen Vorschriften des mosaischen Gesetzes in Christus erfüllt und somit nicht mehr bindend sind. Wir sind nun der Leib des Christus Gottes, ja die Kinder Gottes.
  • Freiheit im Geist
    Dadurch, dass der Herr Jesus mit seinem Blut am Kreuz für unsere Sünden bezahlt hat, können wir auf Grund unseres Glaubens gerecht vor Gott stehen und den Heiligen Geist empfangen, der uns befähigt, nach Gottes Willen zu leben, anstatt durch das Gesetz verurteilt und verdammt zu werden.
    Rö 8,1-2: "So gibt es nun keine Verdammnis mehr für die, welche in Christus Jesus sind. Denn das Gesetz des Geistes des Lebens in Christus Jesus hat dich frei gemacht von dem Gesetz der Sünde und des Todes."
  • Aus Gott geboren
    Durch den Glauben an das Wort Gottes wurden wir aus Gott geboren. Durch Christus sind wir nicht nur von der Knechtschaft des Gesetzes befreit, sondern auch in die Familie Gottes aufgenommen.
    1.Joh 1,12-13 „Wie viele ihn aber aufnahmen, denen gab er Macht, Gottes Kinder zu werden, denen, die an seinen Namen glauben, die nicht aus dem Blut, noch aus dem Willen des Fleisches, noch aus dem Willen eines Mannes, sondern aus Gott geboren sind.“
    Das ist eine unfassbare Gnade, dass wir so aus Gott geboren sind, wie unser erstgeborener Bruder und Herr Jesus.
    Rö 8,29 „Denn die er ausersehen hat, die hat er auch vorherbestimmt, dass sie gleich sein sollten dem Bild seines Sohnes, damit dieser der Erstgeborene sei unter vielen Brüdern.
    Gal 4,4-5 "Als aber die Zeit erfüllt war, sandte Gott seinen Sohn, geboren von einer Frau und unter das Gesetz getan, damit er die, welche unter dem Gesetz waren, loskaufte, damit wir die Sohnschaft empfingen."

2. Knechte der Gerechtigkeit

Mit dieser Freiheit vom Joch der Knechtschaft des Gesetzes, der Sünde und des Todes in Christus kommt auch eine neue Knechtschaft – aber eine, die nicht unterdrückt.
Rö 6,18 "Ihr aber seid der Sünde frei geworden und seid Knechte der Gerechtigkeit geworden."

Wir sind frei, aber doch Knechte
– nicht der Sünde, sondern der Gerechtigkeit.

So können wir die Frage, ob wir nun frei oder Knechte sind, eindeutig beantworten.

Der Apostel Paulus erläutert diese Knechtschaft der Gerechtigkeit in den nächsten Versen.
Rö 6,22 "Nun aber, da ihr von der Sünde frei und Gottes Knechte geworden seid, habt ihr eure Frucht, die zur Heiligung führt, und das Ende ist das ewige Leben."

Hier sehen wir, dass diese Knechtschaft der Gerechtigkeit eine Frucht bringt, die zur Heiligung und letztlich zum ewigen Leben führt. Unsere Freiheit in Christus ist also nicht eine Freiheit zur Sünde, sondern eine Freiheit von der Sünde und eine Knechtschaft Gottes, die uns zur Heiligung und am Ende zum ewigen Leben führt.

3. Knechte der Sünde

Der Apostel Paulus erklärt uns eindrücklich, was Freiheit und was Knechtschaft bedeuten und warnt uns zugleich, der Sünde zu gehorchen.
Rö 6,16 "Wisst ihr nicht, dass, wem ihr euch als Knechte hingebt, um ihm zu gehorchen, dessen Knechte ihr seid, dem ihr gehorcht, es sei der Sünde zum Tod oder dem Gehorsam zur Gerechtigkeit?"

Diese Warnung ist deutlich: Wenn wir uns der Sünde hingeben, werden wir ihre Knechte und dies führt letztlich zum Tod.

Der Apostel Paulus beschreibt den Zustand derer, die ohne Christus sind, wie folgt:
Eph 2,1-3 "Auch ihr wart tot durch eure Übertretungen und Sünden, in denen ihr einst gelebt habt nach dem Lauf dieser Welt, gemäß dem Fürsten der Macht der Luft, des Geistes, der jetzt in den Söhnen des Ungehorsams wirkt. Unter diesen führten auch wir alle einst unser Leben in den Begierden unseres Fleisches, indem wir den Willen des Fleisches und der Gedanken taten, und waren von Natur Kinder des Zorns wie auch die anderen."

Dies ist das düstere Bild der Knechtschaft der Sünde – ein Leben in Ungehorsam und Begierde, das zum Zorn Gottes führt.

4. Der Ruf zur Entscheidung

Vor diesem Hintergrund stellt sich die dringende Frage: "Bist Du frei oder bist Du ein Knecht?"

Diese Entscheidung ist nicht nur eine einmalige, sondern eine tägliche.
Rö 12,1-2: "Ich ermahne euch nun, Brüder, durch die Barmherzigkeit Gottes, dass ihr eure Leiber darbringt als ein lebendiges, heiliges, gottwohlgefälliges Opfer, das sei euer vernünftiger Gottesdienst. Und stellt euch nicht dieser Welt gleich, sondern werdet verwandelt durch die Erneuerung eures Sinnes, damit ihr prüfen könnt, was der Wille Gottes ist, das Gute und Wohlgefällige und Vollkommene."

Dieser Ruf zur Hingabe und zur Erneuerung unseres Denkens zeigt, dass die Freiheit in Christus und die Knechtschaft der Gerechtigkeit eine bewusste und kontinuierliche Entscheidung erfordert. Wir müssen täglich entscheiden, ob wir uns der Sünde oder der Gerechtigkeit hingeben wollen.

5. Die Kraft des Heiligen Geistes

Um in dieser neuen Freiheit von der Sünde in Christus und in der Knechtschaft der Gerechtigkeit zu leben, haben wir den Geist Gottes, der uns befähigt, ein solches Leben führen zu können.
Gal 5,16-18: "Ich sage aber: Wandelt im Geist, so werdet ihr die Begierden des Fleisches nicht vollbringen. Denn das Fleisch begehrt gegen den Geist, und der Geist gegen das Fleisch; diese widerstreben einander, sodass ihr nicht das tut, was ihr wollt. Wenn ihr aber vom Geist geleitet werdet, so seid ihr nicht unter dem Gesetz."

Der Geist Gottes in uns ist der Schlüssel zu einem Leben in Freiheit von der Sünde und in Gehorsam der Gerechtigkeit. Er gibt uns die Kraft, die Begierden des Fleisches zu überwinden und in der Freiheit von der Sünde zu leben, zu der Christus uns berufen hat. Es geschieht durch den Geist Gottes, dass wir die Frucht der Gerechtigkeit in unserem Leben hervorbringen können. Die Voraussetzung dafür ist allerdings, dass wir im Geist wandeln und nicht im Fleisch!

6. Die Frucht der Gerechtigkeit

Ein Leben in der Freiheit von der Sünde und Knechtschaft der Gerechtigkeit zeigt sich in der Frucht, die wir hervorbringen.
Gal 5,22-23 "Die Frucht des Geistes aber ist Liebe, Freude, Friede, Langmut, Freundlichkeit, Güte, Treue, Sanftmut, Enthaltsamkeit; gegen solche gibt es kein Gesetz."

Diese Eigenschaften sind die Zeichen eines Lebens, das in der Freiheit Christi und in der Knechtschaft der Gerechtigkeit gelebt wird.
Rö 6,19 "Ich rede menschlich wegen der Schwachheit eures Fleisches. Denn wie ihr eure Glieder hingegeben habt zur Unreinheit und zur Gesetzlosigkeit, zur Gesetzlosigkeit hin, so gebt nun eure Glieder hin zur Gerechtigkeit, zur Heiligung."

Unsere Hingabe an die Gerechtigkeit führt zur Heiligung und bringt die Frucht des Geistes in unserem Leben hervor.

7. der Lohn der Gerechtigkeit und der Lohn der Sünde

Schließlich erinnert uns der Apostel Paulus an den unterschiedlichen Lohn, den die Sünde und die Gerechtigkeit mit sich bringen:
Rö 6,23 "Denn der Lohn der Sünde ist der Tod; aber die Gnadengabe Gottes ist das ewige Leben in Christus Jesus, unserem Herrn."

Die Sünde führt zum Tod, aber die Gerechtigkeit führt zum ewigen Leben.
Diese ultimative Konsequenz sollte uns antreiben, täglich die Freiheit von der Sünde und die Knechtschaft der Gerechtigkeit zu wählen und zu leben.

8. Fazit:

Liebe Geschwister, die Frage "Bist Du frei oder bist Du ein Knecht?" ist eine Frage von lebensverändernder Bedeutung. Sie fordert uns auf, nachzudenken, was wir antworten und somit unsere Herzen und unser Leben zu prüfen.

Sind wir frei von der Sünde und Knechte der Gerechtigkeit oder sind wir frei von der Gerechtigkeit und Knechte der Sünde?

Die Apostelbriefe geben uns klare Anweisungen und Ermutigungen, in der Freiheit von der Sünde und in der Gerechtigkeit Christi zu leben.

Lasst uns deshalb täglich neu entscheiden, uns der Gerechtigkeit hinzugeben, durch die Kraft des Heiligen Geistes zu wandeln und die Frucht der Gerechtigkeit in unserem Leben hervorzubringen.


AMEN!

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Reinhold Thalhofer
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Adnan Krikor
Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus, die Liebe Gottes und die Kraft des Heiligen Geistes, der uns Gemeinschaft untereinander und mit Gott schenkt, sei mit uns allen!

Reinhold Thalhofer und Adnan Krikor,

Knechte Jesu Christi nach dem Willen unseres himmlischen Vaters, in der Kraft des Heiligen Geistes.