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Leben als Kinder Gottes.

heute geht es weiter mit unserer neuen Lehrserie unter dem Titel:

„Leben als Kinder Gottes – unsere himmlische Berufung.“

Kapitel 5: Leben im Geist statt im Fleisch.


Diese Botschaft gliedern wir über folgende Kapitel:
  1. Einleitung – Wie lebt ein Kind Gottes?
  2. Was meint die Schrift mit „Fleisch“?
  3. Der Geist Gottes wohnt in uns.
  4. Im Geist leben und im Geist wandeln.
  5. Der tägliche Konflikt zwischen Fleisch und Geist.
  6. Das Fleisch kreuzigen.
  7. Durch den Geist die Handlungen des Leibes töten.
  8. Woran erkennen wir, wer unser Leben bestimmt?
  9. Der Wandel im Geist gehört zu unserer himmlischen Berufung.
  10. Unsere Verantwortung.
  11. Schlussgedanke – Wem geben wir heute Raum?

1. Einleitung – Wie lebt ein Kind Gottes?

In den vergangenen Wochen haben wir uns Schritt für Schritt mit unserer Berufung als Kinder Gottes beschäftigt.
  • Im ersten Kapitel haben wir die grundlegende Frage gestellt:
    Was bedeutet es, aus Gott geboren zu sein?
    Wir haben gesehen, dass niemand durch seine natürliche Geburt ein Kind Gottes ist. Der Herr Jesus sagt:
    Joh 3,5–6 „Wahrlich, wahrlich, ich sage dir: Wenn jemand nicht aus Wasser und Geist geboren wird, kann er nicht in das Reich Gottes hineingehen. Was aus dem Fleisch geboren ist, ist Fleisch, und was aus dem Geist geboren ist, ist Geist.“
    Die Neugeburt ist eine Geburt von oben. Gott schenkt uns durch sein Wort und durch seinen Geist ein neues geistliches Leben.
  • Im zweiten Kapitel haben wir gesehen, dass wir nicht nur neues Leben empfangen haben, sondern Kinder und Erben Gottes geworden sind. Wir haben den Geist der Sohnschaft empfangen und dürfen Gott als unseren Vater erkennen und anrufen.
  • Im dritten Kapitel haben wir erkannt, dass Gott seine Kinder nicht als voneinander unabhängige Einzelpersonen sieht. Er hat uns in den Leib Christi hineingestellt. Der Herr Jesus ist das Haupt und wir sind die Glieder. Jeder von uns hat darin seine Aufgabe und seine Verantwortung.
  • Im vierten Kapitel haben wir schließlich gesehen:
    Der Vater erzieht und formt seine Kinder. Warum? Weil er mit uns ein Ziel verfolgt.
    Röm 8,29 „Denn die er zuvor erkannt hat, die hat er auch vorherbestimmt, dem Bilde seines Sohnes gleichförmig zu sein, damit er der Erstgeborene sei unter vielen Brüdern.“
    Gottes Ziel ist also nicht nur unsere Errettung. Sein Ziel ist unsere Verwandlung. Wir sollen dem Erstgeborenen Sohn Gottes, unserem Herrn Jesus Christus, immer ähnlicher werden.
Damit kommen wir heute zu einer ganz entscheidenden Frage:
Wie geschieht diese Verwandlung in unserem täglichen Leben?
Wie kann ein Mensch, der noch in einem sterblichen Leib lebt und mit den Begierden des Fleisches konfrontiert ist, tatsächlich ein Leben führen, das Gott gefällt?

Die Antwort des Wortes Gottes lautet:
Indem wir im Geist und nicht im Fleisch leben. Der Apostel Paulus schreibt:
Gal 5,16–17 „Ich sage aber: Wandelt im Geist, und ihr werdet die Begierde des Fleisches nicht erfüllen. Denn das Fleisch begehrt gegen den Geist auf, der Geist aber gegen das Fleisch; denn diese sind einander entgegengesetzt, damit ihr nicht das tut, was ihr wollt.“

Hier beschreibt der Apostel einen Konflikt, den jedes Kind Gottes kennt.
Auf der einen Seite steht das Fleisch. Auf der anderen Seite steht der Geist Gottes. Und genau darum geht es heute: Wer bestimmt unser tägliches Leben? Das Fleisch? Oder der Geist Gottes?

2. Was meint die Schrift mit „Fleisch“?

Wenn die Schrift in diesem Zusammenhang vom „Fleisch“ spricht, meint sie nicht einfach unseren physischen Körper.

Der Apostel Paulus beschreibt damit die gefallene menschliche Natur mit ihren selbstbezogenen Wünschen, Begierden und Neigungen.
Unser Leib gehört noch zur gegenwärtigen vergänglichen Schöpfung. Paulus nennt ihn:
Phil 3,21 „… unseren Leib der Niedrigkeit …“

Dieser Leib ist noch nicht verwandelt. Wir haben zwar bereits den Geist Gottes empfangen, aber wir haben noch nicht unseren Herrlichkeitsleib empfangen.
Deshalb erleben wir in unserem gegenwärtigen Leben diese Spannung.
  • Das Fleisch sagt: Ich will.
    Der Geist Gottes sagt: Was will der Vater?
  • Das Fleisch fragt: Was gefällt mir?
    Der Geist führt uns zu der Frage: Was gefällt Gott?
  • Das Fleisch sucht sich selbst.
    Der Geist führt uns zur Hingabe.
  • Das Fleisch möchte Recht behalten.
    Der Geist führt uns zur Demut.
  • Das Fleisch reagiert spontan mit Zorn.
    Der Geist führt uns zur Geduld.
  • Das Fleisch will sich durchsetzen.
    Der Geist führt uns dazu, dem anderen in Liebe zu dienen.
Das Fleisch muss deshalb nicht immer in einer offensichtlich groben Sünde sichtbar werden. Der Apostel Paulus schreibt:
Gal 5,19–21 „Offenbar aber sind die Werke des Fleisches; es sind:
Unzucht, Unreinheit, Ausschweifung, Götzendienst, Zauberei, Feindschaften, Streit, Eifersucht, Zornausbrüche, Selbstsüchteleien, Zwistigkeiten, Parteiungen, Neidereien, Trinkgelage, Völlereien und dergleichen.“

Paulus nennt hier nicht nur die Sünden, die Menschen gewöhnlich als besonders schlimm ansehen. Er nennt auch:Feindschaften. Streit. Eifersucht. Zornausbrüche. Selbstsucht. Zwistigkeiten. Parteiungen. Neid.

Warum? Weil auch diese Dinge aus derselben Quelle kommen: aus dem Fleisch.


3. Der Geist Gottes wohnt in uns.

Nun kommt aber die wunderbare Wahrheit für jedes wiedergeborene Kind Gottes: Wir sind dem Fleisch nicht hilflos ausgeliefert. Warum nicht? Weil Gott uns seinen Geist gegeben hat.

Schon im ersten Kapitel unserer Serie haben wir gesehen:
Röm 8,15–16 „Denn ihr habt nicht einen Geist der Knechtschaft empfangen, wieder zur Furcht, sondern einen Geist der Sohnschaft habt ihr empfangen, in dem wir rufen: Abba, Vater! Der Geist selbst bezeugt zusammen mit unserem Geist, dass wir Kinder Gottes sind.“

Der Geist Gottes wohnt in uns. Wir müssen also nicht aus unserer eigenen menschlichen Kraft versuchen, ein geistliches Leben zu führen. Das wäre zum Scheitern verurteilt.

Das Fleisch kann sich nicht selbst überwinden. Religiöse Anstrengung kann kein geistliches Leben hervorbringen. Der Herr Jesus hat uns bereits gesagt:
Joh 3,6 „Was aus dem Fleisch geboren ist, ist Fleisch, und was aus dem Geist geboren ist, ist Geist.“

Deshalb besteht Gottes Weg nicht darin, unser Fleisch zu verbessern. Gottes Weg besteht darin, dass wir durch seinen Geist leben.
Röm 8,13–14 „Denn wenn ihr nach dem Fleisch lebt, so werdet ihr sterben; wenn ihr aber durch den Geist die Handlungen des Leibes tötet, so werdet ihr leben. Denn so viele durch den Geist Gottes geleitet werden, die sind Söhne Gottes.“

Hier sehen wir einen entscheidenden Zusammenhang:
Kinder Gottes werden durch den Geist Gottes geleitet. Das ist nicht eine besondere Berufung einiger weniger besonders geistlicher Christen. Es gehört zum Wesen unserer Sohnschaft. Wir haben den Geist der Sohnschaft empfangen. Nun sollen wir uns auch durch diesen Geist leiten lassen.

4. Im Geist leben und im Geist wandeln.

Hier müssen wir einen wichtigen Unterschied verstehen. Der Apostel Paulus schreibt:
Gal 5,25 „Wenn wir durch den Geist leben, so lasst uns durch den Geist wandeln!“

Es gibt also einen Unterschied zwischen:
im Geist leben und im Geist wandeln.
Im Geist leben beschreibt zunächst unsere neue Stellung. Wir sind von Neuem geboren. Wir haben den Heiligen Geist empfangen. Wir sind Kinder Gottes geworden. Das ist etwas, was Gott an uns getan hat.

Aber im Geist zu wandeln beschreibt unsere tägliche Lebensführung.
Das ist die praktische Konsequenz unseres neuen Lebens. Man könnte es so ausdrücken:
  • Das Leben im Geist ist das Geschenk Gottes.
  • Der Wandel im Geist ist unsere Antwort darauf.
Wir können den Geist Gottes empfangen haben und trotzdem in einer konkreten Situation fleischlich reagieren.
  • Wir können Kinder Gottes sein und trotzdem beleidigt sein.
  • Wir können Kinder Gottes sein und trotzdem neidisch werden.
  • Wir können Kinder Gottes sein und trotzdem im Zorn reagieren.
  • Wir können Kinder Gottes sein und trotzdem unsere eigene Ehre suchen.
Deshalb sagt der Apostel Paulus Paulus nicht: Weil ihr den Geist habt, geschieht nun automatisch alles richtig. Sondern er sagt: „Wandelt im Geist.“
Das ist eine Aufforderung. Es bedeutet: Richtet euer tägliches Leben bewusst nach der Führung des Geistes Gottes aus.

Und das betrifft unser gesamtes Leben: unsere Gedanken, unsere Worte, unsere Entscheidungen, unsere Beziehungen, unsere Ehe, unsere Familie, unsere Arbeit, unseren Umgang mit Geld, unser Verhalten in der Gemeinde, unser Verhalten gegenüber Menschen, die uns enttäuschen,
und sogar unsere Reaktion gegenüber Menschen, die uns Unrecht tun.
Gerade dort zeigt sich, ob wir im Geist oder im Fleisch wandeln.

5. Der tägliche Konflikt zwischen Fleisch und Geist.

Vielleicht fragen wir uns: Wenn wir Kinder Gottes sind und den Heiligen Geist empfangen haben, warum erleben wir dann überhaupt noch diesen Kampf?
Paulus gibt uns die Antwort:
Gal 5,17 „Denn das Fleisch begehrt gegen den Geist auf, der Geist aber gegen das Fleisch; denn diese sind einander entgegengesetzt …“

Der innere Konflikt ist also nicht ungewöhnlich. Er gehört zu unserem gegenwärtigen Leben.
Wir sind bereits Kinder Gottes. Aber unser Leib ist noch nicht verwandelt.

Wir haben bereits den Geist der Sohnschaft. Aber wir warten noch auf die Erlösung unseres Leibes. Deshalb gibt es diesen täglichen Kampf.
Und dieser Kampf findet häufig nicht zuerst in unseren sichtbaren Handlungen statt. Er beginnt viel früher. Er beginnt in unseren Gedanken und in unserem Herzen.

Jemand sagt etwas zu uns, das uns verletzt. Sofort kommt ein Gedanke:
„Das lasse ich mir nicht gefallen.“ Das Fleisch ist bereit. Der Geist Gottes aber erinnert uns an das Wort Gottes. Vielleicht daran, sanftmütig zu antworten. Vielleicht daran, zu vergeben. Vielleicht daran, zunächst zu schweigen.
Unser Wandel beginnt mit unserer Gesinnung.
  • Womit beschäftigen wir unser Denken?
  • Was nähren wir?
  • Welche Gedanken lassen wir in unserem Herzen wachsen?
Denn aus Gedanken werden Einstellungen. Aus Einstellungen werden Entscheidungen. Und aus Entscheidungen werden Handlungen.

6. Das Fleisch kreuzigen.

Paulus gebraucht nun ein sehr starkes Bild:
Gal 5,24 „Die aber dem Christus Jesus angehören, haben das Fleisch samt den Leidenschaften und Begierden gekreuzigt.“

Was bedeutet das? Das Fleisch zu kreuzigen bedeutet nicht, unseren Körper schlecht zu behandeln.
Es bedeutet vielmehr: Wir verweigern den Begierden des Fleisches die Herrschaft über unser Leben.
  • Wir sagen nicht: „So bin ich eben.“
  • Wir sagen nicht: „Ich bin halt schnell zornig.“
  • Wir sagen nicht: „Ich kann eben nicht vergeben.“
  • Wir sagen nicht: „Ich bin nun einmal eifersüchtig.“
  • Wir sagen nicht: „Der andere hat angefangen.“
Nein. Wir erkennen: Diese Reaktion kommt aus meinem Fleisch. Und dann stellen wir uns auf die Seite Gottes. Das ist Selbstverleugnung.
Der Herr Jesus sagt:
Lk 9,23 „Wenn jemand mir nachkommen will, verleugne er sich selbst und nehme sein Kreuz auf täglich und folge mir nach!“

Beachten wir das Wort: täglich.
Das Fleisch zu kreuzigen ist deshalb keine theoretische Lehre. Es geschieht in den kleinen Entscheidungen unseres Alltags.
  • Wenn ich beleidigt wurde und trotzdem vergebe: Das Fleisch wird gekreuzigt.
  • Wenn ich mich rechtfertigen könnte, aber schweige, weil es besser ist: Das Fleisch wird gekreuzigt.
  • Wenn ich zornig werde und mich entscheide, nicht aus diesem Zorn heraus zu sprechen: Das Fleisch wird gekreuzigt.
  • Wenn ich Anerkennung suche und mich entscheide, Gott allein die Ehre zu geben: Das Fleisch wird gekreuzigt.
Das bedeutet nicht, dass diese Begierden nie wieder auftauchen. Aber sie dürfen nicht mehr herrschen.

7. Durch den Geist die Handlungen des Leibes töten.

Nun könnten wir denken: Dann muss ich mich also nur stark genug zusammenreißen. Nein. Genau das ist nicht die Botschaft. Der Apostel Paulus schreibt:
Röm 8,13 „… wenn ihr aber durch den Geist die Handlungen des Leibes tötet, so werdet ihr leben.“

Nicht durch unsere eigene Willenskraft. Nicht durch religiöse Disziplin allein.
Nicht durch menschliche Selbstbeherrschung. Sondern durch den Geist Gottes.
Das bedeutet allerdings nicht, dass wir passiv bleiben. Der Geist Gottes zwingt uns nicht.

Er führt uns. Er erinnert uns. Er überführt uns. Er gibt uns Kraft. Aber wir müssen seiner Führung folgen.
Deshalb sagt der Apostel Paulus:
Röm 8,14 „Denn so viele durch den Geist Gottes geleitet werden, die sind Söhne Gottes.“
  • Das ist Zusammenarbeit: Der Geist führt. Wir folgen.
  • Der Geist erinnert uns an Gottes Wort. Wir gehorchen.
  • Der Geist deckt eine falsche Haltung auf. Wir bekennen sie.
  • Der Geist zeigt uns einen anderen Weg. Wir gehen ihn.
So werden wir verändert.

8. Woran erkennen wir, wer unser Leben bestimmt?

Es gibt eine einfache geistliche Frage, die wir uns regelmäßig stellen können:
Welche Frucht bringt mein Verhalten hervor?

Der Herr Jesus sagt:
Matt 7,17 „So bringt jeder gute Baum gute Früchte, aber der faule Baum bringt schlechte Früchte.“
  • Wenn unser Verhalten ständig Streit hervorbringt, sollten wir uns prüfen.
  • Wenn unsere Worte andere verletzen, sollten wir uns prüfen.
  • Wenn wir immer Recht behalten müssen, sollten wir uns prüfen.
  • Wenn wir voller Neid oder Eifersucht sind, sollten wir uns prüfen.
  • Wenn wir unversöhnlich bleiben, sollten wir uns prüfen.
Denn der Geist Gottes führt uns in eine andere Richtung. Der Apostel Paulus beschreibt die Frucht des Geistes:
Gal 5,22–23 „Die Frucht des Geistes aber ist: Liebe, Freude, Friede, Langmut, Freundlichkeit, Güte, Treue, Sanftmut, Enthaltsamkeit.“

Diese Frucht werden wir in einem der nächsten Kapitel ausführlicher betrachten.


9. Der Wandel im Geist gehört zu unserer himmlischen Berufung.

Nun wollen wir zum großen Thema unserer Predigtserie zurückkehren:

„Leben als Kinder Gottes – unsere himmlische Berufung.“

Warum ist dieses Thema Fleisch und Geist für unsere himmlische Berufung so wichtig? Weil der Vater uns nicht nur retten möchte. Er bereitet uns auf etwas vor. Wir haben im vergangenen Kapitel gesehen:
Röm 8,28–29 „Wir wissen aber, dass denen, die Gott lieben, alle Dinge zum Besten dienen, denen, die nach dem Vorsatz berufen sind. Denn die er zuvor erkannt hat, die hat er auch vorherbestimmt, dem Bilde seines Sohnes gleichförmig zu sein, damit er der Erstgeborene sei unter vielen Brüdern.“

Das Ziel des Vaters ist die Gleichgestaltung mit seinem Sohn.
Und genau dazu dient der Wandel im Geist. Jedes Mal, wenn wir dem Geist folgen statt dem Fleisch, geschieht etwas in uns. Unser Charakter wird geformt. Unsere Gesinnung verändert sich. Wir lernen Gehorsam. Wir lernen Demut. Wir lernen Liebe. Wir lernen Treue. Wir lernen Selbstverleugnung. Wir lernen, nicht für uns selbst zu leben. So gebraucht der Vater unseren Alltag als Schule.

10. Unsere Verantwortung.

Wir dürfen dabei zwei Fehler vermeiden.
  • Der erste Fehler wäre zu sagen:
    „Ich muss mich aus eigener Kraft verändern.“ Das führt entweder zu Stolz oder zur Verzweiflung.
  • Der zweite Fehler wäre zu sagen:
    „Der Heilige Geist muss eben alles tun.“ Dann werden wir passiv.
Die Schrift zeigt uns einen anderen Weg. Gott hat uns seinen Geist gegeben. Aber wir sollen: im Geist wandeln. Gott gibt uns Kraft. Aber wir sollen: durch den Geist die Handlungen des Leibes töten.

Gott hat uns neues Leben gegeben. Aber wir sollen: unser Fleisch mit seinen Leidenschaften und Begierden kreuzigen. Gott wirkt in uns. Und wir antworten ihm mit Glauben und Gehorsam. Das ist unsere tägliche Entscheidung.

11. Schlussgedanke - Wem geben wir heute Raum?

Liebe Geschwister, am Ende dieser Botschaft steht eine sehr persönliche Frage: Wem geben wir in unserem Leben Raum?
  • Dem Fleisch?
  • Oder dem Geist Gottes?
Wir werden, solange wir in diesem Leib leben, immer wieder mit den Begierden des Fleisches konfrontiert werden. Aber wir sind ihnen nicht mehr ausgeliefert. Wir sind Kinder Gottes. Wir haben den Geist der Sohnschaft empfangen. Der Geist Gottes wohnt in uns. Und deshalb können wir einen neuen Weg gehen.
Nicht weil wir aus uns selbst stark wären. Sondern weil Gott uns durch seinen Geist Kraft gibt.
Der Apostel Paulus sagt nicht: Versucht möglichst stark gegen das Fleisch zu kämpfen.
Er sagt: Gal 5,16 „Wandelt im Geist, und ihr werdet die Begierde des Fleisches nicht erfüllen.“

Darin liegt der Schlüssel. Unser Blick soll nicht ständig auf das Fleisch gerichtet sein. Unser Blick soll auf Gott gerichtet sein.
Wir sollen uns seinem Geist zur Verfügung stellen. Wir sollen lernen, auf seine Führung zu achten. Und wir sollen täglich die Entscheidung treffen: Nicht mein Wille, sondern dein Wille, Vater.

Der Vater wird durch seinen Geist Schritt für Schritt das in uns hervorbringen, was seinem Herzen entspricht.
Unser Denken wird verändert. Unsere Reaktionen werden verändert. Unsere Beziehungen werden verändert. Unser Charakter wird verändert. Und immer mehr wird in unserem Leben sichtbar werden, wem wir gehören.

Das ist der Weg unserer himmlischen Berufung.
Der Vater hat uns geboren. Er hat uns den Geist der Sohnschaft gegeben. Er hat uns in den Leib Christi hineingestellt. Er erzieht und formt uns.

Und nun ruft er uns dazu auf, jeden Tag in der Kraft seines Geistes zu leben.
Darum wollen wir uns immer wieder selbst prüfen:
  • Wo reagiere ich noch aus dem Fleisch?
  • Wo suche ich noch mich selbst?
  • Wo halte ich an meinem eigenen Willen fest?
  • Wo widerstehe ich der Führung des Geistes Gottes?
Wir sind berufen, dem Ebenbild des Erstgeborenen Sohnes Gottes gleichgestaltet zu werden. Und deshalb gilt für uns jeden Tag aufs Neue:
Gal 5,25 „Wenn wir durch den Geist leben, so lasst uns durch den Geist wandeln!“

AMEN.

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Reinhold Thalhofer
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Adnan Krikor
Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus, die Liebe Gottes und die Kraft des Heiligen Geistes, der uns Gemeinschaft untereinander und mit Gott schenkt, sei mit uns allen!

Reinhold Thalhofer und Adnan Krikor,

Knechte Jesu Christi nach dem Willen unseres himmlischen Vaters, in der Kraft des Heiligen Geistes.