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Der eine Gott und sein Christus – Die Trinität aus biblischer Sicht.
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heute geht es weiter mit unserem Serien-Thema.
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TEIL B – DIE SCHLÜSSELVERSE IM KONTEXT:
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Kapitel 3: JHWH – der Eigenname des einen wahren Gottes
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Diese Botschaft gliedern wir in folgende Kapitel:
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- Einleitung.
- JHWH – der Eigenname Gottes.
- JHWH ist der allein wahre Gott.
- El Elyon – Gott, der Höchste.
- El, Eloah und Elohim.
- Was bedeutet das für unser Verständnis?
- Vom Hebräischen in Griechische
- Die Folge für das Neue Testament.
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1 Einleitung.
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In den vergangenen Botschaften haben wir uns mit den griechischen Begriffen beschäftigt, die häufig als Begründung dafür herangezogen werden, dass Christen zum Herrn Jesus beten oder ihn anbeten sollten.
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Dabei haben wir gesehen, wie wichtig es ist, den Sprachgebrauch der Heiligen Schrift sorgfältig zu prüfen und einzelne Verse niemals losgelöst vom Gesamtzeugnis der Bibel zu betrachten.
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Ein Grundsatz hat sich dabei immer wieder bestätigt:
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Psalm 119,160 „Die Summe deines Wortes ist Wahrheit, und jede Bestimmung deiner Gerechtigkeit bleibt ewig.“
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Nicht einzelne Verse bilden unsere Lehre, sondern das gesamte Wort Gottes.
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Deshalb wollen wir auch heute nicht bei einzelnen Begriffen stehen bleiben, sondern einen Schritt zurückgehen und uns eine grundlegende Frage stellen:
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Was meint die Heilige Schrift überhaupt, wenn sie von „Gott“ spricht?
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Gerade an dieser Stelle sind im Laufe der Kirchengeschichte viele Missverständnisse entstanden. Denn unsere deutschen Bibeln verwenden fast überall nur das Wort „Gott“.
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Im hebräischen Grundtext des Alten Testaments finden wir jedoch verschiedene Bezeichnungen, die nicht alle dasselbe bedeuten. Wenn wir diese Unterschiede kennen, werden viele Aussagen des Neuen Testaments plötzlich klarer und widerspruchsfrei.
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2. JHWH – der Eigenname Gottes.
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Als Gott sich Mose am brennenden Dornbusch offenbarte, gab er ihm nicht nur einen Auftrag. Er offenbarte ihm auch seinen Namen.
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2. Mose 3,14–15 „Da sprach Gott zu Mose: »ICH BIN, DER ICH BIN.« Und er sprach: So sollst du zu den Söhnen Israels sagen: »ICH BIN« hat mich zu euch gesandt. Und Gott sprach weiter zu Mose: So sollst du zu den Söhnen Israels sagen: JHWH, der Gott eurer Väter, der Gott Abrahams, der Gott Isaaks und der Gott Jakobs, hat mich zu euch gesandt. Das ist mein Name in Ewigkeit, und das ist meine Benennung von Geschlecht zu Geschlecht.“
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Hier begegnet uns zum ersten Mal der Eigenname Gottes: JHWH. Im Hebräischen besteht dieser Name aus vier Buchstaben:
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- י ה ו ה Jod – He – Waw – He.
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Diese vier Buchstaben werden auch das Tetragramm genannt, was einfach „Vier-Buchstaben-Name“ bedeutet.
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Damals schrieb das Hebräische nur Konsonanten. Die Vokalzeichen wurden erst viele Jahrhunderte später ergänzt. Deshalb kennt heute niemand mehr mit letzter Sicherheit die ursprüngliche Aussprache des Namens Gottes.
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- Die heute gebräuchliche Aussprache „Jahwe“ ist die wahrscheinlichste Rekonstruktion.
- Die Form „Jehova“ entstand erst im Mittelalter und gilt sprachwissenschaftlich als spätere Bildung.
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Für unsere Botschaft ist jedoch nicht in erster Linie die Aussprache entscheidend, sondern die Bedeutung dieses Namens. Der Name JHWH steht in engem Zusammenhang mit dem hebräischen Verb hajah, das „sein“, „werden“ oder „dasein“ bedeutet.
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Als Mose fragt, wie Gottes Name lautet, antwortet Gott:
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- 2. Mose 3,14 „ICH BIN, DER ICH BIN.“
- „Ich werde sein, der ich sein werde.“
Damit offenbart Gott sich als der ewig Seiende, der aus sich selbst existiert, der Anfang und Ursprung aller Dinge ist und dessen Sein von niemand anderem abhängt. Alles Geschaffene hat seinen Ursprung außerhalb seiner selbst. Gott allein hat seinen Ursprung in sich selbst.
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Darum sagt die Schrift auch:
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Psalm 90,2 „Ehe die Berge wurden und du die Erde und den Erdkreis hervorbrachtest, ja, von Ewigkeit zu Ewigkeit bist du Gott.“
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- Gott ist nicht geworden. Er ist.
- Er wurde nicht hervorgebracht. Er bringt hervor.
- Er wurde nicht erschaffen. Er ist der Schöpfer.
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Diese Wahrheit zieht sich wie ein roter Faden durch die gesamte Heilige Schrift.
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3. JHWH ist der allein wahre Gott.
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Der Name JHWH bezeichnet in der Heiligen Schrift niemals irgendein göttliches Wesen unter vielen. Er ist der Eigenname des Gottes Israels, des Schöpfers des Himmels und der Erde.
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5. Mose 6,4 „Höre, Israel: JHWH, unser Gott, JHWH ist einer!“
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Dieses Bekenntnis war das Herzstück des Glaubens Israels. Es bekannte nicht drei göttliche Personen und auch nicht mehrere gleichrangige göttliche Wesen, sondern den einen Gott, den Gott Abrahams, Isaaks und Jakobs.
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Auch der Prophet Jesaja bezeugt dieselbe Wahrheit.
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Jesaja 45,5 „Ich bin JHWH, und sonst ist keiner; außer mir gibt es keinen Gott.“
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Jesaja 45,18 „Denn so spricht JHWH, der die Himmel geschaffen hat – er ist Gott –, der die Erde gebildet und sie gemacht hat; er hat sie gegründet. Nicht als Einöde hat er sie geschaffen, sondern zum Bewohnen hat er sie gebildet: Ich bin JHWH, und sonst ist keiner.“
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Hier verbindet Gott seinen Namen unmittelbar mit seinem Schöpfersein.
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- Nicht irgendein Gott hat Himmel und Erde geschaffen.
- Nicht mehrere Götter haben gemeinsam geschaffen.
- Sondern JHWH allein ist der Schöpfer aller Dinge.
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Nehemia 9,6 „Du bist JHWH, du allein. Du hast den Himmel gemacht, den Himmel der Himmel und all ihr Heer, die Erde und alles, was auf ihr ist, die Meere und alles, was in ihnen ist. Du machst dies alles lebendig, und das Heer des Himmels betet dich an.“
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Welch gewaltiges Zeugnis!
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- JHWH allein ist Schöpfer.
- JHWH allein erhält alles am Leben.
- JHWH allein gebührt Anbetung.
4. El Elyon – Gott, der Höchste.
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Neben seinem Eigennamen JHWH verwendet die Schrift verschiedene Ehrentitel für Gott. Einer der schönsten und bedeutendsten lautet: El Elyon. Dieser Titel bedeutet: „Gott, der Höchste.“
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Zum ersten Mal begegnet er uns bei Melchisedek.
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1. Mose 14,18–20 „Melchisedek aber, der König von Salem, brachte Brot und Wein heraus; und er war Priester Gottes, des Höchsten. Und er segnete ihn und sprach: Gesegnet sei Abram von Gott, dem Höchsten, dem Besitzer des Himmels und der Erde.“
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Hier wird Gott nicht nur als der Höchste bezeichnet, sondern zugleich als der Besitzer des Himmels und der Erde. Seine höchste Stellung gründet sich darauf, dass alles von ihm ausgegangen ist und ihm gehört.
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Der Höchste ist niemand anderes als JHWH selbst. Bemerkenswert ist nun, dass dieser Gedanke auch im Neuen Testament erhalten bleibt.
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Der Engel Gabriel kündigt Maria die Geburt des Herrn Jesus mit folgenden Worten an:
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Lukas 1,32 „Dieser wird groß sein und Sohn des Höchsten genannt werden.“
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Beachten wir die Formulierung genau. Der Engel sagt nicht: „Dieser wird der Höchste sein.“ Sondern: „Dieser wird Sohn des Höchsten genannt werden.“
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Damit bestätigt das Neue Testament dieselbe Ordnung, die bereits das Alte Testament offenbart. Der Vater ist der Höchste. Der Herr Jesus ist der Sohn des Höchsten.
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Diese Wahrheit bestätigt der Herr Jesus selbst.
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Johannes 17,3 „Dies aber ist das ewige Leben, dass sie dich, den allein wahren Gott, und den du gesandt hast, Jesus Christus, erkennen.“
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Der Herr Jesus führt seine Jünger nicht zu sich selbst als dem allein wahren Gott, sondern zum Vater. Gerade dadurch offenbart er die einzigartige Stellung seines Vaters als JHWH, dem Höchsten und dem allein wahren Gott.
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5. El, Eloah und Elohim.
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Nachdem wir gesehen haben, dass JHWH der Eigenname des einen wahren Gottes ist, stellt sich nun eine entscheidende Frage:
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Warum verwendet die Heilige Schrift neben dem Namen JHWH noch weitere Begriffe für Gott?
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Viele Missverständnisse entstehen dadurch, dass wir im Deutschen fast ausschließlich das Wort „Gott“ kennen. Im Hebräischen unterscheidet die Bibel jedoch sehr sorgfältig zwischen dem Eigennamen Gottes und verschiedenen allgemeinen Bezeichnungen. Gerade diese Unterscheidung hilft uns später, viele neutestamentliche Aussagen richtig einzuordnen.
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El und Eloah:
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Der einfachste hebräische Begriff lautet El (אֵל). Er bedeutet zunächst ganz allgemein: der Mächtige, der Starke oder der Gewaltige.
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Von diesem Wort leitet sich auch Eloah (אֱלוֹהַּ) ab, das besonders im Buch Hiob häufig vorkommt und ebenfalls Gott bezeichnet. Beide Begriffe beschreiben vor allem Gottes Macht und Hoheit. Sie sind jedoch keine Eigennamen, sondern allgemeine Bezeichnungen.
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So wie das deutsche Wort König kein Eigenname ist, sondern eine Amts- oder Würdebezeichnung, so beschreiben auch El und Eloah die Größe und Macht Gottes, ohne seinen persönlichen Namen zu nennen.
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Wenn die Schrift dagegen den Gott Israels eindeutig identifizieren möchte, verwendet sie seinen Bundesnamen: JHWH.
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Elohim:
Noch häufiger begegnet uns im Alten Testament das Wort Elohim (אֱלֹהִים). Es wird über zweitausendfünfhundertmal verwendet. Die meisten Christen setzen Elohim automatisch mit dem einen wahren Gott gleich. Doch sprachlich ist das nicht ganz zutreffend.
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Elohim ist zunächst ebenfalls kein Eigenname, sondern eine allgemeine Bezeichnung. Je nach Zusammenhang kann das Wort verschiedene Bedeutungen haben.
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- Es bezeichnet zwar sehr häufig den einen wahren Gott.
- Es kann aber ebenso auch andere Wesen bezeichnen, die von Gott mit Autorität, Macht oder richterlicher Stellung ausgestattet wurden.
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Das bedeutet nicht, dass alle diese Wesen der allein wahre Gott wären. Vielmehr zeigt die Schrift, dass derselbe Begriff in unterschiedlichen Zusammenhängen verwendet wird.
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Deshalb entscheidet nicht das Wort Elohim allein, sondern immer der Zusammenhang.
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Psalm 82 – Menschen werden „Götter“ genannt.
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Besonders deutlich wird dies in Psalm 82.
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Psalm 82,6 „Ich habe gesagt: Ihr seid Götter, ja, ihr alle seid Söhne des Höchsten.“
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Hier spricht Gott zu Richtern Israels. Sie werden Elohim genannt. Warum?
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- Nicht weil sie der Schöpfer wären.
- Nicht weil sie angebetet werden sollten.
- Nicht weil sie den Platz Gottes einnähmen.
- Sondern weil Gott ihnen richterliche Vollmacht übertragen hatte.
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Sie vertraten Gottes Recht unter seinem Volk. Dennoch waren sie sterbliche Menschen.
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Deshalb heißt es unmittelbar danach:
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Psalm 82,7 „Doch wie Menschen werdet ihr sterben und fallen wie einer der Fürsten.“
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Damit macht die Schrift selbst deutlich: Nicht jeder, der Elohim genannt wird, ist deshalb der allein wahre Gott. Der Begriff beschreibt hier eine von Gott verliehene Stellung.
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Mose wird für den Pharao zum „Gott“.
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Dasselbe sehen wir bei Mose.
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2. Mose 7,1 „Da sprach JHWH zu Mose: Siehe, ich habe dich für den Pharao zum Gott gesetzt, und dein Bruder Aaron soll dein Prophet sein.“
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Auch hier wird Mose Elohim genannt. Natürlich wollte Gott damit nicht sagen, Mose sei plötzlich zum Schöpfer des Universums geworden. Er sollte vielmehr Gottes Autorität gegenüber dem Pharao vertreten.
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Aaron sollte dabei wie ein Prophet Moses sprechen. Mose handelte also stellvertretend im Auftrag Gottes.
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Auch hier bezeichnet Elohim keine göttliche Wesensgleichheit mit JHWH, sondern eine von Gott verliehene Autorität.
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Engel werden ebenfalls so bezeichnet.
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Auch himmlische Wesen können mit diesem Begriff bezeichnet werden.
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Psalm 8,6 „Du hast ihn ein wenig niedriger gemacht als die Engel und ihn mit Herrlichkeit und Ehre gekrönt.“
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Im hebräischen Grundtext steht hier wiederum Elohim. Die griechische Übersetzung des Alten Testaments (Septuaginta) gibt den Begriff hier bereits mit Engel wieder.
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Auch der Hebräerbrief übernimmt diese Wiedergabe. Damit wird deutlich:
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Schon die alten jüdischen Übersetzer wussten, dass Elohim je nach Zusammenhang verschiedene Bedeutungen haben kann.
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Der Herr Jesus selbst erklärt Psalm 82.
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Nun wird verständlich, warum der Herr Jesus gerade auf Psalm 82 verweist.
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Als ihm Gotteslästerung vorgeworfen wird, antwortet er:
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Johannes 10,34–36 „Jesus antwortete ihnen: Steht nicht in eurem Gesetz geschrieben: »Ich habe gesagt: Ihr seid Götter«? Wenn er jene Götter nannte, an die das Wort Gottes erging – und die Schrift kann doch nicht aufgehoben werden –, sagt ihr von dem, den der Vater geheiligt und in die Welt gesandt hat: Du lästerst!, weil ich gesagt habe: Ich bin Gottes Sohn?“
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Diese Worte sind von großer Bedeutung. Der Herr Jesus argumentiert nicht:
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- „Ich bin Gott, deshalb dürft ihr mich Gott nennen.“
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Sondern er verweist auf Psalm 82 und zeigt:
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Wenn die Schrift bereits Menschen Götter nennt, weil Gott ihnen eine bestimmte Stellung verliehen hat, dann ist es erst recht kein Widerspruch, dass er selbst der Sohn Gottes genannt wird.
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Bemerkenswert ist dabei, dass der Herr Jesus seinen Anspruch nicht steigert.
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Er sagt nicht: „Ich bin der Höchste.“ Er sagt nicht: „Ich bin JHWH.“ Er sagt vielmehr: „Ich bin Gottes Sohn.“
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Gerade diese Antwort bestätigt die Unterscheidung zwischen dem Vater und dem Sohn.
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6. Was bedeutet das für unser Verständnis?
An dieser Stelle erkennen wir einen wichtigen Grundsatz für die gesamte Heilige Schrift.
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- Der Begriff Elohim beschreibt nicht automatisch den einen wahren Gott.
- Er kann – je nach Zusammenhang – den Vater, Engel, Richter, Mose oder andere von Gott bevollmächtigte Wesen bezeichnen.
Deshalb dürfen wir niemals allein aus dem Wort „Gott“ den Schluss ziehen, dass immer JHWH gemeint sein müsse. Vielmehr müssen wir stets fragen:
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- Von wem spricht der Zusammenhang?
- Welche Stellung beschreibt der Text?
- Handelt es sich um JHWH, den allein wahren Gott, oder um jemanden, der von Gott Autorität empfangen hat?
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Genau diesen Grundsatz werden wir in den kommenden Botschaften immer wieder anwenden. Wenn wir später Stellen wie Johannes 1,1, Hebräer 1,8, Römer 9,5 oder Johannes 20,28 betrachten, dürfen wir nicht vorschnell von der Bezeichnung „Gott“ auf die Identität mit JHWH schließen.
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Die Heilige Schrift selbst lehrt uns, sorgfältig zwischen dem Eigennamen JHWH und den allgemeinen Bezeichnungen El, Eloah und Elohim zu unterscheiden.
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Dadurch entsteht keine Verwirrung, sondern eine größere Klarheit. Die Schrift erklärt sich selbst. Sie verwendet dieselben Begriffe in unterschiedlichen Zusammenhängen, ohne sich zu widersprechen.
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Nun werden wir den entscheidenden Übergang ins Neue Testament betrachten:
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- Wie gingen JHWH und Elohim in der griechischen Übersetzung verloren?
7. Vom Hebräischen ins Griechische.
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Wie JHWH und Elohim in „Kyrios“ und „Theos“ übergingen ...
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Wenn wir die bisherigen Teile zusammenfassen, sehen wir zwei grundlegende Wahrheiten der hebräischen Bibel:
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- JHWH ist der Eigenname des einen wahren Gottes
- Elohim ist eine allgemeine Bezeichnung für Gott bzw. göttliche Autorität
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Diese klare sprachliche Struktur ist entscheidend für das Verständnis der gesamten Schrift.
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Doch nun müssen wir einen weiteren Schritt gehen. Denn zwischen dem Alten und dem Neuen Testament liegt ein sprachlicher Übergang, der für viele Missverständnisse in der späteren Theologie entscheidend geworden ist.
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Was passiert, wenn eine hebräische Bibel in eine andere Sprache übersetzt wird – insbesondere ins Griechische?
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Wenn wir die bisherigen Teile zusammenfassen, sehen wir zwei grundlegende Wahrheiten der hebräischen Bibel:
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- JHWH ist der Eigenname des einen wahren Gottes
- Elohim ist eine allgemeine Bezeichnung für Gott bzw. göttliche Autorität
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Diese klare sprachliche Struktur ist entscheidend für das Verständnis der gesamten Schrift.
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Doch nun müssen wir einen weiteren Schritt gehen. Denn zwischen dem Alten und dem Neuen Testament liegt ein sprachlicher Übergang, der für viele Missverständnisse in der späteren Theologie entscheidend geworden ist.
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Was passiert, wenn eine hebräische Bibel in eine andere Sprache übersetzt wird – insbesondere ins Griechische?
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Die griechische Übersetzung des Alten Testaments (Septuaginta)
Etwa ab dem 3. Jahrhundert vor Christus entstand in Alexandria die sogenannte Septuaginta. Das war die erste vollständige Übersetzung des Alten Testaments ins Griechische. Warum war das notwendig? Weil viele Juden damals nicht mehr Hebräisch, sondern Griechisch sprachen. Die Septuaginta wurde deshalb zur Bibel der jüdischen Diaspora und später auch der ersten Christen.Doch bei der Übersetzung stellte sich ein grundlegendes Problem:
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- Das Griechische kennt keinen Eigennamen wie JHWH in derselben Form.
JHWH wird zu „Kyrios“
Der hebräische Eigenname Gottes JHWH wurde in der griechischen Übersetzung meist wiedergegeben mit:
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- Der persönliche Name Gottes (JHWH) wurde sprachlich ersetzt
- Stattdessen steht nun ein Titel: „Herr“
Damit ging ein wichtiger Unterschied verloren.
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Elohim wird zu „Theos“
Ebenso wurde das hebräische Wort Elohim fast durchgehend mit dem griechischen Wort
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- Theos (Θεός) = „Gott“ übersetzt. Damit entstand auch hier eine Vereinheitlichung.
Das Problem dabei ist nicht die Übersetzung selbst, sondern die Wirkung:
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- Zwei verschiedene hebräische Begriffe (JHWH und Elohim) werden im Griechischen oft durch nur zwei allgemeine Begriffe ersetzt (Kyrios und Theos).
Der entscheidende Verlust: Differenzierung der Begriffe
Im Hebräischen konnte man klar unterscheiden:
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- JHWH = der eine wahre Gott (Eigenname)
- Elohim = allgemeine Bezeichnung für Gott oder göttliche Autorität
Im Griechischen hingegen entsteht eine Vereinfachung:
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- Kyrios = Herr (für JHWH und auch für andere Herren)
- Theos = Gott (für JHWH und auch für andere göttlich bezeichnete Wesen)
Dadurch entsteht ein entscheidender Punkt: Der sprachliche Unterschied zwischen „Name“ und „Titel“ wird verwischt.
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8. Die Folge für das Neue Testament
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Das Neue Testament wurde vollständig in Griechisch verfasst. Das bedeutet: Es übernimmt bereits diese sprachliche Struktur der Septuaginta.
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Wenn also im Neuen Testament steht:
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- „Kyrios“ → kann sowohl JHWH als auch einen menschlichen Herrn bedeuten
- „Theos“ → kann den Vater, aber auch andere Bedeutungsfelder haben (je nach Kontext)
Die griechischen Begriffe tragen nicht automatisch die klare Differenzierung des Hebräischen in sich. Deshalb ist es umso wichtiger, auf den Zusammenhang und den Urtext zu achten.
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Der Heilige Geist wird uns helfen, auch die weiteren Schlüsselverse in diesem Sinne richtig zu verstehen.
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AMEN!
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Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus, die Liebe Gottes und die Kraft des Heiligen Geistes, der uns Gemeinschaft untereinander und mit Gott schenkt, sei mit uns allen!
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Reinhold Thalhofer und Adnan Krikor,
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Knechte Jesu Christi nach dem Willen unseres himmlischen Vaters, in der Kraft des Heiligen Geistes.
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