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Die Werke des Fleisches und die Frucht des Geistes im praktischen Leben | Teil 4

Lebe erlöst!

das Thema „Die Werke des Fleisches und die Frucht des Geistes im praktischen Leben“ auf Grundlage von Galater 5,16-26 ist ein kraftvolles und dauerhaftes Thema, das die grundsätzliche Spannung zwischen dem Leben im Fleisch und dem Leben im Geist in der Praxis des christlichen Lebens beleuchtet.

Wir vertiefen nun dieses Thema in einer Predigtserie, so dass jeder von uns in seinem Alltag sensibilisiert wird und bleibt.

In Teil 1 haben wir gemeinsam den inneren Kampf zwischen unserem Fleisch und dem Geist Gottes in uns studiert. Wobei unser Fleisch unsere alte, gefallenen Natur repräsentiert. Wir haben gesehen, dass zwischen unserem Fleisch und dem Geist Gottes eine ständige Spannung existiert, die dadurch entsteht, dass die Begierden des Fleisches im vollkommenem Widerspruch zu einem geheiligten Leben im Geist stehen.

In Teil 2 haben wir einerseits studiert, warum der Mensch so verdorben ist, und andererseits haben wir die Werke des Fleisches genauer untersucht.
Der Apostel Paulus beschreibt einige Werke des Fleisches und offenbart ihre böse und zerstörerische Natur.

In Teil 3 konnten wir erfahren, warum die Werke des Fleisches so zerstörerisch sind, was die Konsequenzen der Werke des Fleisches sind und wie wir diese zerstörerischen Werke überwinden können.

Heute, im Teil 4, wollen wir die Frucht des Geistes studieren, die der Heilige Geist in uns hervorbringt, um uns zu befähigen, ein übernatürliches Leben zu führen. Ein Leben, das aus der Liebe zu Gott ein hingegebenes, ja, ein geheiligtes Leben ist, das Gott gefällt und das uns dem Erstgeborenen Sohn, Jesus Christus, immer ähnlicher werden lässt.

Den Teil 4 unserer Predigtserie gliedern wir wie folgt:
  1. Einleitung
  2. Was ist die Frucht des Geistes?
  3. Die Eigenschaften der Frucht des Geistes.
  4. Der Weg zu einem übernatürlichen Leben.
  5. Die Auswirkungen der Frucht des Geistes.

1. Einleitung

Wenn wir erkannt haben, dass wir als Sünder in diese Welt hineingeboren wurden, die als Nachkommen Adams das Wesen Satans haben und dadurch ein Leben führen, das in der Entfremdung von Gott ein elendes und verdorbenes Leben ist, das böse Gesinnungen und Werke unserer alten, gefallenen Natur hervorbringt, so haben wir die Chance, aus der Gnade Gottes von neuem geboren und mit dem Geist Gottes erfüllt zu werden.

Als Kinder Gottes, die durch die geistliche Neugeburt göttlicher Natur teilhaftig wurden, können wir in der Nachfolge Jesu Christi sein Wesen annehmen und in der Kraft des Heiligen Geistes, ja, des Geistes der Sohnschaft, ein fruchtbares Leben führen, sodass wir unseren Gott und Vater dadurch verherrlichen.

Diese Frucht, die der Heilige Geist in uns hervorbringen kann, wenn wir im Geist wandeln, beschreibt der Apostel Paulus wie folgt:
Gal 5,22 Die Frucht des Geistes aber ist: Liebe, Freude, Friede, Langmut/Geduld, Freundlichkeit, Gütigkeit, Treue, Sanftmut, Enthaltsamkeit/Selbstbeherrschung;
23 wider solche gibt es kein Gesetz.“

2. Was ist die Frucht des Geistes?

Zunächst wollen wir verstehen, was die Frucht des Geistes ganz grundsätzlich ist und wie wir uns diese vorstellen können.

Es ist ein übernatürliches Werk:
Die Frucht des Geistes ist keine menschliche Leistung. Wir können diese Eigenschaften nicht aus eigener Kraft hervorbringen. Sie sind das Ergebnis eines Lebens, das vom Geist Gottes geleitet wird (Galater 5,16).
Der Herr Jesus sagte: „Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben. Wer in mir bleibt und ich in ihm, der bringt viel Frucht“ (Johannes 15, 5).
Unsere Verantwortung ist es, in Christus zu bleiben und uns dem Heiligen Geist hinzugeben, damit Er diese Frucht in uns entwickeln kann.

Eine Einheit:
Paulus spricht von „der Frucht“ (Singular) des Geistes und nicht von „den Früchten“ (Plural).
Das bedeutet, dass diese Eigenschaften untrennbar miteinander verbunden sind. Sie bilden zusammen das Wesen, das Gott in uns hervorbringen möchte.
Es ist nicht so, dass wir uns einige dieser Tugenden aussuchen können und andere vernachlässigen; alle sind Teil des neuen Lebens im Geist.

3. Die Eigenschaften der Frucht des Geistes

Nun wollen wir uns die einzelnen Eigenschaften der Frucht des Geistes genauer ansehen:

Liebe (Agape):
Diese Liebe ist eine göttliche Liebe, die von Gott kommt. Gott ist die Liebe in Person. Es ist eine bedingungslose, selbstlose Liebe, die das Wohl des anderen sucht. Sie ist nicht abhängig von Gefühlen oder davon, was wir vom anderen bekommen. Diese Liebe zeigt sich darin, dass wir auch die lieben, die uns nicht wohlgesonnen oder sogar unsere Feinde sind.
Schriftstellen dazu:
Römer 5,5 „die Hoffnung aber läßt nicht zuschanden werden, denn die Liebe Gottes ist ausgegossen in unsere Herzen durch den Heiligen Geist, der uns gegeben worden ist.“
Matthäus 5,44 „Ich aber sage euch: Liebt eure Feinde und betet für die, die euch verfolgen;“

Freude (Chara):
Die Freude, von der Paulus spricht, ist mehr als ein vorübergehendes Gefühl. Sie ist eine innere, beständige Freude, die unabhängig von äußeren Umständen ist. Diese Freude kommt aus der Gewissheit, dass wir in Christus geborgen sind und Teilhaber der Gnade Gottes und seines ewigen Lebens sind
Schriftstellen dazu:
Philipper 4,4Freut euch im Herrn allezeit! Wiederum will ich sagen: Freut euch!“
1 Thessalonicher 1,6 „Und ihr seid unsere Nachahmer geworden und des Herrn, indem ihr das Wort aufgenommen habt in vieler Drangsal mit Freude des Heiligen Geistes,“

Friede (Eirene):
Der Friede des Geistes ist nicht nur die Abwesenheit von Konflikten, sondern ein tiefer, innerer Frieden, der unser Herz und unseren Verstand bewahrt. Es ist der Friede, der unabhängig ist von äußeren Umständen und den der Herr Jesus seinen Jüngern versprach.
Schriftstellen dazu:
Johannes 14, 27 Meinen Frieden gebe ich euch; nicht wie die Welt gibt, gebe ich euch“
Römer 5,1 „Da wir nun gerechtfertigt worden sind aus Glauben, so haben wir Frieden mit Gott {Eig. Gott gegenüber} durch unseren Herrn Jesus Christus,“
Römer 8,6 „Denn die Gesinnung des Fleisches ist der Tod, die Gesinnung des Geistes aber Leben und Frieden,“

Langmut/Geduld (Makrothumia):
Geduld bedeutet, das Leiden und die Schwierigkeiten des Lebens mit einem langen Atem zu ertragen, ohne bitter zu werden. Diese Geduld ist besonders im Umgang mit anderen Menschen wichtig, wenn wir Verletzungen und Unrecht verzeihen sollen, wie es Christus uns vorgelebt hat.
Direkte Übersetzungen dazu sind: Langmut – Ausharren - Geduld
Schriftstellen dazu:
Eph 4,2 „mit aller Demut und Sanftmut, mit Langmut, einander in Liebe ertragend!“
Hebr 6,12 „damit ihr nicht träge werdet, sondern Nachahmer derer, die durch Glauben und Ausharren die Verheißungen ererben.“
Jak 5,10 „Nehmt, Brüder, zum Vorbild des Leidens und der Geduld die Propheten, die im Namen des Herrn geredet haben.“

Freundlichkeit (Chrestotes):
Freundlichkeit ist die Haltung, anderen mit Güte und Großzügigkeit zu begegnen. Sie zeigt sich im täglichen Miteinander und sollte ein Zeugnis der Liebe Christi sein.
Direkte Übersetzungen dazu sind: Güte – Freundlichkeit
Schriftstellen dazu:
Eph 2,7 „damit er in den kommenden Zeitaltern den überschwänglichen Reichtum seiner Gnade in Güte gegen uns erwiese in Christus Jesus.“

Gütigkeit (Agathosyne):
Gütigkeit ist eine aktive Tugend, die danach strebt, anderen zu helfen und das Gute zu tun. Sie ist mehr als eine innere Einstellung; sie wird in Taten sichtbar.
Schriftstellen dazu:
2 Thessalonicher 1,11 „Weshalb wir auch allezeit für euch beten, damit unser Gott euch würdig erachte der Berufung und erfülle alles Wohlgefallen seiner Gütigkeit und das Werk des Glaubens in Kraft,“
Epheser 5,9 „denn die Frucht des Lichts ‹besteht› in lauter Güte und Gerechtigkeit und Wahrheit“

Treue (Pistis):
Treue ist Beständigkeit und Vertrauenswürdigkeit. Ein Mensch, der vom Geist erfüllt ist, bleibt Gott und den Menschen treu, auch wenn es schwer wird. Er steht zu seinem Wort, auch wenn es ihm Nachteile bringt.
Direkte Übersetzungen dazu sind: Glauben – Treue – Beweis
Schriftstellen dazu:
Römer 3,3 „Was denn? Wenn einige nicht geglaubt haben, wird etwa ihr Unglaube {O. wenn einige untreu waren, wird etwa ihre Untreue} die Treue Gottes aufheben?“
Gal 3,8 „Die Schrift aber, voraussehend, dass Gott die Nationen aus Glauben rechtfertigen würde, verkündigte dem Abraham die gute Botschaft zuvor: „In dir werden gesegnet werden alle Nationen.“
Apg 17,31 „weil er einen Tag gesetzt hat, an dem er den Erdkreis richten wird in Gerechtigkeit durch einen Mann, den er dazu bestimmt hat, und hat allen den Beweis davon gegeben {And. üb.: hat allen Glauben dargeboten}, indem er ihn auferweckt hat aus den Toten.“

Sanftmut (Praotes):
Sanftmut ist die Fähigkeit, Stärke unter Kontrolle zu halten. Es ist eine demütige, dienstbereite Haltung, die nicht auf ihr eigenes Recht pocht, sondern bereit ist, sich für andere hinzugeben.
Schriftstellen dazu:
Galater 6,1 „Brüder, wenn auch ein Mensch von {Eig. in} einem Fehltritt übereilt würde, so bringt ihr, die Geistlichen, einen solchen wieder zurecht im Geist der Sanftmut, indem du auf dich selbst siehst, dass nicht auch du versucht werdest.“
2 Korinther 10,1 „Ich selbst aber, Paulus, ermahne euch durch die Sanftmut und Milde des Christus, der ich unter euch gegenwärtig {Eig. ins Angesicht} zwar demütig, abwesend aber kühn gegen euch bin.“

Keuschheit/Enthaltsamkeit/Selbstbeherrschung (Enkrateia):
Selbstbeherrschung ist die Fähigkeit, sich selbst zu kontrollieren und sich nicht von Leidenschaften und Begierden leiten zu lassen. Sie ist ein Ausdruck eines disziplinierten und hingegebenen Lebens im Geist.
Schriftstellen dazu:
2 Petrus 1,6 „in der Erkenntnis aber die Enthaltsamkeit {O. Selbstbeherrschung}, in der Enthaltsamkeit aber das Ausharren, in dem Ausharren aber die Gottseligkeit,“

4. Der Weg zu einem übernatürlichen Leben

Wir sehen, das ist eine enorme Herausforderung für jeden von uns. Für den einen mehr, für den anderen weniger …

Die Frage ist nun, wie können wir zu diesem neuen, übernatürlichen Leben finden, unser Denken, Reden, Handeln und unser gesamtes Sein so verändern, dass wir ein geheiligtes Leben führen können, das Gott wohlgefällig ist und unser Wesen in das Wesen unseres großen Vorbildes, unseres Herrn Jesus Christus verwandelt wird?

Im Geist wandeln:
Galater 5,16 sagt: Wandelt im Geist, so werdet ihr die Begierden des Fleisches nicht vollbringen.“ Ein Leben im Geist bedeutet, sich täglich unter die Führung des Heiligen Geistes zu stellen und Gottes Wort als Maßstab zu nehmen. Dazu gehört auch, die Gemeinschaft des Heiligen Geistes, insbesondere in der Gemeinde, in der wir uns gegenseitig Ermutigung, Ermahnung und Tröstung geben, aufeinander achten und füreinander da sind.

Unser altes Ich ablegen:
In Galater 5,24 heißt es: „Die aber Christus Jesus angehören, die haben das Fleisch gekreuzigt samt den Leidenschaften und Begierden. Das alte, selbstzentrierte Leben muss dem neuen, geistlichen Leben weichen. Das geschieht durch Hingabe, Gemeinschaft mit Gott im Gebet und das tägliche Studium des Wortes Gottes. Dazu dient vor allem das Verständnis, dass wir von Gott geschaffen und von IHM erkauft sind und deshalb IHM gehören und auch für IHN leben.

In Christus bleiben:
Wie der Herr Jesus in Johannes 15 lehrt, ist das Bleiben in Ihm der Schlüssel zur Fruchtbarkeit. Ohne Ihn können wir nichts tun. Durch die Gemeinschaft mit Ihm, im Gebet, im Wort Gottes und in der Gemeinde, wachsen wir in seiner Gnade und Erkenntnis.

5. die Auswirkungen der Frucht des Geistes

Wenn wir im Geist wandeln und unsere alte Natur, unser Fleisch mit Christus gekreuzigt haben, wird der Heilige Geist in uns die Frucht des Geistes hervorbringen. Dies wird folgende Auswirkungen haben:

Ein Zeugnis für die Welt:
Wenn die Frucht des Geistes in unserem Leben sichtbar wird, ist sie ein kraftvolles Zeugnis für die Welt. Menschen sehen, dass wir anders sind, dass etwas Übernatürliches in uns wirkt.

Ein erfülltes Leben:
Ein Leben, das die Frucht des Geistes entfaltet, ist ein erfülltes Leben. Es ist ein Leben im Einklang mit Gottes Willen, voller Freude, Frieden und Liebe, unabhängig von äußeren Umständen.

Ein Segen für die Gemeinde:
Wenn jeder Einzelne in der Gemeinde danach strebt, im Geist zu wandeln, wird die ganze Gemeinde gestärkt. Beziehungen werden aufgebaut, Konflikte in Liebe gelöst und die Einheit gefördert.

Zum Schluss:

Liebe Gemeinde, die Frucht des Geistes ist ein Geschenk, das Gott jedem von uns geben möchte. Lassen wir uns täglich neu vom Heiligen Geist erfüllen und streben wir danach, in Ihm zu wandeln. Möge die Frucht des Geistes in uns wachsen, damit unser Leben ein Spiegelbild der Herrlichkeit Christi wird.


AMEN!

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Reinhold Thalhofer
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Adnan Krikor
Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus, die Liebe Gottes und die Kraft des Heiligen Geistes, der uns Gemeinschaft untereinander und mit Gott schenkt, sei mit uns allen!

Reinhold Thalhofer und Adnan Krikor,

Knechte Jesu Christi nach dem Willen unseres himmlischen Vaters, in der Kraft des Heiligen Geistes.