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GJC-Zeichen_800

Leben als Kinder Gottes.

heute geht es weiter mit unserer neuen Lehrserie unter dem Titel:

„Leben als Kinder Gottes – unsere himmlische Berufung.“

Kapitel 8: Der geistliche Kampf des Christen.

Nicht um unsere Stellung kämpfen – sondern aus unserer Stellung heraus standhalten.

Die heutige Botschaft gliedern wir wie folgt:
  1. Einleitung.
  2. Unser Kampf richtet sich nicht gegen Menschen.
  3. Drei Bereiche des geistigen Widerstandes.
  4. Ein entscheidendes Schlachtfeld ist unser Denken.
  5. Gott selbst hat uns für diesen Kampf ausgerüstet.
  6. Glaube schützt uns vor den feurigen Pfeilen.
  7. Das Wort Gottes - das Schwert des Geistes.
  8. Gebet zeigt unsere Abhängigkeit vom Vater.
  9. Widerstehen bedeutet vor allem: stehen bleiben.
  10. Geistlicher Kampf findet mitten im Alltag statt.
  11. Schlussgedanke.

1. Einleitung.

In unserer Serie „Leben als Kinder Gottes – unsere himmlische Berufung“ haben wir in den vergangenen Wochen immer tiefer betrachtet, was es bedeutet, aus Gott geboren zu sein und nun als seine Kinder in dieser Welt zu leben.

Wir haben gesehen, dass unser himmlischer Vater uns erzieht und formt, dass wir lernen sollen, im Geist und nicht im Fleisch zu wandeln, dass die Gesinnung Christi in uns Gestalt gewinnen soll und dass daraus schließlich die Frucht des Geistes in unserem täglichen Leben sichtbar wird.

Wir kennen Versuchungen, innere Kämpfe, Zweifel, Ängste und Gedanken, die unserem neuen Leben widersprechen. Wir erleben den Einfluss einer Welt, deren Denken nicht auf Gott ausgerichtet ist. Und darüber hinaus offenbart uns die Heilige Schrift, dass hinter der sichtbaren Welt eine unsichtbare geistliche Wirklichkeit existiert, in der ebenfalls Widerstand gegen Gott und seinen Willen vorhanden ist.

Deshalb spricht die Heilige Schrift vom
geistlichen Kampf.
Dabei müssen wir gleich zu Beginn etwas Entscheidendes verstehen:
Wir kämpfen nicht darum, Kinder Gottes zu werden, sondern wir erleben diesen Kampf, weil wir Kinder Gottes sind.

Genau deshalb lautet eine der wichtigsten Aufforderungen des Apostels Paulus in Epheser 6 nicht: Erobert! Sondern: Steht!
Epheser 6,10–11 „Im Übrigen, meine Brüder, seid stark in dem Herrn und in der Macht seiner Stärke. Zieht die ganze Waffenrüstung Gottes an, damit ihr standhalten könnt gegenüber den listigen Kunstgriffen des Teufels.“

Damit sind wir mitten in unserem heutigen Thema. Was ist dieser geistliche Kampf? Wo findet er statt? Wer oder was widersteht unserem neuen Leben aus Gott? Und vor allem: Wie können wir als Kinder Gottes darin bestehen?



2. Unser Kampf richtet sich nicht gegen Menschen.

Der Apostel Paulus schreibt:
Epheser 6,12 „Denn unser Kampf richtet sich nicht gegen Fleisch und Blut, sondern gegen die Herrschaften, gegen die Gewalten, gegen die Weltbeherrscher der Finsternis dieser Weltzeit, gegen die geistlichen Mächte der Bosheit in den himmlischen Regionen.“

Dieser Vers ist von großer Bedeutung, weil er uns davor bewahrt, den falschen Gegner zu bekämpfen. Unser eigentlicher geistlicher Gegner ist niemals der Mensch vor uns. Nicht der schwierige Arbeitskollege, nicht der Ehepartner, nicht ein Familienmitglied und auch nicht der Bruder oder die Schwester in der Gemeinde.

Natürlich können Menschen uns Unrecht tun. Sie können uns verletzen, missverstehen oder enttäuschen. Konflikte müssen manchmal geklärt werden, und Sünde darf nicht einfach übergangen werden. Doch Paulus erinnert uns daran, dass unser geistlicher Kampf eine tiefere Dimension besitzt:
Unser Kampf richtet sich nicht gegen Fleisch und Blut.

Gerade deshalb ist es so wichtig, dass wir in Konflikten nicht anfangen, den anderen Menschen selbst zu unserem Feind zu machen. Denn der Widersacher kann gerade Verletzungen, Stolz, Misstrauen und Missverständnisse gebrauchen, um Beziehungen zu zerstören und den Leib des Christus zu schwächen.

Wenn Geschwister anfangen, gegeneinander zu kämpfen, hat der Widersacher bereits viel erreicht.

Wie wichtig sind deshalb gerade jetzt die beiden vorherigen Botschaften unserer Serie. Wir brauchen die
Gesinnung Christi, damit wir demütig miteinander umgehen können, und wir brauchen die Frucht des Geistes, damit Liebe, Freude, Friede, Langmut, Freundlichkeit, Sanftmut und Selbstbeherrschung unser Verhalten bestimmen.

Der geistliche Kampf beginnt deshalb manchmal an einer ganz unerwarteten Stelle: mit der Erkenntnis, dass
der Mensch vor mir nicht mein Feind ist.


3. Drei Bereiche des geistlichen Widerstandes.

Wenn wir vom geistlichen Kampf sprechen, dürfen wir nicht alles, was uns widersteht, unmittelbar dem Teufel zuschreiben. Die Heilige Schrift zeigt uns verschiedene Bereiche des Widerstandes, und es ist wichtig, sie unterscheiden zu lernen.

Besonders deutlich begegnen uns dabei

  1. das Fleisch,
  2. der Einfluss dieser Welt und
  3. der Widersacher mit seinen geistlichen Mächten.
Über den Kampf zwischen Fleisch und Geist haben wir bereits ausführlich gesprochen. Galater 5,17 „Denn das Fleisch gelüstet gegen den Geist und der Geist gegen das Fleisch; und diese widerstreben einander.“

Unser Fleisch, also unsere alte natürliche menschliche Natur mit ihren Begierden und ihrer Ichbezogenheit, steht dem neuen Leben aus Gott entgegen.

Deshalb erleben wir einen inneren Konflikt. Nicht jede Versuchung, nicht jeder falsche Gedanke und nicht jeder Zornesausbruch ist deshalb unmittelbar ein Angriff des Teufels. Manchmal ist es schlicht unser Fleisch, das seinen alten Anspruch wieder geltend machen möchte.

Daneben wirkt auf uns das Denken dieser Welt ein. Der Apostel Johannes schreibt:
1. Johannes 2,15–16 „Habt nicht lieb die Welt, noch was in der Welt ist! Wenn jemand die Welt lieb hat, so ist die Liebe des Vaters nicht in ihm. Denn alles, was in der Welt ist, die Fleischeslust, die Augenlust und der Hochmut des Lebens, ist nicht von dem Vater, sondern von der Welt.“

Diese Welt besitzt ein Denken, das ohne Gott auskommt. Tag für Tag werden uns Werte, Ziele und Vorstellungen vermittelt, die dem Denken unseres himmlischen Vaters widersprechen.
Erfolg, Selbstverwirklichung, Besitz, Anerkennung, Genuss und die Befriedigung eigener Wünsche
werden zum Mittelpunkt des Lebens erklärt. Wenn wir nicht wachsam sind, können solche Denkweisen langsam auch unser Denken prägen.

Und schließlich spricht die Heilige Schrift tatsächlich von einem persönlichen Widersacher.
1. Petrus 5,8–9 „Seid nüchtern und wacht! Denn euer Widersacher, der Teufel, geht umher wie ein brüllender Löwe und sucht, wen er verschlingen kann; dem widersteht, fest im Glauben.“

Damit bewahrt uns die Schrift vor zwei Extremen. Wir sollen nicht hinter jeder Schwierigkeit und jedem Problem einen dämonischen Angriff vermuten. Aber wir dürfen ebenso wenig so leben, als gäbe es keinen geistlichen Widersacher.
Die biblische Haltung lautet deshalb: nüchtern und wachsam sein.


4. Ein entscheidendes Schlachtfeld ist unser Denken.

Wenn wir uns fragen, wie der Widersacher arbeitet, führt uns die Heilige Schrift immer wieder zu einem bestimmten Bereich: zur Lüge.
Der Herr Jesus sagt über den Teufel: Johannes 8,44 „Wenn er die Lüge redet, so redet er aus seinem Eigenen, denn er ist ein Lügner und der Vater derselben.“

Dieses Prinzip begegnet uns bereits ganz am Anfang der Heiligen Schrift. Als die Schlange Eva versuchte, begann sie nicht mit Gewalt. Sie begann mit einem Gedanken, einer Frage:
„Sollte Gott wirklich gesagt haben?“

Damit wurde nicht nur Gottes Wort infrage gestellt. Letztlich wurde auch Gottes Charakter infrage gestellt. Ist Gott wirklich gut? Meint er es wirklich gut mit euch? Enthält er euch vielleicht etwas vor?
Genau hier findet geistlicher Kampf auch heute statt.
Der Apostel Paulus schreibt: 2. Korinther 10,5 „... indem wir Vernunftschlüsse zerstören und jede Höhe, die sich gegen die Erkenntnis Gottes erhebt, und jeden Gedanken gefangen nehmen zum Gehorsam gegen Christus.“

Geistlicher Kampf bedeutet deshalb auch, einer Lüge nicht zu erlauben, sich dauerhaft in unserem Denken festzusetzen. Wir begegnen ihr mit der Wahrheit Gottes.
Damit erkennen wir auch, warum die Erneuerung unseres Denkens für unser geistliches Leben so entscheidend ist. Ein Kind Gottes muss lernen, nicht alles zu glauben, was es fühlt oder denkt, sondern das eigene Denken immer wieder unter die Wahrheit des Wortes Gottes zu stellen.


5. Gott selbst hat uns für diesen Kampf ausgerüstet.

Nun kommen wir zum Herzstück der Botschaft. Der Apostel Paulus schreibt:
Epheser 6,13 „Deshalb ergreift die ganze Waffenrüstung Gottes, damit ihr am bösen Tag widerstehen und, nachdem ihr alles wohl ausgerichtet habt, euch behaupten könnt.“

Es ist bemerkenswert, dass Paulus von der
Waffenrüstung Gottes spricht. Wir müssen uns unsere geistliche Ausrüstung nicht selbst schaffen. Unser himmlischer Vater hat bereits alles bereitgestellt, was seine Kinder benötigen, um standzuhalten.

Zuerst nennt Paulus den
Gürtel der Wahrheit. Das ist kein Zufall. Wenn der Widersacher mit Lüge arbeitet, begegnet Gott der Lüge mit Wahrheit. Darum ist die Kenntnis des Wortes Gottes keine Nebensache unseres Glaubenslebens. Wenn wir nicht wissen, was Gott gesagt hat, werden wir anfällig für jede Stimme, die uns etwas anderes einreden möchte.

Dann nennt Paulus den
Brustpanzer der Gerechtigkeit. Unsere Sicherheit liegt nicht darin, dass wir aus eigener Kraft fehlerlos leben würden. Unsere Sicherheit liegt darin, dass Gott uns gerechtfertigt hat und wir nun als seine Kinder in dieser Gerechtigkeit leben sollen. Gerade hier setzt häufig Anklage an. Eine Stimme sagt uns: Du hast wieder versagt. Du bist unwürdig. Wie kannst du dich überhaupt noch Kind Gottes nennen? Aber wir halten uns an das, was Gott in seinem Wort über uns sagt.

Danach spricht Paulus von den Füßen,
gestiefelt mit der Bereitschaft zum Zeugnis des Evangeliums des Friedens. Auch darin liegt eine wunderbare Wahrheit: Wir stehen auf dem Boden des Friedens, den Gott geschaffen hat, und tragen zugleich diese Botschaft des Friedens in eine verlorene Welt hinein.


6. Glaube schützt uns vor den feurigen Pfeilen.

Der Apostel Paulus fährt fort:
Epheser 6,16 „Vor allem aber ergreift den Schild des Glaubens, mit dem ihr alle feurigen Pfeile des Bösen auslöschen könnt.“

Was können solche feurigen Pfeile sein? Die Schrift gibt uns keine vollständige Liste, aber wir kennen aus unserem eigenen Leben Gedanken und Empfindungen wie:
Zweifel, Angst, Anklage, Entmutigung, Misstrauen gegenüber Gott oder plötzlich auftretende Versuchungen.

Wie begegnen wir ihnen? Mit dem Schild des Glaubens. Glaube bedeutet dabei nicht, dass wir uns selbst einreden, es werde schon irgendwie alles gut werden. Biblischer Glaube richtet sich nicht auf unsere Wünsche, sondern auf Gott und sein Wort.

Glaube bedeutet:
Ich vertraue dem, was Gott gesagt hat, auch wenn meine Gefühle gerade etwas anderes sagen.
Vielleicht sagt mein Gefühl: Ich bin allein. Der Glaube erinnert mich daran, dass mein Vater mich nicht verlassen hat. Vielleicht sagt meine Angst: Was wird morgen sein? Der Glaube weiß, dass mein Vater den morgigen Tag bereits kennt. Vielleicht sagt die Anklage: Für dich gibt es keine Hoffnung mehr. Der Glaube richtet sich auf Gottes Gnade und Wahrheit.

Danach nennt Paulus den
Helm des Heils. Ein Helm schützt den Kopf – und damit begegnen wir wieder unserem Denken. Gerade hier beginnt sich bereits die Verbindung zu den beiden letzten Botschaften unserer Serie abzuzeichnen: „Die Hoffnung unserer Berufung“ und „Die Herrlichkeit, die an uns offenbart werden soll.“
Denn wer seine Zukunft bei Gott kennt, kann den Kämpfen der Gegenwart ganz anders begegnen.


7. Das Wort Gottes - das Schwert des Geistes.

Dann schreibt der Apostel Paulus:
Epheser 6,17 „... und das Schwert des Geistes, welches das Wort Gottes ist.“

Wie dieses Schwert gebraucht wird, zeigt uns der Herr Jesus selbst bei seiner Versuchung in der Wüste. Dreimal begegnet ihm der Versucher, und dreimal antwortet der Herr mit den Worten:
„Es steht geschrieben.“ Der Herr Jesus beginnt keine endlose Diskussion mit dem Versucher. Er stellt der Versuchung die Wahrheit Gottes entgegen.

Darin liegt für uns eine wichtige Lektion. Wenn wir Gottes Wort nur am Sonntag hören, aber es während der Woche kaum Raum in unserem Denken bekommt, werden wir im entscheidenden Augenblick wenig zur Verfügung haben.
Wir brauchen Gottes Wort deshalb täglich. Nicht lediglich, um immer mehr biblisches Wissen anzusammeln, sondern damit die Wahrheit Gottes unser Denken, unsere Entscheidungen und unsere Reaktionen prägt.

Dann können wir einer Lüge entgegenhalten:
Es steht geschrieben. Nicht meine Gefühle entscheiden, was Wahrheit ist. Nicht die öffentliche Meinung entscheidet es. Nicht der Zeitgeist. Nicht meine Umstände und auch nicht der Widersacher. Die Summe des Wortes Gottes ist Wahrheit.


8. Gebet zeigt unsere Abhängigkeit vom Vater.

Paulus beendet die Beschreibung der Waffenrüstung mit einer entscheidenden Aufforderung:
Epheser 6,18 „Indem ihr zu jeder Zeit betet mit allem Gebet und Flehen im Geist, und wacht zu diesem Zweck in aller Ausdauer und Fürbitte für alle Heiligen.“

Hier erkennen wir, worin unsere eigentliche Stärke liegt. Geistlicher Kampf bedeutet niemals, dass wir uns selbst für besonders stark halten. Ganz im Gegenteil. Wir erkennen unsere Abhängigkeit von unserem himmlischen Vater.

Darum begann Paulus diesen ganzen Abschnitt mit den Worten:
„Seid stark in dem Herrn und in der Macht seiner Stärke.“ Nicht: Seid stark in euch selbst.
Unsere Kraft liegt nicht in unserer Persönlichkeit, unserer Erfahrung oder unserem Wissen. Unsere Stärke kommt von Gott.

Darum wenden wir uns im Gebet an unseren himmlischen Vater. Wir bringen ihm unsere Ängste, unsere Versuchungen, unsere Kämpfe und unsere Sorgen. Wir treten füreinander ein, für unsere Familien, für unsere Geschwister und für die Gemeinde. Und wir vertrauen darauf, dass unser Vater uns durch seinen Geist stärkt.

Gerade darin unterscheidet sich biblischer geistlicher Kampf von manchen menschlichen Vorstellungen darüber.
Unser Blick richtet sich nicht ständig auf den Widersacher. Unser Blick richtet sich auf Gott.

9. Widerstehen bedeutet vor allem: stehen bleiben.

Wenn wir Epheser 6 aufmerksam lesen, fällt etwas Bemerkenswertes auf. Immer wieder verwendet der Apostel Paulus Begriffe wie stehen, standhalten und widerstehen. Das ist wichtig.

Wir müssen nicht auf die Suche nach dem Teufel gehen. Wir müssen keine spektakulären geistlichen Auseinandersetzungen suchen. Wir sollen vielmehr in der Stellung bleiben, die Gott uns gegeben hat.

Jakobus schreibt:
Jakobus 4,7 „So unterwerft euch nun Gott! Widersteht dem Teufel, so flieht er von euch.“

Unsere Sicherheit liegt in unserer Stellung unter unserem himmlischen Vater.
Widerstehen bedeutet deshalb ganz praktisch: in der Wahrheit zu bleiben, wenn die Lüge kommt; im Glauben zu bleiben, wenn Zweifel kommen; im Gehorsam zu bleiben, wenn Versuchung kommt; in der Liebe zu bleiben, wenn wir verletzt werden; und im Geist zu wandeln, wenn das Fleisch seine Ansprüche anmeldet.

Der geistlich reife Christ ist deshalb nicht derjenige, der ständig über den Teufel spricht. Geistliche Reife zeigt sich vielmehr darin, dass ein Kind Gottes so tief in der Wahrheit verwurzelt ist, dass der Widersacher es nicht von seinem Vertrauen auf den Vater wegbewegen kann.


10. Geistlicher Kampf findet mitten im Alltag statt.

Vielleicht denken wir beim Begriff „geistlicher Kampf“ zuerst an große unsichtbare Auseinandersetzungen. Doch sehr häufig wird dieser Kampf in den kleinen Situationen unseres täglichen Lebens entschieden.

Wenn ich verletzt werde und mich entscheide zu vergeben, geschieht geistlicher Kampf.
Wenn ich versucht bin, schlecht über einen Bruder oder eine Schwester zu reden, und stattdessen schweige oder das persönliche Gespräch suche, geschieht geistlicher Kampf. Wenn Stolz in mir aufkommt und ich mich demütige, wenn Angst mich bedrängt und ich meinem Vater vertraue, wenn eine Versuchung kommt und ich mich nach dem Geist ausrichte, oder wenn Uneinigkeit droht und ich bewusst den Frieden suche – dann findet geistlicher Kampf statt.

Damit erkennen wir, wie wunderbar dieses Kapitel mit unserer vorherigen Botschaft über die
Frucht des Geistes im Alltag verbunden ist.

Die Frucht des Geistes ist selbst ein Ausdruck geistlichen Sieges.
Wo das Fleisch Hass hervorbringen möchte, wirkt der Geist Gottes Liebe. Wo Traurigkeit herrscht, wirkt der Geist Gottes Freude. Wo Unruhe entstehen soll, wirkt er Frieden. Wo wir ungeduldig werden möchten, bringt er Langmut hervor. Wo Härte entstehen möchte, wirken Freundlichkeit und Sanftmut.
Und wo unsere Begierden uns beherrschen möchten, wirkt der Geist Selbstbeherrschung.

Geistlicher Kampf bedeutet deshalb nicht nur, etwas Bösem zu widerstehen. Er bedeutet zugleich,
dem Geist Gottes Raum zu geben, damit das Leben Christi in uns sichtbar wird. Unser Vater möchte nicht lediglich, dass wir Angriffe irgendwie überstehen. Er gebraucht auch Widerstände, um uns zu festigen, unseren Glauben zu stärken und den Charakter seines Sohnes in uns hervorzubringen.


11. Schlussgedanke.

Wir kämpfen nicht um den Sieg, sondern aus unserer Stellung heraus. Der geistliche Kampf ist real. Der Widerstand unseres Fleisches ist real. Der Einfluss dieser Welt ist real. Und auch der Widersacher und die geistlichen Mächte der Bosheit sind real.

Aber keine dieser Mächte ist größer als unser Gott.
Darum beginnt der Apostel Paulus seine Lehre über den geistlichen Kampf nicht mit dem Teufel, sondern mit unserem Gott und dem Herrn Jesus:
Epheser 6,10 „Im Übrigen, meine Brüder, seid stark in dem Herrn und in der Macht seiner Stärke.“

Darum brauchen wir keine Faszination für die Finsternis. Wir müssen nicht ständig nach dämonischen Einflüssen suchen und dem Widersacher mehr Aufmerksamkeit schenken, als die Heilige Schrift es tut. Unser Blick gehört nicht dem Feind.
Unser Blick gehört unserem himmlischen Vater und seinem Wort.

Wenn die Lüge kommt, bleiben wir in der Wahrheit. Wenn Versuchung kommt, bleiben wir im Gehorsam. Wenn Angst kommt, bleiben wir im Glauben. Wenn Verletzungen kommen, bleiben wir in der Liebe. Wenn Entmutigung kommt, bleiben wir in der Hoffnung. Und wenn das Fleisch seine Stimme erhebt, wandeln wir weiterhin im Geist.

So sieht geistlicher Kampf im Leben eines Kindes Gottes aus.
Und damit führt uns diese Botschaft unmittelbar zu den beiden letzten Kapiteln unserer Serie. Denn gerade mitten im Kampf brauchen wir den Blick auf das Ziel.

Im nächsten Kapitel werden wir uns deshalb mit
„Der Hoffnung unserer Berufung“ beschäftigen und anschließend mit „Der Herrlichkeit, die an uns offenbart werden soll.“

Wenn Widerstand kommt, brauchen wir uns nicht zu fürchten.
Denn unsere Sicherheit liegt nicht in unserer eigenen Stärke. Unsere Sicherheit liegt bei unserem himmlischen Vater. Von ihm kommt unsere Kraft. Sein Wort ist unsere Wahrheit. Sein Geist wirkt in uns. Und in dem Vertrauen auf ihn dürfen wir unseren Weg gehen und in unserer Berufung feststehen.

Nicht aus Angst vor dem Feind,
sondern im Vertrauen auf unseren Vater. Nicht in unserer eigenen Kraft, sondern in seiner Stärke. Nicht um unsere Stellung zu erkämpfen, sondern weil Gott sie uns bereits geschenkt hat.

Und deshalb dürfen wir – was auch immer kommt –
stehenbleiben.

AMEN.

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Reinhold Thalhofer
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Adnan Krikor
Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus, die Liebe Gottes und die Kraft des Heiligen Geistes, der uns Gemeinschaft untereinander und mit Gott schenkt, sei mit uns allen!

Reinhold Thalhofer und Adnan Krikor,

Knechte Jesu Christi nach dem Willen unseres himmlischen Vaters, in der Kraft des Heiligen Geistes.