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Kennst Du Deine Berufung?

Das Wort Gottes – Person & Ausdruck

heute studieren wir anhand des Wortes Gottes folgendes Thema:

Kennst Du Deine Berufung?

Woran erkenne ich, wozu ich berufen bin?

Diese Botschaft gliedern wir über folgende Kapitel:
  1. Ein gefangener Apostel – ein freier Ruf
  2. Was bedeutet „Berufung“ wirklich?
  3. Der würdige Wandel – das Wesen unserer Berufung
  4. Die Einheit des Geistes – kein Menschenwerk
  5. Die siebenfache Grundlage unserer Berufung
  6. Beruf und Berufung – zwei verschiedene Ebenen
  7. Die Hoffnung unserer Berufung
  8. Ein Gott und Vater – das Ziel unserer Berufung

1. Ein gefangener Apostel – ein freier Ruf

Der Apostel Paulus schreibt an die Epheser in Kapitel 4 über die Berufung nicht als freier Mann, sondern als Gefangener.
Eph 4,1 „Ich ermahne euch nun, ich, der Gebundene im Herrn, dass ihr der Berufung würdig wandelt, mit der ihr berufen worden seid.“

Er war kein freier Prediger mehr.
Er stand unter Bewachung. Er war juristisch ein Gefangener des Römischen Reiches.
Doch bemerkenswert ist:
Er schreibt
  • nicht „Gefangener Roms“.
  • Nicht „Gefangener des Kaisers“.
  • Nicht „Opfer der Juden“.
Er schreibt: „der Gebundene im Herrn“. Das zeigt: Er sieht seine Umstände geistlich.

Der Apostel Paulus wusste:
  • Menschen hatten ihn angeklagt.
  • Menschen hatten ihn verhaftet.
  • Menschen hielten ihn fest.
Aber letztlich stand alles unter der Souveränität Gottes.

Seine Gefangenschaft war kein Zufall. Sie war kein Scheitern seines Dienstes. Sie war Teil der Führung Gottes.

Darum bezeichnet er sich bewusst nicht als Gefangener der Politik, sondern als „Gebundener im Herrn“ – das heißt: Seine Bindung stand in Beziehung zu seinem Dienst für Christus.

Der Ausdruck „im Herrn“ ist entscheidend.
Er bedeutet:
  • Seine Gefangenschaft geschah wegen seines Zeugnisses.
  • Sie war verbunden mit seiner Zugehörigkeit zu Christus.
  • Sie war eingebettet in Gottes Heilsplan.
Er war ein Gebundener – aber seine Bindung war Christus gewidmet. Äußerlich gefesselt – innerlich getragen. Begrenzt im Raum – unbegrenzt im Auftrag.

Gerade aus der Gefangenschaft schrieb er:
  • Epheser
  • Philipper
  • Kolosser
  • Philemon
Die Ketten stoppten seinen Leib – aber nicht das Wort.

„Gebundener im Herrn“ bedeutet auch: Er war nicht gebunden an Rom – sondern an Christus. Nicht gebunden an Menschen – sondern an den Willen Gottes.

Das ist ein tiefes geistliches Prinzip:
Ein Gläubiger kann äußerlich eingeschränkt sein – aber innerlich völlig frei.
Viele sind äußerlich frei – aber innerlich gebunden in Angst oder Menschenfurcht.

Der Apostel Paulus war äußerlich gebunden –
aber innerlich frei, weil er im Herrn war.

Er sitzt in Ketten – aber er spricht von Würde. Er ist äußerlich gebunden – aber er erinnert an eine himmlische Berufung.

Das zeigt uns bereits etwas Entscheidendes: Unsere Berufung hängt nicht von äußeren Umständen ab. Sie ist nicht an Freiheit, Wohlstand oder eine bestimmte Lebensphase gebunden. Unsere Berufung besteht selbst dann, wenn wir krank, alt, missverstanden oder eingeschränkt sind.

Viele Christen fragen heute: „Was ist meine Berufung?“

Aber der Apostel Paulus fragt nicht:
  • „Habt ihr eure Berufung schon entdeckt?“
Er sagt:
  • „Wandelt würdig der Berufung.“
Das bedeutet: Die Berufung steht fest. Die Frage ist nicht, ob du sie findest – sondern ob du ihr würdig lebst.


2. Was bedeutet „Berufung“ wirklich?

Die Bibel versteht unter Berufung keinen Karriereweg, sondern einen göttlichen Ruf in eine neue Stellung vor Gott.
Heb 3,1 „Daher, heilige Brüder, Teilhaber der himmlischen Berufung, betrachtet den Apostel und Hohen Priester unseres Bekenntnisses, Jesus.“

Berufung ist:
  • ein Ruf Gottes
  • in eine himmlische Stellung
  • in Gemeinschaft mit Ihm
  • in Gleichgestaltung dem Bild Seines Sohnes
Rö 8,29 „Denn die er zuvor ersehen hat, die hat er auch vorherbestimmt, dem Ebenbild seines Sohnes gleichgestaltet zu werden, damit er der Erstgeborene sei unter vielen Brüdern.“

Hier sehen wir das Ziel der Berufung: Gleichgestaltung dem Sohn.

Unsere Berufung ist nicht:
  • Lehrer zu werden
  • Prediger zu werden
  • Missionar zu werden
  • Unternehmer zu werden
Unsere Berufung ist: Dem Bild des Sohnes gleichgestaltet zu werden. Alles andere ist sekundär.


3. Der würdige Wandel - das Wesen unsere Berufung

Eph 4,2–3 „mit aller Demut und Sanftmut, mit Langmut, einander in Liebe ertragend und euch befleißigend, die Einheit des Geistes zu bewahren durch das Band des Friedens.“

Berufung zeigt sich nicht zuerst im Tun, sondern im Sein.
Er nennt:
  • Demut
  • Sanftmut
  • Langmut
  • Liebe
  • Frieden
Das sind keine Berufsqualifikationen. Das sind Wesenszüge.

Viele denken: „Wenn ich nur wüsste, was Gott von mir will!“
Aber Gott hat es klar gesagt:
Er will

  • Demut
  • Sanftmut
  • Liebe.
Wer diese Dinge lebt, der lebt bereits seine Berufung.


4. Die Einheit des Geistes - kein Menschenwerk

Eph 4,3 „… die Einheit des Geistes zu bewahren durch das Band des Friedens.“
Der Apostel Paulus schreibt nicht: Einheit des Geistes herstellen, organisieren oder konstruieren.
Er schreibt: Die Einheit des Geistes bewahren.

Die Einheit des Geistes ist bereits da. Sie ist eine geistliche Realität. Sie ist nicht das Ergebnis ökumenischer Bemühungen, sondern das Werk Gottes.

Die Gemeinde – das himmlische Volk Gottes – ist ein Leib und eine geistliche Einheit.
Eph 4,4 „Ein Leib und ein Geist, wie ihr auch berufen worden seid zu einer Hoffnung eurer Berufung.“

Unsere Berufung ist untrennbar verbunden mit diesem einen Leib.
Wer berufen ist, gehört dazu. Die Einheit basiert nicht auf Sympathie. Nicht auf Organisation. Nicht auf Emotion. Sondern auf göttlicher Berufung.

Nun könnte jemand fragen: Warum müssen wir die Einheit des Geistes bewahren, wenn sie doch unabhängig von uns existiert?

Die Antwort liegt in der Unterscheidung zwischen göttlicher Realität und menschlicher Verantwortung.

Die Einheit des Geistes ist tatsächlich eine geistliche Tatsache. Gott hat durch Seinen Geist einen Leib, ja den Leib Christi gebildet.
Eph 4,4 sagt: „Ein Leib und ein Geist …“
nicht: „Ihr sollt ein Leib werden“, sondern: „Ein Leib ist.“

Diese Einheit entsteht nicht durch unser Bemühen. Sie hängt nicht von unserer Stimmung ab. Sie wird nicht durch Organisation erzeugt. Sie ist Gottes Werk.

Aber:
Was Gott geistlich geschaffen hat, soll durch unser Verhalten praktisch sichtbar bleiben. Die Einheit existiert objektiv – aber ihre Darstellung kann subjektiv beschädigt werden.

Ein kleiner Vergleich:
Ein natürlicher Leib ist eine Einheit. Wenn ein Glied entzündet ist oder gegen ein anderes arbeitet, hört der Leib nicht auf, ein Leib zu sein. Aber die Harmonie und Funktionsfähigkeit werden gestört.

So ist es auch mit der Einheit des Geistes.

Wir bewahren sie nicht, indem wir sie erzeugen, sondern indem wir sie nicht durch Stolz, Streit, Parteigeist oder Lieblosigkeit untergraben. Darum stellt der Apostel Paulus in Eph 4,2 zuerst den Charakter voran:
Demut, Sanftmut, Langmut, Liebe und Friede

Ohne diese Haltungen wird die bestehende Einheit praktisch zerrieben.

Die Einheit ist also unabhängig von uns in ihrer Existenz – aber nicht unabhängig von uns in ihrer Darstellung. Gott hat sie geschaffen. Wir tragen Verantwortung, sie nicht zu beschädigen.

Darum heißt es:
Eph 4,3 „… euch befleißigend, die Einheit des Geistes zu bewahren durch das Band des Friedens.“
  • Nicht herstellen – sondern bewahren.
  • Nicht produzieren – sondern schützen.
  • Nicht konstruieren – sondern hüten.
Die Einheit ist Gottes Werk.
Ihre Bewahrung ist unser Gehorsam.


5. Die siebenfache Grundlage unsere Berufung

In Eph 4,4–6 nennt der Apostel Paulus sieben „Eins“-Aussagen:
„Ein Leib und ein Geist, wie ihr auch berufen worden seid zu einer Hoffnung eurer Berufung; ein Herr, ein Glaube, eine Taufe; ein Gott und Vater aller, der über allen und durch alle und in allen ist.“

1. Ein Leib
Die Gemeinde ist kein Verein. Sie ist ein lebendiger Organismus.

2. Ein Geist
Der Geist Gottes wirkt in allen Gläubigen.

3. Eine Hoffnung
Nicht viele Lebensziele – eine Hoffnung.

4. Ein Herr
Nicht viele Autoritäten – eine.

5. Ein Glaube
Nicht viele Wahrheiten – ein überlieferter Glaube.

6. Eine Taufe
1.Kor 12,13 „Denn in einem Geist sind wir alle zu einem Leib getauft worden.

7. Ein Gott und Vater aller
Der eine Gott ist der Vater des Christus – des Erstgeborenen und seiner Brüder, die als Glieder zu seinem Leib gehören.

Hier sehen wir: Berufung ist kein individuelles Projekt. Sie ist Einfügung in Gottes Heilsplan.


6. Beruf und Berufung - 2 verschiedene Ebenen

Beruf ist das Mittel zum Lebensunterhalt. Berufung ist der Ruf Gottes in Seine Gemeinschaft.

Der Apostel Paulus selbst ist ein Beispiel: Er war vom Beruf her ein Zeltmacher.
Apg 18,1-3 „1 Danach aber verließ Paulus Athen und kam nach Korinth.
2 Und dort fand er einen Juden namens Aquila, aus Pontus gebürtig, der vor Kurzem mit seiner Frau Priscilla aus Italien gekommen war, weil Claudius befohlen hatte, dass alle Juden Rom verlassen sollten; zu diesen ging er,
3 und weil er das gleiche Handwerk hatte, blieb er bei ihnen und arbeitete; sie waren nämlich von Beruf Zeltmacher."

Vor seiner Bekehrung verfolgte er die Gemeinde.
Apg 8,3 „Saulus aber verwüstete die Gemeinde, drang überall in die Häuser ein, schleppte Männer und Frauen fort und brachte sie ins Gefängnis.“

Nach seiner Berufung verkündigte er das Evangelium des Christus.
Gal 1,15–16 „15 Als es aber Gott, der mich vom Mutterleib an ausgesondert und durch seine Gnade berufen hat, wohlgefiel,
16 seinen Sohn in mir zu offenbaren, damit ich ihn durch das Evangelium unter den Heiden verkündigte, ging ich sogleich nicht mit Fleisch und Blut zurate,"

Sein Handwerk war neutral. Seine religiöse Tätigkeit war verkehrt. Seine göttliche Berufung war heilig.

Gott hat:
  • nicht sein Handwerk zerstört
  • nicht seine Bildung ausgelöscht
  • sondern alles neu ausgerichtet.
Seine Berufung war himmlisch. Sein Beruf war handwerklich. Beides konnte nebeneinander bestehen.


7. Die Hoffnung unsere Berufung

Eph 4,4 „… berufen zu einer Hoffnung eurer Berufung.“
Berufung hat Zukunft.

Phil 3,14 „Ich jage auf das Ziel zu, hin zu dem Kampfpreis der Berufung Gottes nach oben in Christus Jesus.“
Unsere Berufung endet nicht im Grab.

Sie endet in Herrlichkeit.
2.Thes 2,14 "wozu er euch berufen hat durch unser Evangelium, damit ihr die Herrlichkeit unseres Herrn Jesus Christus erlangt."

Berufung bedeutet:
  • Teilhaben an der Herrlichkeit.
  • Miterben sein.
  • Mit dem Erstgeborenen vereint sein.
Diese Hoffnung stabilisiert uns. Sie gibt unserem Leben eine innere Festigkeit, die nicht von äußeren Umständen abhängig ist. Wer weiß, wohin er gehört und wozu er berufen ist, wird nicht bei jedem Gegenwind erschüttert. Schwierigkeiten, Widerstände oder Unsicherheiten verlieren ihre zerstörende Kraft, wenn das Herz auf das Zukünftige ausgerichtet ist.

Wer seine Berufung kennt, verliert sich nicht im Irdischen. Er weiß, dass sein Leben mehr ist als Arbeit, Besitz, Anerkennung oder menschlicher Erfolg.
Das Irdische hat seinen Platz, aber es hat nicht mehr die Herrschaft über sein Herz.
Die Berufung Gottes
  • richtet den Blick nach oben und nach vorne.
  • ordnet Prioritäten neu.
  • bewahrt davor, sich in Nebensächlichkeiten zu verzetteln und
  • das Vorläufige zum Endgültigen zu machen.
Die Erkenntnis der Berufung schenkt Identität. Man lebt nicht mehr zufällig oder getrieben, sondern bewusst.
Man weiß:
  • Ich bin gerufen.
  • Ich gehöre nicht mir selbst.
  • Mein Leben steht in einem größeren Zusammenhang.
Diese Gewissheit schafft innere Ruhe und geistliche Klarheit.

Und gerade in Zeiten der Anfechtung wirkt diese Hoffnung wie ein Anker. Sie hält die Seele fest, wenn Umstände schwanken. Wer seine himmlische Perspektive verloren hat, wird schnell vom Irdischen überwältigt.
Wer aber weiß, wozu Gott ihn bestimmt hat, bleibt ausgerichtet.

So bewahrt uns die Hoffnung davor,
  • im Zeitlichen aufzugehen,
  • uns im Vergänglichen zu verlieren
  • und das Wesentliche aus dem Blick zu verlieren.


8. Ein Gott und Vater - das Ziel unsere Berufung

Eph 4,6 „ein Gott und Vater aller, der über allen und durch alle und in allen ist.“
Hier endet der Abschnitt nicht beim Sohn, nicht beim Geist, sondern beim Vater.
Er ist:
  • über allen
  • durch alle
  • in allen
Berufung führt zurück zum Ursprung. Wir sind nicht zufällig hier. Wir sind gerufen. Wir sind gewollt. Wir sind bestimmt. Nicht für eine Karriere. Nicht für Selbstverwirklichung. Nicht für religiöse Aktivität. Sondern für Gemeinschaft mit Gott, dem Vater.

Zum Schluss: Kennst du deine Berufung?
Lass uns die Frage neu stellen.
Nicht:
„Was soll ich beruflich tun?“
Sondern:
„Lebe ich würdig meiner himmlischen Berufung?“

  • Lebe ich in Demut?
  • Lebe ich in Sanftmut?
  • Bewahre ich die Einheit?
  • Richte ich mein Leben auf die eine Hoffnung aus?
Berufung ist kein Geheimcode. Sie ist im Wort Gottes klar offenbart.
Du bist berufen:
  • aus Gnade
  • zur Heiligkeit
  • zur Einheit
  • zur Hoffnung
  • zur Herrlichkeit
  • zur Gemeinschaft mit dem einen Gott und Vater
Die Frage ist nicht, ob Gott dich berufen hat. Er hat es getan. Die Frage ist:
Wandelst du würdig?


Möge Gott uns Gnade geben, dass wir nicht unser ganzes Leben damit verbringen, eine besondere Aufgabe zu suchen – während wir die klare himmlische Berufung vernachlässigen.

Kennst du jetzt deine Berufung? Dann lebe sie.

AMEN.

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Reinhold Thalhofer
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Adnan Krikor
Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus, die Liebe Gottes und die Kraft des Heiligen Geistes, der uns Gemeinschaft untereinander und mit Gott schenkt, sei mit uns allen!

Reinhold Thalhofer und Adnan Krikor,

Knechte Jesu Christi nach dem Willen unseres himmlischen Vaters, in der Kraft des Heiligen Geistes.