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Die Werke des Fleisches und die Frucht des Geistes im praktischen Leben | Teil 2

Lebe erlöst!

das Thema „Die Werke des Fleisches und die Frucht des Geistes im praktischen Leben“ auf Grundlage von Galater 5,16-26 ist ein kraftvolles und dauerhaftes Thema, das die grundsätzliche Spannung zwischen dem Leben im Fleisch und dem Leben im Geist in der Praxis des christlichen Lebens beleuchtet.

Wir wollen dieses Thema in einer Predigtserie vertiefen, so dass jeder von uns in seinem Alltag sensibilisiert wird und bleibt.

In Teil 1 haben wir gemeinsam den inneren Kampf zwischen unserem Fleisch und dem Geist Gottes in uns studiert. Wobei unser Fleisch unsere alte, gefallenen Natur repräsentiert.

Wir haben gesehen, dass zwischen unserem Fleisch und dem Geist Gottes eine ständige Spannung existiert, die dadurch entsteht, dass die Begierden des Fleisches im vollkommenem Widerspruch zu einem geheiligten Leben im Geist stehen.

Teil 2: Die Werke des Fleisches – Warum ist der Mensch so verdorben?

Den Schlüssel-Vers zum Teil 2 finden wir in folgender Schriftstelle:
Gal 5,19 „Offenbar aber sind die Werke des Fleisches; es sind: Unzucht, Unreinheit, Ausschweifung,
20. Götzendienst, Zauberei, Feindschaften, Hader, Eifersucht, Zornausbrüche, Selbstsüchteleien, Zwistigkeiten, Parteiungen,
21. Neidereien, Trinkgelage, Völlereien und dergleichen. Von diesen sage ich euch im voraus, so wie ich vorher sagte, daß die, die so etwas tun, das Reich Gottes nicht erben werden.“

Der Apostel Paulus beschreibt hier die Werke des Fleisches in ihrer Gesamtheit und offenbart ihre böse und zerstörerische Natur.

Heute, im Teil 2 nun wollen wir aus der Perspektive des Wortes Gottes verstehen, warum unsere alte Natur, die die Bibel unser Fleisch nennt, so verdorben ist und wie sie in der Lage ist, unser Leben und unsere Beziehungen zu zerstören.

Den Teil 2 unserer Predigtserie gliedern wir wie folgt:
  1. Warum ist der Mensch so verdorben?
  2. Was sind die Werke des Fleisches?

1. Warum ist der Mensch so verdorben?

Die Frage, warum der Mensch so verdorben ist, obwohl Gott ihn geschaffen hat, führt uns zu einem zentralen Thema der biblischen Lehre: dabei geht es um die Sünde und den freien Willen.
  • Die Schöpfung und der freie Wille des Menschen:
    In 1. Mose 1,27 wird beschrieben, dass der Mensch als Abbild Gottes geschaffen wurde, mit der Fähigkeit zu lieben, zu entscheiden und in Beziehung zu treten. Gott gab dem Menschen einen freien Willen, was bedeutet, dass der Mensch die Freiheit hatte, sich für das Gute oder das Böse zu entscheiden. Die Entscheidung zur Sünde war jedoch kein Teil von Gottes ursprünglichem Plan.
  • Der Sündenfall:
    Der Sündenfall in 1. Mose 3 zeigt, dass der Mensch sich bewusst gegen Gottes Gebot entschied. Sie glaubten dem Teufel - der sie belog und betrog - mehr als Gott, weil die Lügen des Teufels ihren Begierden sehr entgegen kamen.
    Adam und Eva glaubten dem Teufel, der ihnen sagte, dass Gott das Gebot: nicht vom Baum der Erkenntnis zu essen, nur deshalb gab, damit sie nicht Gott gleich würden. In ihrer Begierde waren sie Gott ungehorsam, wodurch Sünde in die Welt kam.
    Dieser Ungehorsam veränderte die Natur des Menschen vom Ebenbild Gottes in das Ebenbild Satans und brachte Trennung von Gott. Diese sündige Natur wurde auf die Nachkommen Adams und Evas übertragen.
    Römer 5,12 “Darum, wie durch einen Menschen die Sünde in die Welt gekommen ist und durch die Sünde der Tod und so der Tod zu allen Menschen durchgedrungen ist, weil sie alle gesündigt haben“
  • Das Fleisch und der Geist:
    In Galater 5,19-21 beschreibt Paulus die „Werke des Fleisches“ – also die Neigungen der menschlichen Natur, die von der Sünde gezeichnet ist.
    Diese verdorbene Natur steht im Gegensatz zu dem, was der Geist Gottes in einem Gläubigen hervorbringt (Galater 5,22-23).
    Der Mensch neigt aufgrund seiner gefallenen Natur zu den Werken des Fleisches, die sowohl die Beziehungen als auch das eigene Leben zerstören.
  • Gottes Lösung:
    Obwohl der Mensch durch die Sünde verdorben ist und dadurch das Schicksal seines geistlichen Vaters, Satan, verdient hat, der in die ewige Verdammnis geht und der verlorene Mensch mit ihm, hat Gott in seiner Liebe einen Rettungsplan entworfen.
    Durch Jesus Christus bietet der barmherzige Gott Erlösung und eine Erneuerung der menschlichen Natur an.
    2. Korinther 5,17 „Daher, wenn jemand in Christus ist, so ist er eine neue Schöpfung; das Alte ist vergangen, siehe, Neues ist geworden.“
    Der Heilige Geist befähigt den Gläubigen, ein Leben zu führen, das dem Willen Gottes entspricht und dadurch dem Erstgeborenen, Jesus Christus, immer ähnlicher zu werden.
  • Zusammengefasst:
    Der Mensch ist durch den freien Willen und den Sündenfall in einen Zustand der Verdorbenheit geraten, aber Gottes Plan der Erlösung durch Jesus Christus bietet die Wiederherstellung und die Möglichkeit, die Werke des Fleisches zu überwinden und aus der Kraft des Geistes Gottes ein Leben zu führen, das Gott wohlgefällig ist.

2. Was sind die Werke des Fleisches?

Die „Werke des Fleisches“, die Paulus in Galater 5,19-21 auflistet, umfassen sündige Handlungen und Einstellungen, die der verdorbenen, menschlichen Natur entspringen. Kein Mensch kann aus seiner Kraft heraus diese verdorbene Natur überwinden und so leben, wie es Gott wohlgefällig ist.

Nur durch die Neugeburt und die Hilfe des Heiligen Geistes sind wir in der Lage, die Werke des Fleisches zu überwinden und gemäß unserer neuen Natur - der Natur Gottes - zu leben.

Allerdings können auch neugeborene Gläubige im Fleisch wandeln - anstatt im Geist - und dadurch böse Einstellungen haben oder falsche Handlungen ausführen.

Diese Liste beschreibt verschiedene Formen der Sünde, die sowohl Beziehungen als auch das geistliche Leben zerstören.
  • Ehebruch („Porneia“)
    Bedeutung: Ursprünglich bezieht sich der Begriff auf außerehelichen Geschlechtsverkehr. Ehebruch ist eine Sünde gegen den Ehepartner und verletzt das heilige Bündnis der Ehe, das Gott als einen Bund zwischen Mann und Frau bestimmt hat.
    Tiefere Bedeutung: Ehebruch symbolisiert oft auch Untreue gegenüber Gott. Im Alten Testament wurde Götzendienst oft als geistlicher Ehebruch dargestellt (Hosea 2,2).
  • Unzucht („Akatharsia“)
    Bedeutung: Unzucht oder Unreinheit umfasst jegliche Form von sexueller Unmoral, die nicht nur Ehebruch, sondern auch andere sexuelle Verfehlungen wie vorehelichen Sex, homosexuelle Handlungen oder Pornografie einschließt.
    Tiefere Bedeutung: Unzucht steht für die Entweihung des Leibes, der im Neuen Testament als Tempel des Heiligen Geistes beschrieben wird (1. Korinther 6,19). Es geht nicht nur um physische Handlungen, sondern auch um unreine Gedanken und Absichten.
  • Ausschweifung („Aselgeia“)
    Bedeutung: Ausschweifung bezieht sich auf maßloses Verhalten, insbesondere in Bezug auf sexuelle Freizügigkeit oder exzessiven Lebensstil.
    Tiefere Bedeutung: Es ist eine Haltung der Rücksichtslosigkeit und Respektlosigkeit gegenüber moralischen Normen und den Gefühlen anderer Menschen.
    Diejenigen, die in Ausschweifung leben, zeigen keinen Respekt für göttliche Gebote.
  • Götzendienst („Eidólolatria“)
    Bedeutung: Götzendienst bedeutet die Verehrung von Idolen oder falschen Göttern. Es ist eine Verfehlung gegen das erste Gebot, Gott allein zu verehren.
    Tiefere Bedeutung: Götzendienst betrifft nicht nur physische Idole, sondern alles, was den Platz Gottes im Herzen einnimmt, wie Geld, Macht, Vergnügen oder Menschen.
  • Zauberei („Pharmakeia“)
    Bedeutung: Der Begriff Zauberei umfasst Praktiken, bei denen man übernatürliche Kräfte anruft oder sich auf okkulte Handlungen einlässt. Im griechischen Kontext bezeichnete „pharmakeia“ auch den Gebrauch von Drogen zur Beeinflussung des Geistes.
    Tiefere Bedeutung: Zauberei ist der Versuch, durch magische oder übernatürliche Mittel die Kontrolle über das Leben oder andere Menschen zu gewinnen, was eine Rebellion gegen Gottes Gebote darstellt.
  • Feindschaften („Echthrai“)
    Bedeutung: Feindschaften beziehen sich auf feindselige Gefühle oder eine Haltung des Hasses gegenüber anderen.
    Tiefere Bedeutung: Hass ist das Gegenteil von Liebe, die das zentrale Gebot des Evangeliums ist (Johannes 13,34). Es zerstört die Gemeinschaft und führt zu Konflikten.
  • Zank („Eris“)
    Bedeutung: Zank beschreibt ständige Streitigkeiten und Auseinandersetzungen. Es entsteht aus Stolz und dem Bedürfnis, Recht zu behalten oder sich über andere zu erheben.
    Tiefere Bedeutung: Zank steht für eine geistige Haltung der Zwietracht, Rechthaberei und Unversöhnlichkeit, die das Gegenteil der Einheit ist, die der Heilige Geist bewirkt (Epheser 4,3).
  • Eifersucht („Zelos“)
    Bedeutung: Eifersucht ist der Wunsch, das zu besitzen, was anderen gehört, sei es Besitz, Status oder Beziehungen.
    Tiefere Bedeutung: Es ist eine Sünde, die aus einem Herzen der Unzufriedenheit und Undankbarkeit entspringt. Eifersucht wurzelt in dem Mangel an Vertrauen auf Gottes Fürsorge.
  • Zorn („Thymos“)
    Bedeutung: Zorn beschreibt starke, unkontrollierte Wutausbrüche. Dieser Zorn ist nicht gerechtfertigt und richtet sich oft in Form von Gewalt oder Hass gegen andere.
    Tiefere Bedeutung: Der menschliche Zorn führt oft zur Sünde, wenn er durch Rachegelüste oder Stolz angetrieben wird (Jakobus 1,20).
  • Selbstsucht („Eritheia“)
    Bedeutung: Selbstsucht beschreibt das Streben nach eigenem Vorteil auf Kosten anderer. Es geht um egoistische Ambitionen, die Konflikte und Spaltungen verursachen.
    Tiefere Bedeutung: Selbstsucht widerspricht dem biblischen Gebot der Demut und Selbstaufopferung (Philipper 2,3-4). Der Herr ruft zur Selbstverleugnung auf.
  • Spaltungen („Dichostasiai“)
    Bedeutung: Spaltungen treten auf, wenn Gruppen gebildet werden, die gegeneinander stehen, was häufig in der Gemeinde passiert. Es führt zur Zerstörung der Einheit.
    Tiefere Bedeutung: Spaltungen entstehen oft durch Stolz oder das Beharren auf eigenen Überzeugungen und verhindern das Zusammenleben in Eintracht, das Jesus von seinen Nachfolgern verlangt.
    (Deshalb ist es entscheidend, nicht eigene Meinungen durchsetzen zu wollen, die sehr verschieden sein können, sondern sich ausschließlich auf das Wort Gottes zu verlassen und als einzige Grundlage für die Einheit im Geist zu haben.)
  • Neidereien („Phthonoi“)
    Bedeutung: Neidereien sind Missgunst oder Unmut darüber, dass jemand anderes etwas besitzt oder erreicht hat, was man selbst begehrt.
    Tiefere Bedeutung: Neid stellt die Güte Gottes infrage, da es eine Haltung des Unglaubens und Misstrauens gegenüber seiner Vorsehung und seinem Segen ist.
  • Trunkenheit („Methai“)
    Bedeutung: Trunkenheit bezieht sich auf übermäßigen Alkoholkonsum, der die Kontrolle über den eigenen Körper und Geist beeinträchtigt.
    Tiefere Bedeutung: Der Körper soll der Tempel des Heiligen Geistes sein, und Trunkenheit verdirbt diesen Tempel. Es führt oft zu anderen Sünden und zerstört die Fähigkeit, den Willen Gottes klar zu erkennen.
  • Gelage („Komoi“)
    Bedeutung: Gelage beschreibt exzessive Feiern, die oft mit Trunkenheit, Ausschweifungen und moralischer Zügellosigkeit verbunden sind.
    Tiefere Bedeutung: Gelage stehen für ein Leben, das sich um Vergnügen und Exzesse dreht, was der Selbstdisziplin und dem Ruf zur Heiligkeit entgegensteht.
Fazit:
Die Werke des Fleisches stehen im krassen Gegensatz zur Frucht des Geistes (Galater 5,22-23).

Sie entstammen der sündigen Natur des Menschen, die sich selbst in den Mittelpunkt stellt, anstatt Gott zu dienen. Durch die Kraft des Heiligen Geistes ist es jedoch möglich, diese Werke zu überwinden und ein Leben zu führen, das Gott wohlgefällig ist.

Nächste Woche wollen wir in Teil 3 - Die Werke des Fleisches folgendes studieren: Die zerstörerische Natur der Sünde, die Konsequenzen des Lebens im Fleisch und wie wir das Fleisch überwinden können …


AMEN!

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Reinhold Thalhofer
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Adnan Krikor
Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus, die Liebe Gottes und die Kraft des Heiligen Geistes, der uns Gemeinschaft untereinander und mit Gott schenkt, sei mit uns allen!

Reinhold Thalhofer und Adnan Krikor,

Knechte Jesu Christi nach dem Willen unseres himmlischen Vaters, in der Kraft des Heiligen Geistes.