|
|
Leben als Kinder Gottes.
|
|
|
|
heute geht es weiter mit unserer neuen Lehrserie unter dem Titel:
|
„Leben als Kinder Gottes – unsere himmlische Berufung.“
Kapitel 9: Die Hoffnung unserer Berufung.
Die heutige Botschaft gliedern wir wie folgt:
|
- Einleitung – Der Blick nach vorn mitten im Kampf.
- Ohne Hoffnung kein tragfähiger Glaube.
- Unsere Hoffnung hat ein festes Ziel: das unvergängliche Erbe.
- Die Herrlichkeit als Ziel unserer Berufung.
- Der Weg zur Herrlichkeit führt über Bewährung.
- Die Hoffnung – ein sicherer Anker der Seele.
- Falsche und wahre Hoffnung.
- Wie die Hoffnung unseren Alltag heute prägt.
- Schlussgedanke - Von der Hoffnung getragen, der Herrlichkeit entgegen.
|
|
|
1. Einleitung - Der Blick nach vorn mitten im Kampf.
|
In der letzten Botschaft haben wir den geistlichen Kampf des Christen gemeinsam studiert.
|
|
Wir haben gesehen: Wir kämpfen aus unserer Stellung heraus.
|
|
Wie letzten Sonntag angekündigt, wollen wir uns heute mit dem Thema beschäftigen: Die Hoffnung unserer Berufung. Denn gerade mitten im Kampf braucht das Herz eines Kindes Gottes einen festen Ausblick. Ein Soldat, der nicht weiß, wofür er kämpft, wird müde. Ein Christ, der nicht weiß, worauf er hofft, wird mutlos.
|
Darum stellt sich heute die Frage: Worauf gründet sich unsere Hoffnung – und warum ist sie so entscheidend für ein Leben als Kind Gottes?
|
Wir haben in dieser Predigtreihe bereits gesehen, wer ein Kind Gottes ist, welche Stellung es als Sohn und Erbe hat, wie es im Geist statt im Fleisch wandelt und wie es der Gesinnung Christi ähnlicher wird. All das ist bereits gegenwärtige Wirklichkeit. Und doch ist noch nicht alles vollendet. Genau an dieser Stelle setzt die Hoffnung an: Sie überbrückt die Spannung zwischen dem, was wir jetzt schon sind, und dem, was wir einst vollständig sein werden.
|
2. Ohne Hoffnung kein tragfähiger Glaube.
|
Der Hebräerbrief beschreibt den Glauben mit den Worten:
|
|
Heb 11,1 „Der Glaube aber ist eine Verwirklichung dessen, was man hofft, eine Überzeugung von Dingen, die man nicht sieht.“
|
|
Glaube und Hoffnung gehören also zusammen.
|
|
Glaube ohne Hoffnung hätte kein Ziel, auf das er sich richten könnte. Deshalb spricht der Apostel Paulus in Eph 4,4 ganz bewusst von „einer Hoffnung eurer Berufung“.
|
Eph 4,4-6 „Ein Leib und ein Geist, wie ihr auch berufen seid zu einer Hoffnung eurer Berufung; 5 ein Herr, ein Glaube, eine Taufe; 6 ein Gott und Vater aller, über allen und durch alle und in euch allen.“
|
|
Unsere Berufung – von der die letzten Kapitel handelten – trägt in sich bereits eine Hoffnung.
|
|
Wer seine Berufung kennt, dem ist damit zugleich eine klare Zukunftsperspektive geschenkt.
|
|
Wie ernst Gott das Fehlen dieser Hoffnung nimmt, zeigt die Beschreibung des Menschen ohne Christus:
|
|
Eph 2,12 „... dass ihr in jener Zeit ohne Christus wart, ausgeschlossen von der Bürgerschaft Israels und fremd den Bündnissen der Verheißung; ihr hattet keine Hoffnung und wart ohne Gott in der Welt.“
|
|
Hoffnungslosigkeit ist demnach kein bloßes Gefühl, sondern die natürliche Lage eines Menschen, der ohne Gott lebt.
|
|
Auch beim Sterben ungläubiger Menschen beschreibt die Schrift diesen Zustand so: sie seien „die keine Hoffnung haben“ (1 Thess 4,13).
|
|
Wie anders ist es bei einem Kind Gottes! Wer aus Gott geboren ist, dem ist eine lebendige, tragfähige Hoffnung geschenkt – nicht ein frommer Wunsch, sondern eine gewisse Zusage Gottes.
|
3. Unsere Hoffnung hat ein festes Ziel: Das unvergängliche Erbe.
|
Der Apostel Petrus beschreibt, worauf sich diese Hoffnung konkret richtet:
|
|
1 Petr 1,3 „Gepriesen sei der Gott und Vater unseres Herrn Jesus Christus, der nach seiner großen Barmherzigkeit uns wiedergeboren hat zu einer lebendigen Hoffnung durch die Auferstehung Jesu Christi aus den Toten …“
|
|
Unsere Hoffnung ist also nicht in uns selbst begründet, sondern in einer geschichtlichen Tatsache: der Auferstehung Jesu Christi. Weil der Vater seinen Sohn aus den Toten auferweckt hat, ist unsere Hoffnung keine Vermutung, sondern eine feste Größe.
|
|
Der Apostel Petrus fährt fort und beschreibt das Ziel dieser Hoffnung als ein 1.Petr 1,4 „unvergängliches und unbeflecktes und unverwelkliches Erbteil, das in den Himmeln aufbewahrt ist“.
|
|
Was ist das für ein Erbe? Es ist nichts weniger als die Rettung „in ihrem ganzen Umfang“, die am Ende der Zeit offenbart wird.
|
|
Wir sind zwar bereits errettet und haben den Geist Gottes als Unterpfand empfangen – aber das ist erst die Anzahlung.
|
|
Vollendet wird unser aber Heil erst dann, wenn unser Geist völlig unbefleckt ist und wir einen neuen, himmlischen Leib empfangen. Bis dahin werden wir
|
|
1.Petr 1,5 „in der Kraft Gottes durch Glauben bewahrt“.
|
Diese Hoffnung ist somit weder vage noch beliebig. Sie hat einen Namen, einen Grund und ein Ziel: Gott selbst, der Vater, der uns durch die Auferstehung seines Sohnes zu dieser Hoffnung wiedergeboren hat.
|
4. Die Herrlichkeit als Ziel unserer Berufung.
|
Immer wieder verbindet die Schrift unsere Hoffnung mit einem Wort: Herrlichkeit.
|
|
Schon in Rö 8,29-30 haben wir gesehen, dass Gott uns dazu vorherbestimmt hat, dem Bild seines Sohnes gleichgestaltet zu werden. Der Apostel Paulus führt diesen Gedanken bis zur Vollendung:
|
|
Kol 3,4 „Wenn aber Christus, euer Leben, offenbar wird, dann werdet ihr auch offenbar werden mit ihm in Herrlichkeit.“
|
|
Und im zweiten Thessalonicherbrief lesen wir, wozu wir eigentlich berufen wurden:
|
|
2 Thes 2,14 „… wozu er euch berufen hat durch unser Evangelium, damit ihr die Herrlichkeit unseres Herrn Jesus Christus erlangt.“
|
|
Auch der Apostel Paulus selbst richtete sein ganzes Leben auf dieses Ziel aus:
|
|
Phil 3,14 „Ich jage auf das Ziel zu, hin zu dem Kampfpreis der Berufung Gottes nach oben in Christus Jesus.“
|
Unsere Berufung endet also nicht im Grab. Sie endet in Herrlichkeit. Wer das begreift, lebt nicht mehr zufällig oder getrieben. Er weiß: Ich bin berufen, ich gehöre nicht mir selbst, mein Leben steht in einem größeren, ewigen Zusammenhang.
|
5. Der Weg zur Herrlichkeit führt über Bewährung.
|
Nun stellt sich die Frage: Wie kommen wir von hier – aus unserem irdischen Alltag mit seinen Mühen – dorthin, zur zukünftigen Herrlichkeit?
|
|
Die Schrift beantwortet diese Frage nicht, indem sie das Leid übergeht, sondern indem sie ihm einen Sinn gibt.
|
|
Der Apostel Petrus schreibt, dass wir uns freuen dürfen, auch wenn wir jetzt eine kurze Zeit Prüfungen verschiedenster Art durchmachen müssen.
|
1 Petr 1,6-7 „6 Dann werdet ihr euch jubelnd freuen, die ihr jetzt eine kurze Zeit, wenn es sein muss, traurig seid in mancherlei Anfechtungen, 7 damit die Bewährung eures Glaubens (der viel kostbarer ist als das vergängliche Gold, das doch durchs Feuer erprobt wird) Lob, Ehre und Herrlichkeit zur Folge habe bei der Offenbarung Jesu Christi.“
|
|
Der Apostel Paulus beschreibt denselben göttlichen Kreislauf in seinem Brief an die Römer:
|
|
Rö 5,3-4 „… wir rühmen uns auch der Bedrängnisse, da wir wissen, dass die Bedrängnis Ausharren bewirkt, das Ausharren aber Bewährung, die Bewährung aber Hoffnung.“
|
|
Hier zeigt sich der göttliche Kreislauf unserer Hoffnung:
|
|
Die Hoffnung auf die zukünftige Herrlichkeit erfüllt uns mit Freude. Diese Freude ermöglicht es uns, auch die Bedrängnisse mit Ausharren zu tragen. Das Ausharren führt zur Bewährung unseres Glaubens. Und die Bewährung wiederum festigt die Hoffnung, die uns von Anfang an getragen hat.
|
|
Ohne Leiden gibt es also keine Bewährung, und ohne Bewährung keine Festigung dieser Hoffnung.
|
|
Doch am Ende steht nicht das Leiden, sondern die Herrlichkeit.
|
|
Wichtig ist dabei: Wir werden in dieser Hoffnung nicht enttäuscht.
|
|
Rö 5,5 „... denn die Liebe Gottes ist ausgegossen in unsere Herzen durch den Heiligen Geist, der uns gegeben worden ist.“
|
|
Unsere Hoffnung ruht also nicht auf unserer eigenen Standhaftigkeit, sondern auf der bezeugten Liebe des Vaters.
|
|
Wir haben bereits gesehen, wie der Vater uns erzieht und formt, so wie er es einst bei Josef getan hat. Josefs Weg führte durch Grube, Sklaverei und Gefängnis, bevor er zur Erhöhung kam. Sein Leid war kein Zufall, sondern Vorbereitung.
|
|
Genauso ist es bei uns: Der Vater vergeudet keine Bedrängnis. Jede Prüfung, jede Enttäuschung, jede Zurücksetzung wird in seiner Hand zu einem Werkzeug, das unsere Hoffnung festigt und uns dem Bild seines Sohnes ähnlicher macht.
|
6. Die Hoffnung - ein sicherer Anker der Seele.
|
Ein Anker gibt einem Schiff auch im Sturm Halt, weil er nicht im Wasser selbst befestigt ist, sondern im festen Meeresgrund.
|
|
Genauso beschreibt der Hebräerbrief unsere Hoffnung:
|
Heb 6,19-20 „Diese Hoffnung halten wir fest als einen sicheren und festen Anker der Seele, der auch hineinreicht ins Innere, hinter den Vorhang, 20 wohin Jesus als Vorläufer für uns eingegangen ist, der Hoherpriester in Ewigkeit geworden ist nach der Weise Melchisedeks.“
|
|
Unsere Hoffnung ist nicht an unsere Umstände gebunden, sondern reicht bis in den Himmel selbst hinein – bis dorthin, wo der Herr Jesus als unser Vorläufer bereits eingegangen ist. Deshalb kann diese Hoffnung nicht wanken, selbst wenn unser äußeres Leben ins Wanken gerät.
|
|
Sie gibt dem Herzen innere Festigkeit, die nicht von Gesundheit, Erfolg, Besitz oder menschlicher Anerkennung abhängt.
|
|
Wer weiß, wohin er gehört und wozu er berufen ist, wird nicht bei jedem Gegenwind erschüttert.
|
|
Schwierigkeiten, Widerstände oder Unsicherheiten verlieren ihre zerstörende Kraft, wenn das Herz an diesem Anker festgemacht ist.
|
7. Falsche Hoffnung und wahre Hoffnung.
|
Hoffnung klingt für die meisten Menschen zunächst einmal gut. Aber die entscheidende Frage lautet: Hoffnung worauf?
|
|
Viele Menschen setzen ihre Hoffnung auf Gesundheit, einen guten Job, Wohlstand, ein langes Leben, einen passenden Partner, etc.
|
|
Das sind an sich keine falschen Anliegen – aber wenn sie zur eigentlichen Hoffnung unseres Lebens werden, haben wir bereits verloren.
|
|
Denn all das ist vergänglich, unsicher und kann uns jederzeit entzogen werden.
|
|
Die Schrift warnt deutlich vor einer solchen Hoffnung.
|
|
Spr 10,28 „Das Warten der Gerechten wird Freude werden, aber die Hoffnung der Gottlosen wird verloren sein.“
|
|
Eine Hoffnung, die sich nur auf das Irdische richtet, trägt am Ende nicht. Nur eine Hoffnung, die im Vater selbst gegründet ist, hält stand.
|
|
Rö 15,13 „Der Gott der Hoffnung aber erfülle euch mit aller Freude und allem Frieden im Glauben, damit ihr überreich seid in der Hoffnung durch die Kraft des Heiligen Geistes.“
|
|
Wahre Hoffnung kommt also nicht aus unseren Umständen, sondern von Gott, dem Vater selbst, und wird durch seinen Geist in uns gewirkt und gestärkt.
|
|
Auch der Prediger stellt fest, dass es Hoffnung gibt, solange ein Mensch lebt Pred 9,4 „Denn für jeden, der noch zu den Lebenden gehört, gibt es Hoffnung; denn ein lebendiger Hund ist besser daran als ein toter Löwe.“
|
|
Doch diese allgemeine Feststellung reicht für ein Kind Gottes nicht aus. Unsere Hoffnung ist nicht bloß, dass noch etwas möglich ist, solange wir atmen.
|
8. Wie die Hoffnung unseren Alltag heute prägt.
|
Diese Hoffnung ist keine ferne, wirkungslose Theorie. Sie prägt bereits heute, wie ein Kind Gottes lebt. Der Apostel Johannes schreibt:
|
|
1 Joh 3,2 „… wir wissen, dass wir, wenn es offenbar werden wird, ihm gleich sein werden, denn wir werden ihn sehen, wie er ist.“
|
Und direkt im Anschluss zieht er die praktische Folgerung: 1 Joh 3,3 „Und jeder, der diese Hoffnung auf ihn hat, reinigt sich, gleichwie auch Er rein ist.“
|
|
Die Hoffnung auf die Herrlichkeit ist also keine bloße Zukunftsvertröstung. Sie hat eine reinigende Wirkung im Hier und Heute. Wer weiß, dass er Christus gleichgestaltet werden soll, kann nicht gleichgültig gegenüber Sünde in seinem Leben bleiben.
|
Deshalb ruft uns der Apostel Paulus auf: Kol 3,2 „Trachtet nach dem, was droben ist, nicht nach dem, was auf Erden ist.“
|
|
Das bedeutet nicht Weltflucht, sondern eine klare Ausrichtung des Herzens. Unsere Berufung, unsere Prioritäten, unser Umgang mit Rückschlägen, unser Reden, unsere Geduld im Alltag – all das wird von der Frage bestimmt, worauf wir wirklich hoffen.
|
|
Wer seine himmlische Hoffnung verloren hat, wird schnell vom Irdischen überwältigt.
|
Wer aber weiß, wozu Gott ihn bestimmt hat, bleibt ausgerichtet – auch mitten in Belastungen, Krankheit, Enttäuschung oder Verlust.
|
9. Schlussgedanke: Von der Hoffnung getragen, der Herrlichkeit entgegen.
|
Wir sind Kinder Gottes mit einer himmlischen Berufung.
|
|
Diese Berufung trägt in sich eine feste Hoffnung: die Hoffnung auf ein unvergängliches Erbe, auf die Herrlichkeit, die uns mit Christus verheißen ist. Diese Hoffnung ist kein frommer Wunsch, sondern ein sicherer Anker der Seele, gegründet in der Auferstehung Jesu Christi und bewahrt durch die Kraft Gottes, unseres Vaters.
|
|
Diese Hoffnung nimmt uns das Leid dieser Zeit nicht weg – aber sie gibt ihm einen Sinn:
|
|
Bedrängnis bewirkt Ausharren, Ausharren Bewährung, Bewährung Hoffnung. Und diese Hoffnung wird uns nicht zuschanden werden lassen.
|
|
Darum dürfen wir – was auch immer kommt – den Blick nach oben richten. Nicht resigniert, sondern mit Freude und Zuversicht. Denn was uns erwartet, übersteigt alles, was wir heute erleiden oder entbehren.
|
|
Und damit führt uns diese Botschaft unmittelbar zum letzten Kapitel unserer Reihe: „Die Herrlichkeit, die an uns offenbart werden soll.“
|
|
Dort wollen wir sehen, was dieses Erbe, auf das wir hoffen, tatsächlich bedeutet – und wie groß die Liebe des Vaters ist, der uns zu solch einer Hoffnung berufen hat.
|
Halte fest an deiner Hoffnung.
|
- Sie ist sicher.
- Sie ist fest.
- Und sie wird dich nicht enttäuschen.
AMEN.
|
|
|
|
|
|
|
Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus, die Liebe Gottes und die Kraft des Heiligen Geistes, der uns Gemeinschaft untereinander und mit Gott schenkt, sei mit uns allen!
|
Reinhold Thalhofer und Adnan Krikor,
|
Knechte Jesu Christi nach dem Willen unseres himmlischen Vaters, in der Kraft des Heiligen Geistes.
|
|
|
|
|
|
|
|
|