|
|
|
|
Gottes Gemeinde – Ursache, Bestimmung und Ziel
|
|
|
|
|
heute wollen wir uns mit einem zentralen Thema der Bibel und unseres Glaubens befassen: „Gottes Gemeinde – ihre Ursache, ihre Bestimmung und ihr Ziel“.
|
Die Gemeinde Gottes ist kein menschliches Konzept, sondern ein Werk Gottes. Durch die Heilige Schrift erkennen wir, warum es die Gemeinde gibt, was ihre Aufgabe ist und wohin sie unterwegs ist.
|
Wir gliedern die Botschaft in folgende Kapitel:
|
- Einleitung -
Gottes Freude an uns.
- Ursache -
Gottes ewiger Plan.
- Bestimmung -
Zeugnis, Heiligung und Zurüstung.
- Ziel -
Die Herrlichkeit Gottes.
|
|
|
1. Einleitung - Gottes Freude an uns.
Die Freude Gottes, unter den Menschen zu wohnen, zieht sich wie ein roter Faden durch die Bibel. Hier einige Schriftstellen, die dies besonders deutlich machen:
|
- Die Schöpfung – Gemeinschaft im Garten Eden:
Gott schuf den Menschen, um Gemeinschaft mit ihm zu haben. Im Garten Eden wandelte Gott mit Adam und Eva: 1. Mose 3,8: „Und sie hörten die Stimme Gottes des HERRN, der im Garten wandelte bei der Kühle des Tages.“ Hier zeigt sich Gottes Wunsch nach Nähe und Gemeinschaft.
- Die Stiftshütte – Gott mitten im Volk:
Nach dem Auszug aus Ägypten gab Gott dem Volk Israel den Auftrag, eine Stiftshütte zu bauen, damit er in ihrer Mitte wohnen konnte: 2. Mose 25,8: „Und sie sollen mir ein Heiligtum machen, dass ich unter ihnen wohne.“ 3. Mose 26,11-12: „Und ich will meine Wohnung unter euch haben ... ich will euer Gott sein, und ihr sollt mein Volk sein.“ Gott zeigte damit, dass er sich nach einer bleibenden Beziehung zu seinem Volk sehnt.
- Der Tempel in Jerusalem – Gottes Wohnung auf Erden:
Mit dem Bau des Tempels wurde Gottes Wunsch nach einer festen Wohnung unter den Menschen verwirklicht: 1. Könige 8,27-30: Salomo betete bei der Tempelweihe: „Siehe, der Himmel und aller Himmel Himmel können dich nicht fassen, wie viel weniger dieses Haus ... Doch wende dich zu dem Gebet deines Knechtes ... dass du hörst auf das Flehen deines Volkes Israel.“ Der Tempel wurde ein Symbol für Gottes Nähe und Herrlichkeit mitten im Volk.
- Jesus Christus – Das Wort wird Fleisch:
In Jesus Christus erfüllte sich Gottes Plan, unter den Menschen zu wohnen, auf eine noch tiefere Weise: Johannes 1,14: „Und das Wort wurde Fleisch und wohnte unter uns, und wir sahen seine Herrlichkeit.“ Der Herr Jesus ist „Emmanuel“ – „Gott mit uns“ Matthäus 1,23 „Siehe, die Jungfrau wird schwanger sein und einen Sohn gebären, und sie werden seinen Namen Emmanuel nennen", was übersetzt ist: Gott mit uns.“
- Die Gemeinde – Gottes Wohnung im Geist:'
Nach der Himmelfahrt Jesu und Sendung des Heiligen Geistes wohnt Gott durch seinen Geist in jedem Gläubigen und in der Gemeinde: 1. Korinther 3,16: „Wisst ihr nicht, dass ihr Gottes Tempel seid und der Geist Gottes in euch wohnt?“ Epheser 2,22: „In ihm [Christus] werdet auch ihr mit erbaut zu einer Wohnung Gottes im Geist.“ Hier wird deutlich, dass Gott die Gemeinschaft mit seinen Kindern auf eine noch innigere Weise sucht.
- Die neue Schöpfung – Gott wohnt ewig bei den Menschen:
Die endgültige Erfüllung von Gottes Freude, unter den Menschen zu wohnen, sehen wir im neuen Himmel und der neuen Erde: Offenbarung 21,3: „Siehe da, die Hütte Gottes bei den Menschen! Und er wird bei ihnen wohnen, und sie werden sein Volk sein, und Gott selbst wird bei ihnen sein.“ Das ist das Ziel der Heilsgeschichte – Gottes ewige Gegenwart mitten unter uns.
|
Zusammenfassung: In allen diesen Stationen der Heilsgeschichte zeigt sich Gottes tiefe Freude und Sehnsucht, mit den Menschen in Gemeinschaft zu leben. Die Bibel fordert uns auf, diese Freude zu erwidern und uns nach seiner Nähe zu sehnen.
|
|
Wir dürfen verstehen, dass alles, was geschaffen ist, von Gott durch den Christus geschaffen wurde und dass alles für Gott geschaffen wurde.
|
Röm 14,33 ELB "O Tiefe des Reichtums, sowohl der Weisheit als auch der Erkenntnis Gottes! Wie unausforschlich sind seine Gerichte und unausspürbar seine Wege! (...) 36 Denn von ihm und durch ihn und für ihn sind alle Dinge; ihm sei die Herrlichkeit in Ewigkeit! Amen."
|
|
Aber nicht nur für den Vater, auch für den Sohn ist alles geschaffen:
|
|
Kol 1,16 ELB "Denn durch ihn (RT: Jesus Christus) sind alle Dinge geschaffen worden, die in den Himmeln und die auf der Erde, die sichtbaren und die unsichtbaren, es seien Throne oder Herrschaften oder Fürstentümer oder Gewalten: alle Dinge sind durch ihn und für ihn geschaffen."
|
2. Ursache - Gottes ewiger Plan:
|
Die Ursache der Gemeinde liegt nicht in menschlichem Wollen oder Streben, sondern in Gottes ewiger Absicht. Dazu lesen wir:
|
Eph 1,4-5 „Denn in ihm (RT: Jesus Christus) hat er uns erwählt, ehe der Welt Grund gelegt war, dass wir heilig und untadelig vor ihm sein sollten; in seiner Liebe hat er uns dazu vorherbestimmt, seine Kinder zu sein durch Jesus Christus nach dem Wohlgefallen seines Willens.“
|
- Die Erwählung Gottes: Erwählung bedeutet, dass Gott souverän und aus reiner Gnade Menschen für sich bestimmt hat, bevor sie irgendetwas Gutes oder Böses getan hatten.
Römer 9,11 „Denn als ‹die Kinder› noch nicht geboren waren und weder Gutes noch Böses getan hatten - damit der nach ‹freier› Auswahl gefaßte Vorsatz Gottes ‹bestehen› bliebe, 12 nicht aufgrund von Werken, sondern aufgrund des Berufenden -, wurde zu ihr gesagt: "Der Ältere wird dem Jüngeren dienen"; 13 wie geschrieben steht: "Jakob habe ich geliebt, aber Esau habe ich gehaßt." Durch dieses Beispiel verstehen wir, dass alles, auch die Gemeinde, allein auf Gottes Initiative hin entsteht und nicht aus menschlichem Verdienst. Dies ist der Ausdruck seiner Liebe und seines Willens. Die souveräne Wahl Gottes in dem Vorhersehen, der Erwählung und der Vorherbestimmung hat ihren Ursprung in der göttlichen Entscheidung, die sich auf Seine ewige Allwissenheit gründet.
- Jesus Christus als Eckstein, Grundlage und Fels: Die Gemeinde ist auf dem Erlösungswerk Jesu aufgebaut.
Eph 2,20 "‹Ihr seid› aufgebaut auf der Grundlage der Apostel und Propheten, wobei Christus Jesus selbst Eckstein ist. 21 In ihm zusammengefügt, wächst der ganze Bau zu einem heiligen Tempel im Herrn, 22 und in ihm werdet auch ihr mitaufgebaut zu einer Behausung Gottes im Geist." Matthäus 16,18 verdeutlicht, dass diese Grundlage unerschütterlich ist: „Auf diesen Felsen will ich meine Gemeinde bauen, und die Pforten der Hölle sollen sie nicht überwältigen.“ Jesus Christus ist das Haupt seines Leibes, der unverzichtbare Mittelpunkt und die Quelle allen Lebens und aller Einheit in der Gemeinde.
- Die Gemeinde als Werk des Geistes: Der Heilige Geist bewirkt, dass Gläubige in Christus verbunden werden und eine geistliche Einheit bilden:
1 Korinther 12,13 „Denn in einem Geist sind wir alle zu einem Leib getauft worden, es seien Juden oder Griechen, es seien Sklaven oder Freie, und sind alle mit einem Geist getränkt worden.“ Der Heilige Geist ist die Kraftquelle für das Leben der Gemeinde und für ihren Dienst. Ohne den Geist wäre die Gemeinde nur eine menschliche Institution, doch durch ihn wird sie zum lebendigen Leib Christi.
|
Die Bezeichnungen der Gemeinde Gottes:
|
|
Die Bibel verwendet verschiedene Bilder und Bezeichnungen, um die Gemeinde und ihre Funktionen klarer zu beschreiben. Diese Bezeichnungen veranschaulichen die Beziehung zwischen dem Ziel der Gemeinde – der ewigen Verherrlichung Gottes – und ihrer Bestimmung in der Gegenwart.
|
Die Gemeinde ist berufen, in der heutigen Welt durch Heiligung und Zeugnis die Herrlichkeit Gottes widerzuspiegeln, während sie zugleich auf ihre vollkommene Vereinigung mit Christus im Himmel vorbereitet wird:
|
- Der Leib Christi: Die Gemeinde ist der Leib Christi, und Christus ist ihr Haupt. Jeder Gläubige hat eine Funktion im Leib (1. Korinther 12,27; Epheser 1,22-23).
- Die Braut des Lammes: Die Gemeinde ist die Braut des Lammes, die sich auf die Hochzeit mit ihm vorbereitet (Offenbarung 19,7-8; Epheser 5,25-27).
- Ein heiliges Volk: Die Gemeinde ist ein heiliges Volk, das Gott gehört und seine Herrlichkeit verkündet (1. Petrus 2,9).
- Ein geistliches Haus: Die Gläubigen sind lebendige Steine, die ein geistliches Haus bilden, um Gott Opfer darzubringen (1. Petrus 2,5).
- Der Tempel Gottes: Die Gemeinde ist der Tempel, in dem der Heilige Geist wohnt (1. Korinther 3,16-17; Epheser 2,21-22).
- Der Acker Gottes: Die Gemeinde wird mit einem Acker verglichen, den Gott bepflanzt und pflegt (1. Korinther 3,9).
- Die Herde Gottes: Die Gemeinde ist die Herde, die von dem Herrn Jesus Christus als dem guten Hirten geführt wird (Johannes 10,11; 1. Petrus 5,2-4).
- Sei dir bewusst, dass du Teil von Gottes ewigem Plan bist. Die Gemeinde ist keine Nebensache, sondern steht im Mittelpunkt dessen, was Gott in der Welt tut.
- Lebe deine Bestimmung aus. Sei ein Zeugnis für die Herrlichkeit Gottes des Vaters und des Herrn Jesus Christus in deinem Umfeld und beteilige dich am Aufbau der Gemeinde. Deine Gaben sind wichtig!
- Blicke auf das Ziel. Lass dich durch die Verheißung der ewigen Gemeinschaft mit Gott motivieren, treu zu bleiben.
3. Bestimmung - Zeugnis, Heiligung und Zurüstung:
Die Gemeinde hat eine klare Bestimmung in dieser Welt. Sie ist dazu berufen, Gottes Herrlichkeit zu verkünden, ein Zeugnis seiner Liebe und Wahrheit zu sein, geheiligt und zugerüstet zu werden zum Christus Gottes.
|
- Zeugnis in der Welt:
In 1. Petrus 2,9 heißt es: „Ihr aber seid ein auserwähltes Geschlecht, eine königliche Priesterschaft, ein heiliges Volk, ein Volk zum Eigentum, dass ihr die Tugenden dessen verkündigt, der euch aus der Finsternis zu seinem wunderbaren Licht berufen hat.“ Die Gemeinde ist berufen, Gottes Licht in eine dunkle Welt zu tragen. Durch unser Leben, unsere Worte und unsere Taten sollen wir den Allmächtigen Gott und Christus sichtbar machen.
- Heiligung und Gemeinschaft:
Wir sollen besonnen und gerecht leben: persönlich, in der Ehe, in der Gemeinde, in der Arbeit und in der Schule. Auch ganz praktisch, von der Steuererklärung, über das Verhalten im Straßenverkehr, mitten unter einem verkehrten Geschlecht. Phil 2,15 „… damit ihr tadellos und lauter seid, unbescholtene Kinder Gottes inmitten eines verdrehten und verkehrten Geschlechts, unter dem ihr leuchtet wie ‹Himmels-›Lichter in der Welt“
- Wir streben nach geistlicher Reife:
Kolosser 1,28 „Ihn verkündigen wir, indem wir jeden Menschen ermahnen und jeden Menschen in aller Weisheit lehren, um jeden Menschen vollkommen in Christus darzustellen“
- Wir leben ein Leben, das Christus in Wort und Tat widerspiegelt:
Philipper 1,27 „Wandelt nur würdig des Evangeliums des Christus, damit ich, sei es, daß ich komme und euch sehe oder abwesend bin, von euch höre, daß ihr fest steht in einem Geist und mit einer Seele zusammen für den Glauben des Evangeliums kämpft.“
- Ein praktisches Beispiel hierfür ist die gegenseitige Ermutigung im Glauben durch Gemeinschaft, wie es im Hebräerbrief betont wird:
Hebr 24-25 „Lasst uns aufeinander achten, um uns gegenseitig zur Liebe und zu guten Taten anzuspornen, und unser Zusammenkommen nicht versäumen, wie es einige zu tun pflegen.“
- Wir werden Jesus Christus gleichgestaltet:
Wir werden als Leib des Christus zugerüstet, um mit dem Haupt zusammen den Christus Gottes zu bilden, durch den Gott der Vater alles wirkt und wirken wird. Röm 8,29 "Denn welche er zuvorerkannt hat, die hat er auch zuvorbestimmt, dem Bilde seines Sohnes gleichförmig zu sein, damit er der Erstgeborene sei unter vielen Brüdern."
Unser Leben auf der Erde wird in der Kraft des Geistes Gottes bestimmt von unserer Berufung als Teil des Christus. Ihm sollen wir immer ähnlicher werden.
Nach der Entrückung der Gemeinde, wenn der Bräutigam seine Braut in das Haus des Vaters im Himmel holt, wird auf der Erde für 7-Jahre Trübsal sein. Gottes Zorngericht findet statt und der Teufel - endgültig aus dem Himmel geworfen - wütet unter den Menschen.
Dann stehen wir vor dem Richterstuhl Christi und werden unseren Lohn empfangen. Danach ist die Hochzeit im Himmel (Offb 19) und wir werden als der Christus Gottes mit dem Lamm eins sein.
Wir werden den Herrn Jesus bei seiner Wiederkunft in Kraft und Herrlichkeit nach den 7-Jahren Zurüstung im Himmel begleiten und mit ihm regieren, sowohl im 1000-jährigen Friedensreich Gottes auf Erden als auch in der neuen Schöpfung. Hebr 2,5 „Denn nicht Engeln hat er den zukünftigen Erdkreis unterworfen, von dem wir reden …“
- Säule und Grundfeste der Wahrheit:
Wir werden sowohl vom Herrn Jesus als auch durch seine Apostel besonders vor den Irrlehrern gewarnt. Deshalb hat die Gemeinde Gottes die Aufgabe, eine Säule und Grundfeste der Wahrheit zu sein: 1 Tim 3,15 „… wenn ich aber zögere, damit du weißt, wie man sich verhalten muß im Hause Gottes, das die Gemeinde des lebendigen Gottes ist, die Säulen und die Grundfeste der Wahrheit.“ (…) 4,1 „Der Geist aber sagt ausdrücklich, daß in späteren Zeiten manche vom Glauben abfallen werden, indem sie auf betrügerische Geister und Lehren von Dämonen achten, 2 durch die Heuchelei von Lügenrednern, die in ihrem eigenen Gewissen gebrandmarkt sind.“
4. Ziel - Die Herrlichkeit Gottes:
Das Ziel der Gemeinde ist es, die Herrlichkeit Gottes widerzuspiegeln und diese Herrlichkeit eines Tages in Vollkommenheit zu erleben.
|
- Die Ewigkeit mit Gott und dem Lamm:
Offenbarung 21,2-3 gibt uns einen Blick auf die endgültige Bestimmung der Gemeinde: „Und ich sah die heilige Stadt, das neue Jerusalem, von Gott aus dem Himmel herabkommen, bereitet wie eine Braut, die für ihren Mann geschmückt ist. Und ich hörte eine laute Stimme von dem Thron her sagen: Siehe, das Zelt Gottes bei den Menschen! Und er wird bei ihnen wohnen, und sie werden sein Volk sein, und Gott selbst wird bei ihnen sein.“ Die Gemeinde wird bei der Hochzeit im Himmel als Braut des Lammes mit ihm vereint werden und für immer mit ihm und in der Gegenwart Gottes leben.
- Das Lob Gottes:
In Epheser 3,21 heißt es: „Ihm sei Ehre in der Gemeinde und in Christus Jesus zu aller Zeit, von Ewigkeit zu Ewigkeit! Amen.“ Die Gemeinde existiert letztlich, um Gott zu verherrlichen.
AMEN!
|
|
|
|
|
|
|
Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus, die Liebe Gottes und die Kraft des Heiligen Geistes, der uns Gemeinschaft untereinander und mit Gott schenkt, sei mit uns allen!
|
Reinhold Thalhofer und Adnan Krikor,
|
Knechte Jesu Christi nach dem Willen unseres himmlischen Vaters, in der Kraft des Heiligen Geistes.
|
|
|
|
|
|
|