|
|
|
Der Heilige Geist - Teil 12
|
|
|
|
|
in dieser Botschaftsserie studieren wir anhand des Wortes Gottes auf praktische Weise, welche zentrale Bedeutung der Heilige Geist im Leben der Kinder Gottes hat.
|
Unser Ziel ist es, sein Wirken tiefer zu verstehen, um dadurch in unsere Berufung und Bestimmung hineinzuwachsen und den Platz einzunehmen, den Gott für uns vorbereitet hat.
|
|
Wir gliedern diese Botschaft in folgende Kategorien:
|
|
A - Die Grundlagen unseres Glaubens (Teil 1 bis Teil 6)
|
|
B - Die Aufgaben des Heiligen Geistes (Teil 7 bis Teil 14)
|
|
C - Die Gaben des Heiligen Geistes
|
D - Die Frucht des Heiligen Geistes
|
Hier die Übersicht: Kategorie B - Die Aufgaben des Heiligen Geistes.
|
Diese Kategorie gliedern wir in folgende Kapitel:
|
- Kapitel 7 am 11.5.2025
Der Heilige Geist als Anzahlung oder Unterpfand unseres himmlischen Erbes.
- Kapitel 8 am 18.5.2025
Der Heilige Geist als Freisetzer zur Freiheit von der Sünde und zum Leben aus Gottes Kraft.
- Kapitel 9 am 25.5.2025
Der Heilige Geist als Siegel zum Besitztum für Gott.
- Kapitel 10 am 1.6.2025
Der Heilige Geist als Wegbegleiter in der Gemeinschaft mit dem Vater in Christus.
- Kapitel 11 am 8.6.2025
Der Heilige Geist als Offenbarer und Lehrer zur Kenntnis des Ratschluss Gottes.
- Kapitel 12 am 15.6.2025
Der Heilige Geist als Fürsprecher und Helfer in unserer Schwachheit und im Gebet.
- Kapitel 13 am 22.6.2025
Der Heilige Geist als Versicherer der Sohnschaft und Verbinder zum Vater.
- Kapitel 14 am 29.6.2025
Der Heilige Geist als Quelle der geistlichen Frucht in uns.
|
|
|
|
Heute nun weiter mit Kategorie B - Die Aufgaben des Heiligen Geistes.
|
Kapitel B-12: Der Heilige Geist als Fürsprecher und Helfer in unserer Schwachheit und im Gebet.
|
Wir wollen dieses Thema heute wie folgt studieren:
|
- Einleitung.
- Der Heilige Geist: Unser göttlicher Beistand
- Unsere Schwachheit: Ein Ort göttlicher Hilfe
- Der Heilige Geist als Fürsprecher
- Der Geist stärkt unsere Hoffnung
- Schlussgedanke
|
|
|
1. Einleitung.
|
In den 21 Apostelbriefen des Neuen Testaments offenbart Gott uns durch den Heiligen Geist die tiefe Wahrheit über unser neues Leben in Christus.
|
Diese Briefe sind Lehre, Trost, Offenbarung und Klarstellung für die Gemeinde Gottes, den Leib des Christus. In ihnen lernen wir auch den Heiligen Geist als den kennen, der uns nicht nur versiegelt, sondern uns in unserer Schwachheit zur Seite steht – besonders in unserem Gebetsleben.
|
|
Röm 8,26-27 „26 Ebenso aber nimmt auch der Geist sich unserer Schwachheit an; denn wir wissen nicht, was wir beten sollen, wie es sich gebührt, aber der Geist selbst verwendet sich für uns in unaussprechlichen Seufzern.
|
|
27 Der aber die Herzen erforscht, weiß, was der Sinn des Geistes ist, denn er verwendet sich für Heilige Gott gemäß.“
|
Diese Verse fassen das Wesen des Heiligen Geistes als Fürsprecher und Helfer wunderbar zusammen. Doch um zu verstehen, wie er in uns wirkt, wie er uns hilft und was seine Fürsprache bedeutet, müssen wir tiefer in die Lehre der Apostelbriefe eintauchen.
|
Diese Verse sind von zentraler Bedeutung für die Rolle des Heiligen Geistes in unserer Schwachheit. Wir lesen, dass sich der Heilige Geist für uns selbst verwendet, in unaussprechlichen Seufzern.
|
|
Die Formulierung „der Geist selbst verwendet sich für uns in unaussprechlichen Seufzern“ – beschreibt eine sehr tiefe, geistliche Wirklichkeit, die durch den Heiligen Geist in uns geschieht.
|
Um zu verstehen, wie sich der Geist für uns in solchen Seufzern verwendet, wollen wir uns diese Worte genau anschauen.
|
Der Apostel Paulus spricht nicht davon, dass der Geist für uns spricht, sondern dass er sich in unaussprechlichen Seufzern für uns verwendet.
|
|
Diese unaussprechlichen Seufzer sind keine Worte, sondern ein Ausdruck tiefer innerer Bewegung, die über Sprache hinausgeht, der besagt, dass es sich um ein inneres Wirken des Geistes handelt, das sich ausgesprochener Sprache entzieht.
|
Das bedeutet: Der Geist betet nicht anstatt unserer Worte, sondern tiefer als unsere Worte – dort, wo uns die Worte fehlen.
|
Weiter lesen wir „…denn er verwendet sich für Heilige Gott gemäß.“ Das ist entscheidend.
|
Wenn wir nicht wissen, wie oder wofür wir beten sollen, geschieht in uns durch den Geist ein Vorgang, der ganz im Einklang mit Gottes Willen ist – ohne dass wir diesen Willen vielleicht im Detail kennen.
|
Diese Fürbitte des Heiligen Geistes für uns ist:
|
- Fehlerfrei – sie ist nicht vom Fleisch geprägt, sondern völlig rein.
- Zielgerichtet – sie bringt genau das vor den Vater, was der Wille Gottes in einer Situation ist.
- Beistehend – sie kommt uns zu Hilfe, weil wir schwach sind.
|
Der Geist verwendet sich nicht außerhalb von uns, sondern in uns. Er wohnt in unseren Herzen und dort seufzt er in uns, zusammen mit uns.
|
|
Gal 4,6 „Weil ihr nun Söhne seid, hat Gott den Geist seines Sohnes in eure Herzen gesandt, der ruft: Abba, Vater!“
|
Wir sehen hier, dass der Geist der Sohnschaft, der in uns wohnt,
|
- derselbe Geist des Herrn Jesus ist, und
- selbst zum Vater mit dem vertrauten Ruf „Abba Vater“ ruft.
Diesen Ausdruck „Abba Vater“ finden wir in der Bibel an lediglich 3 Stellen.
|
- Neben Gal 4,6, wo der Geist der Sohnschaft zum Vater ruft, auch der Herr Jesus und wir als Söhne Gottes.
- Mk 14,36 „Und er sprach: Abba, Vater, alles ist dir möglich; nimm diesen Kelch von mir – doch nicht, was ich will, sondern was du willst.“
- Rö 8,15 „Denn ihr habt nicht einen Geist der Knechtschaft empfangen, wieder zur Furcht, sondern einen Geist der Sohnschaft habt ihr empfangen, in dem wir rufen: Abba, Vater!“
|
Diese unaussprechlichen Seufzer können sich in tiefem innerem Drängen, einem Ringen oder auch in wortlosem Erfasst sein äußern – sie sind das Wirken des Geistes, das unser eigenes Vermögen übersteigt und sind für uns nicht bewusst steuerbar.
|
Sie geschehen nicht willkürlich, sondern wenn wir an unsere Grenzen kommen – im Leid, in Not, in Ungewissheit, in Gebetsnot.
|
|
Der Geist übernimmt, ohne Lärm, ohne große Zeichen – aber mit geistlicher Tiefe und göttlicher Präzision.
|
2. Der Heilige Geist: Unser göttlicher Beistand
|
Wir lasen soeben in Gal 4,6, dass Gott den Geist seines Sohnes in unsere Herzen sandte, der ruft: Abba, Vater!
|
Er ist der göttliche Beistand, der
|
- in uns wohnt und
- uns befähigt, in Gemeinschaft mit dem Vater zu leben.
|
Der Heilige Geist ist nicht in erster Linie dafür gegeben, unser Leben äußerlich angenehmer oder problemloser zu machen. Natürlich kann Gott auch äußere Hilfe geben – aber das ist nicht der Hauptzweck des Beistandes in der Gemeindezeit, sondern: Hilfe in unserem Inneren.
|
Der Heilige Geist ist uns gegeben, um in unserem Inneren zu wirken:
|
- Er gibt uns Zeugnis, dass wir Kinder Gottes sind (Röm 8,16).
- Er erneuert unser Denken und gibt uns Einsicht in das, was geistlich ist (1.Kor 2,12-14).
- Er tritt für uns ein, wenn wir nicht wissen, wie wir beten sollen (Röm 8,26).
- Er führt uns und bewirkt die Frucht des Geistes (Gal 5,16.22).
|
Der Geist ist also der Beistand für unser neues Leben in Christus – nicht primär für ein leichteres Leben auf Erden, sondern um uns im Innersten zu ermutigen, führen, trösten, formen und beten zu lehren. Genau darin besteht seine Hilfe in unserer Schwachheit.
|
3. Unsere Schwachheit: Ein Ort göttlicher Hilfe.
|
Schwachheit gehört zu unserem irdischen Leben als Kinder Gottes. Sie ist nicht notwendigerweise eine Folge persönlicher Sünde – auch wenn das in bestimmten Fällen sein kann (vgl. 1.Kor 11,30) – sondern beschreibt oft die Begrenztheit unseres Verstehens, unseres Wollens und unserer Kraft.
|
|
2.Kor 12,9 „Und er hat zu mir gesagt: Lass dir an meiner Gnade genügen, denn meine Kraft wird in der Schwachheit vollkommen! Darum will ich mich am liebsten vielmehr meiner Schwachheiten rühmen, damit die Kraft des Christus bei mir wohne.“
|
Unsere Schwachheit ist nicht das Ende unserer Beziehung zu Gott – sie ist der Ort, an dem der Geist sich unser annimmt.
|
Nicht dann, wenn wir stark sind, sondern wenn wir nicht weiter wissen, beginnt der Geist in uns zu wirken, besonders im Gebet.
|
Warum „besonders im Gebet“?
|
- Gebet ist der direkteste Ausdruck unserer Gemeinschaft mit Gott. Wenn wir beten, stehen wir als Kinder vor dem Vater – offen, ehrlich, abhängig. Und genau hier zeigt sich unsere Schwachheit oft am klarsten.
- In der Schwachheit fehlen uns oft Worte, Einsicht, Kraft. Wir sind zu sehr mit unserer Schwachheit beschäftigt, fühlen uns überfordert oder gar überwältigt. Es gibt Situationen, in denen man nur noch seufzen oder schweigen kann – und genau dort wird das Wirken des Geistes erfahrbar: Er tritt an die Stelle unserer Unfähigkeit.
4. Der Heilige Geist als Fürsprecher.
|
Das Wort, das im Griechischen mit „Fürsprecher“ oder „Beistand“ übersetzt wird, lautet „Parakletos“. Es beschreibt jemanden, der an unserer Seite steht, sich für uns einsetzt, uns vertritt.
|
Im Römerbrief sehen wir, dass der Heilige Geist für uns eintritt und für uns spricht – nicht mit Worten, sondern mit unaussprechlichen Seufzern. Diese Seufzer sind Ausdruck tiefster Übereinstimmung mit Gottes Willen.
|
- Der Geist betet in uns und für uns. Wenn wir nicht mehr weiterwissen – keine Worte, keine Klarheit, keine Richtung – mehr haben, dann tritt der Heilige Geist innerlich für uns ein. Er betet Gott gemäß, also im Einklang mit dem Willen Gottes. Diese Fürsprache geschieht in uns, nicht irgendwo außen, aber wirksam vor Gott.
- Er vertritt unsere Herzensanliegen bei Gott. Der Geist kennt unser Herz (unsere Not, unsere Sehnsucht, unser Unvermögen), und kennt den Vater (seinen Willen, seine Absicht, seine Liebe). Er ist also der perfekte Mittler innerhalb unseres Gebetslebens – er bringt das, was wir nicht klar aussprechen können, in vollkommener Übereinstimmung mit dem Willen Gottes vor den Vater.
|
Wir sollen bei der Funktion des Fürsprechers allerdings zwischen dem Herrn Jesus als Fürsprecher und dem Geist der Sohnschaft als Fürsprecher unterscheiden.
|
|
Der Herr Jesus ist unser Fürsprecher beim Vater, wenn es um unsere Schuld geht.
|
|
1.Joh 2,1 „Meine Kinder, dies schreibe ich euch, damit ihr nicht sündigt! Und wenn jemand sündigt, so haben wir einen Fürsprecher bei dem Vater, Jesus Christus, den Gerechten;“
|
Der Heilige Geist ist unser Fürsprecher in uns, wenn es um unsere Schwachheit, unser Gebet und unser tägliches geistliches Leben geht.
|
5. Der Geist stärkt unsere Hoffnung.
|
Gerade wenn wir auf das warten, was Gott verheißen hat – das ewige Leben, die Herrlichkeit, das Offenbarwerden der Söhne Gottes – geraten wir in Anfechtung.
|
|
Unser Blick verschwimmt, unsere Hoffnung wankt. Doch der Geist ist da.
|
|
Gal 5,5 „Wir aber erwarten im Geist aus Glauben die Hoffnung der Gerechtigkeit;“
|
Röm 15,13 „Der Gott der Hoffnung aber erfülle euch mit aller Freude und allem Frieden im Glauben, damit ihr überreich seid in der Hoffnung durch die Kraft des Heiligen Geistes.“
|
Röm 8,24-25 „24 Denn auf Hoffnung hin sind wir errettet worden. Eine Hoffnung aber, die man sieht, ist keine Hoffnung; denn warum hofft auch jemand auf das, was er sieht?
|
|
25 Wenn wir aber auf das hoffen, was wir nicht sehen, so erwarten wir es mit standhaftem Ausharren.“
|
Der Geist ist es, der uns das Ausharren schenkt. Er stärkt die Hoffnung in uns. Er gibt uns Geduld, Zuversicht, Glauben. Und mitten in der Schwachheit – wenn wir die Hoffnung verlieren – betet er in uns, seufzt in uns, hebt uns auf. Er bewahrt uns, wenn unsere eigene Hoffnung zu wanken droht.
|
6. Schlussgedanke.
|
Der Heilige Geist ist uns nicht gegeben als eine abstrakte Kraft oder eine gelegentliche Hilfe, sondern als ein göttlicher Beistand, der in uns wohnt – als Helfer, Fürsprecher, Lehrer, Zeuge und Tröster.
|
In all unserer Schwachheit, unserem Nichtwissen, unserer Sprachlosigkeit ist er es, der uns zur Seite steht. Sein Wirken ist kein äußerlich sichtbares Spektakel, sondern ein stilles, tiefes, kraftvolles Handeln in unserem Innersten.
|
- Wenn wir in Anfechtung geraten,
- wenn unsere Hoffnung wankt,
- wenn wir lauwarm werden,
- wenn wir nicht mehr wissen, was wir beten oder wie wir Gott nahen sollen –
Er trägt uns durch, er tritt für uns ein, er seufzt in uns. Er kennt unser Herz, er kennt Gottes Willen – und bringt beides in vollkommener Harmonie zusammen.
|
Was für ein Trost: Wir sind nicht allein. Selbst in der größten inneren Leere, wenn wir keine Worte mehr finden, ist der Geist Gottes in uns tätig – nicht gegen uns, sondern für uns, nicht oberflächlich, sondern tief in unserem Geist.
|
Ein geistgewirktes Gebetsleben ist keine Gefühlsübung und kein mechanischer Ablauf, sondern Ausdruck einer lebendigen, von Gott geschenkten Beziehung.
|
Es ist geprägt von Abhängigkeit – weil wir wissen, dass wir ohne ihn nichts vermögen.
|
- Es ist getragen von Gewissheit – weil wir wissen, dass der Geist für uns betet.
- Und es ist durchdrungen von Liebe – weil der Geist die Liebe Gottes in unsere Herzen ausgegossen hat.
Röm 5,5 „die Hoffnung aber lässt nicht zuschanden werden; denn die Liebe Gottes ist ausgegossen in unsere Herzen durch den Heiligen Geist, der uns gegeben worden ist.“
|
So dürfen wir mit freiem Herzen beten – auch dann, wenn uns die Worte fehlen. Denn wie es in Röm 8,27 heißt:
|
|
„Der aber die Herzen erforscht, weiß, was der Sinn des Geistes ist, denn er verwendet sich für Heilige Gott gemäß.“
|
Der Vater hört das Seufzen seines Geistes in uns – und dieses Seufzen ist vollkommene Fürbitte.
|
Der Heilige Geist, der Geist der Sohnschaft ist das größte Geschenk unseres neuen Lebens.
|
AMEN!
|
|
|
|
|
|
|
Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus, die Liebe Gottes und die Kraft des Heiligen Geistes, der uns Gemeinschaft untereinander und mit Gott schenkt, sei mit uns allen!
|
Reinhold Thalhofer und Adnan Krikor,
|
Knechte Jesu Christi nach dem Willen unseres himmlischen Vaters, in der Kraft des Heiligen Geistes.
|
|
|
|
|
|
|