Diese E-Mail teilenKopiere den öffentlichen Link oder teile ihn auf deinem Lieblingskanal.
GJC-Zeichen_800

Leben als Kinder Gottes.

heute beginnen wir eine neue Lehrserie unter dem Titel:

„Leben als Kinder Gottes – unsere himmlische Berufung.“

Kapitel 1: Was bedeutet es, aus Gott geboren zu sein?

Diese Botschaft gliedern wir über folgende Kapitel:
  1. Einleitung: Eine neue Herkunft und ein neues Leben.
  2. „Ihr müsst von Neuem geboren werden“ (Joh 3,7).
  3. Aus Wasser und Geist geboren.
  4. Das Wort hören, glauben und den Heiligen Geist empfangen.
  5. Durch das lebendige Wort Gottes gezeugt.
  6. Kinder Gottes mit einer himmlischen Berufung.
  7. Woran ist die Geburt aus Gott erkennbar?
  8. Lebendiger Glaube oder Selbstbetrug?

1. Einleitung: Eine neue Herkunft und ein neues Leben.

Bevor wir darüber sprechen können, wie Kinder Gottes leben sollen, müssen wir zunächst verstehen, wie ein Mensch überhaupt ein Kind Gottes wird.

Deshalb lautet die grundlegende Frage dieses ersten Kapitels:

Was bedeutet es, aus Gott geboren zu sein?

Viele Menschen sind religiös. Viele kennen biblische Aussagen, besuchen Gottesdienste, beten gelegentlich und stimmen zu, dass es Gott gibt. Doch der Herr Jesus spricht nicht lediglich von einer Verbesserung des bisherigen Lebens. Er spricht auch nicht nur von einer neuen religiösen Überzeugung.
Er spricht von einer Geburt – von einem völlig neuen Anfang, den kein Mensch aus eigener Kraft hervorbringen kann.

Ein Kind
trägt das Leben und die Herkunft seiner Eltern in sich. Ebenso bedeutet die Geburt aus Gott, dass Gott, der Vater, einem Menschen neues geistliches Leben schenkt.

Der Mensch erhält eine neue Herkunft, eine neue Stellung, eine neue Beziehung zu Gott und damit auch eine neue Lebensrichtung. Die Neugeburt ist deshalb nicht nur eine Lehre, die wir richtig erklären müssen. Sie ist eine Wirklichkeit, die unser ganzes Leben verändert.


2. "Ihr müsst von Neuem geboren werden“ (Joh 3,7)

In Joh 3 kommt Nikodemus in der Nacht zum Herrn Jesus. Nikodemus war ein Pharisäer, ein Oberster der Juden und ein Lehrer Israels. Er besaß religiöses Wissen, kannte das Gesetz und führte vermutlich nach menschlichem Maßstab ein anständiges Leben. Trotzdem sagte der Herr Jesus nicht zu ihm: Du brauchst nur noch etwas mehr Erkenntnis. Er sagte:
Joh 3,3 „Wahrlich, wahrlich, ich sage dir: Wenn jemand nicht von Neuem geboren wird, kann er das Reich Gottes nicht sehen.“

Nikodemus dachte zunächst an eine zweite natürliche Geburt. Doch der Herr Jesus redete von einer geistlichen Geburt.
Das Wort „von Neuem“ lautet im griechischen Urtext anōthen und bedeutet wörtlich auch „von oben“. Im Johannesbericht wird anōthen mehrfach in diesem Sinne verwendet:
Joh 3,31 „Der von oben „anōthen“ kommt, ist über allen; der von der Erde ist, ist von der Erde und redet von der Erde her. Der vom Himmel kommt, ist über allen;“

Die Aussage des Herrn Jesus, dass ein Mensch „von Neuem“ geboren werden muss, beinhaltet somit zugleich den Gedanken, dass er „von oben“ geboren werden muss.


Die Neugeburt ist keine Wiederholung der natürlichen Geburt, sondern eine Geburt von oben: Sie hat ihren Ursprung bei Gott. Wer von Neuem geboren ist, ist daher aus Gott geboren und hat von ihm neues geistliches Leben empfangen.

Deshalb erklärt der Herr Jesus weiter:
Joh 3,5–6 „Wahrlich, wahrlich, ich sage dir: Wenn jemand nicht aus Wasser und Geist geboren wird, kann er nicht in das Reich Gottes hineingehen. Was aus dem Fleisch geboren ist, ist Fleisch, und was aus dem Geist geboren ist, ist Geist.“

Fleisch
kann nur Fleisch hervorbringen. Menschliche Anstrengung, Erziehung, Tradition und religiöse Leistung können das natürliche Leben beeinflussen, aber sie können kein geistliches Leben erzeugen.

Nur Gott kann durch seinen Geist neues Leben schenken. Der Herr Jesus sagt ausdrücklich: Joh 3,7 „
Ihr müsst von Neuem geboren werden.“

3. Aus Wasser und Geist geboren.

Was bedeutet die Aussage „aus Wasser und Geist geboren“? Der Herr Jesus beschreibt hier nicht zwei voneinander getrennte Neugeburten.
„Aus Gott geboren“, „von Neuem geboren“, „aus dem Geist geboren“ und „aus Wasser und Geist geboren“ bezeichnen denselben grundlegenden Vorgang aus verschiedenen Blickwinkeln.
  • „Aus Gott geboren“ nennt den Ursprung: Gott, der Vater, ist derjenige, der das neue Leben hervorbringt.
  • „Aus Wasser und Geist geboren“ zeigt zwei zusammengehörende Seiten seines Wirkens: Reinigung und Erneuerung.
Der alttestamentliche Hintergrund findet sich besonders deutlich in Hes 36. Gott hatte seinem Volk verheißen:
Hes 36,25–27: „Und ich werde reines Wasser auf euch sprengen, und ihr werdet rein sein; von all euren Unreinheiten und von all euren Götzen werde ich euch reinigen. Und ich werde euch ein neues Herz geben und einen neuen Geist in euer Inneres geben; und ich werde das steinerne Herz aus eurem Fleisch wegnehmen und euch ein fleischernes Herz geben. Und ich werde meinen Geist in euer Inneres geben.“

Wasser steht hier für die von Gott bewirkte Reinigung durch sein Wort. Der Geist steht für das neue innere Leben, für ein neues Herz und eine neue Gesinnung.

Nikodemus war „der Lehrer Israels“. Er hätte diese Verheißung kennen und verstehen sollen. Deshalb fragte ihn der Herr Jesus:
Joh 3,10 „Du bist der Lehrer Israels und weißt das nicht?“

Auch Tit 3 verbindet dieselben beiden Gedanken:
Tit 3,5 „Er rettete uns, nicht aus Werken, die, in Gerechtigkeit vollbracht, wir getan hätten, sondern nach seiner Barmherzigkeit durch die Waschung der Wiedergeburt und Erneuerung des Heiligen Geistes.“

Die Neugeburt ist also Gottes barmherziges Handeln. Er reinigt und erneuert.
Das Wasser weist auf die Reinigung hin, die Gott durch sein lebendiges Wort an einem glaubenden Menschen vollzieht.
Eph 5,26 „damit er (der Herr Jesus) sie heilige, nachdem er sie gereinigt hat durch das Wasserbad im Wort.“


4. Das Wort hören, glauben und den Heiligen Geist empfangen.

Wie geschieht diese neue Geburt im Leben eines Menschen?

Die Schrift zeigt uns einen klaren Zusammenhang:

  • Der Mensch hört das Wort Gottes,
  • er nimmt es im Glauben an, und
  • Gott schenkt ihm den Heiligen Geist.

Erstens:
Das Wort Gottes wird gehört. Der Glaube entsteht nicht aus menschlicher Einbildung und auch nicht aus einem unbestimmten religiösen Gefühl.
Röm 10,17: „Also ist der Glaube aus der Verkündigung, die Verkündigung aber durch das Wort Christi.“
Gott lässt sein Wort verkündigen.
Dieses Wort:
  • deckt unsere Sünde auf,
  • ruft uns zur Umkehr und
  • verkündigt uns die gute Botschaft von dem Herrn Jesus, seinem Tod für unsere Sünden und seiner Auferweckung aus den Toten.

Zweitens:
Das gehörte Wort muss geglaubt und aufgenommen werden.
Nicht jeder, der das Wort mit seinen Ohren hört, nimmt es in seinem Herzen an.
Joh 1,12–13 „So viele ihn aber aufnahmen, denen gab er das Recht, Kinder Gottes zu werden, denen, die an seinen Namen glauben; die nicht aus Geblüt, auch nicht aus dem Willen des Fleisches, auch nicht aus dem Willen des Mannes, sondern aus Gott geboren sind.“

Die natürliche Abstammung macht niemanden zum Kind Gottes. Man wird nicht deshalb aus Gott geboren, weil die Eltern gläubig sind, weil man in einer christlichen Familie aufgewachsen ist oder weil man einer Gemeinde angehört. Auch der Wille eines anderen Menschen kann die Neugeburt nicht bewirken. Der einzelne Mensch muss den Herrn Jesus im Glauben aufnehmen.

Drittens:
Der Glaubende empfängt den Heiligen Geist.
Eph 1,13 „In ihm seid auch ihr, nachdem ihr das Wort der Wahrheit, das Evangelium eures Heils, gehört habt und gläubig geworden seid, versiegelt worden mit dem Heiligen Geist der Verheißung.“

Die Reihenfolge ist deutlich:

  • das Wort der Wahrheit hören,
  • glauben und
  • mit dem Heiligen Geist versiegelt werden.
Gott gibt uns seinen Geist, damit wir in einer lebendigen Beziehung zu ihm stehen und als seine Kinder leben können.

5. Durch das lebendige Wort Gottes gezeugt.
Mehrere Schriftstellen beschreiben das Wort Gottes als den unvergänglichen Samen, durch den Gott neues Leben hervorbringt.
Jak 1,18 „Nach seinem Willen hat er uns durch das Wort der Wahrheit geboren, damit wir gewissermaßen eine Erstlingsfrucht seiner Geschöpfe seien.“

Die Neugeburt beginnt nach dem Willen Gottes. Sein Wort ist das Wort der Wahrheit. Es täuscht uns nicht über unseren Zustand hinweg, sondern zeigt uns, wer wir ohne Gott sind. Gleichzeitig offenbart es uns die Gnade Gottes und ruft uns zum Glauben.
1.Petr 1,23 „Denn ihr seid wiedergeboren nicht aus vergänglichem Samen, sondern aus unvergänglichem durch das lebendige und bleibende Wort Gottes.“

Natürlicher Same bringt vergängliches Leben hervor. Das durch Gottes Wort geschenkte Leben besitzt dagegen einen unvergänglichen Ursprung. Menschen verändern ihre Meinungen, Kulturen verändern ihre Maßstäbe, und alles Sichtbare vergeht.


Das Wort Gottes aber bleibt. Darum ruht unser neues Leben nicht auf unseren wechselnden Gefühlen, sondern auf Gottes bleibendem Wort.
1.Petr 1,3 „Gepriesen sei der Gott und Vater unseres Herrn Jesus Christus, der nach seiner großen Barmherzigkeit uns wiedergezeugt hat zu einer lebendigen Hoffnung durch die Auferstehung Jesu Christi aus den Toten.“

Gott, der Vater, hat den Herrn Jesus aus den Toten auferweckt. Weil der Herr Jesus lebt, besitzen auch wir eine lebendige Hoffnung.

6. Kinder Gottes mit einer himmlischen Berufung.

Durch die Neugeburt erhalten wir nicht nur Vergebung. Gott, der Vater, nimmt uns als seine Kinder an und schenkt uns eine tiefe Beziehung zu ihm. Diese Beziehung ist nicht erst für die Zukunft bestimmt. Sie beginnt sofort, wenn ein Mensch das Wort der Wahrheit glaubt und den Geist Gottes empfängt.
Röm 8,15–16 „Denn ihr habt nicht einen Geist der Knechtschaft empfangen, wieder zur Furcht, sondern einen Geist der Sohnschaft habt ihr empfangen, in dem wir rufen: Abba, Vater! Der Geist selbst bezeugt zusammen mit unserem Geist, dass wir Kinder Gottes sind.“

Gott möchte nicht, dass seine Kinder ständig in der Angst eines Knechtes leben. Er gibt uns den Geist der Sohnschaft. Wir dürfen ihn als Vater anrufen, sogar „Abba Vater“, wie der erstgeborene Sohn seinen und unseren Gott und Vater gerufen hat.

Das bedeutet Ehrfurcht, aber auch Vertrauen, Nähe und Geborgenheit. Gott, der Vater, möchte nach unserer Entscheidung für ihn nicht in der Ferne bleiben. Er möchte unser Denken, unsere Entscheidungen, unsere Beziehungen und unseren Alltag prägen.

Für uns als Glieder des Leibes Christi ist damit eine himmlische Sohnschaft und Berufung verbunden.
Wir sind nicht nur aus der Welt herausgerufen, sondern auch in einen neuen geistlichen Zusammenhang hineingestellt.
1.Kor 12,13 „Denn in einem Geist sind wir alle zu einem Leib getauft worden, es seien Juden oder Griechen, es seien Sklaven oder Freie, und sind alle mit einem Geist getränkt worden.“

Der Heilige Geist verbindet uns mit dem Leib Christi. Wir sind nicht voneinander unabhängige Einzelgläubige. Jedes wiedergeborene Kind Gottes wird als Glied gebraucht, um dem ganzen Leib zu dienen. Gleichzeitig ist unsere Berufung himmlisch. Unser eigentliches Bürgerrecht und unsere bleibende Hoffnung liegen nicht in dieser Welt. Gott hat uns in Christus mit jeder geistlichen Segnung in der Himmelswelt gesegnet (Eph 1,3).


7. Woran Ist die Geburt aus Gott erkennbar.

Der erste Johannesbrief spricht besonders häufig davon, dass Gläubige „aus Gott geboren“ sind. Der Apostel Johannes gibt uns dabei keine Grundlage für selbstzufriedene Sicherheit. Er zeigt vielmehr Kennzeichen des neuen Lebens.
Die neue Geburt ist unsichtbar, ihre Wirkungen werden jedoch sichtbar.
1.Joh 5,1 „Jeder, der glaubt, dass Jesus der Christus ist, ist aus Gott geboren; und jeder, der den liebt, der geboren hat, liebt den, der aus ihm geboren ist.“

Was bedeutet diese Aussage des Apostels Johannes?
Er fragt nicht: Glaubst du, dass der Herr Jesus dein Gott ist? Entscheidend ist: Glaubst du, dass der Herr Jesus *der Christus*, also *der von Gott gesalbte und gesandte Sohn*, ist?
Wer glaubt, dass der Herr Jesus der von Gott gesalbte Christus ist, ist aus Gott geboren. Der biblische Glaube richtet sich somit auf den Herrn Jesus als den Christus Gottes.

Zugleich liebt der aus Gott Geborene Gott, den Vater, der ihn geboren und ihm neues geistliches Leben geschenkt hat.

Die Liebe zur göttlichen Gerechtigkeit:
Das Kind Gottes wird nicht durch gerechte Werke geboren. Aber weil es aus dem gerechten Gott geboren ist, entsteht in ihm das Verlangen, gerecht zu leben.

Es fragt nicht nur: Was ist erlaubt?
Es fragt: Was gefällt meinem himmlischen Vater?
1.Joh 2,29 „Wenn ihr wisst, dass er (Gott der Vater) gerecht ist, so erkennt, dass auch jeder, der die Gerechtigkeit tut, aus ihm geboren ist.“

Eine veränderte Haltung zur Sünde
1.Joh 3,9 „Jeder, der aus Gott geboren ist, tut nicht Sünde, denn sein Same bleibt in ihm; und er kann nicht sündigen, weil er aus Gott geboren ist.“

Johannes behauptet nicht, dass ein Kind Gottes in diesem Leben niemals mehr sündigen könnte.
Bereits in 1.Joh 1,8 schreibt er: „Wenn wir sagen, dass wir keine Sünde haben, betrügen wir uns selbst.“

Gemeint ist vielmehr, dass Sünde nicht mehr die unangefochtene Lebenspraxis und Herrschaft sein kann. Der aus Gott geborene Mensch kann sich
in der Sünde nicht mehr zu Hause fühlen. Wenn er fällt, rechtfertigt er die Sünde nicht, sondern bekennt sie, kehrt um und sucht Reinigung.

Liebe zu den Kindern Gottes
1.Joh 4,7 „Geliebte, lasst uns einander lieben! Denn die Liebe ist aus Gott; und jeder, der liebt, ist aus Gott geboren und erkennt Gott.“
Liebe ist mehr als Sympathie. Sie zeigt sich in Geduld, Vergebung, Hilfsbereitschaft, Wahrhaftigkeit und Opferbereitschaft. Wer behauptet, Gott zu lieben, aber seine Geschwister dauerhaft verachtet, muss seine Behauptung prüfen. Das Leben des Vaters zeigt sich in der Liebe seiner Kinder.

Überwindung der Welt
1.Joh 5,4 „Denn alles, was aus Gott geboren ist, überwindet die Welt; und dies ist der Sieg, der die Welt überwunden hat: unser Glaube.“
Wir leben weiterhin in dieser Welt, aber wir sind nicht mehr von dieser Welt. Ihre Maßstäbe, Begierden, ihr Stolz und ihre Auflehnung gegen Gott sollen uns nicht mehr beherrschen. Überwindung bedeutet nicht, dass wir keine Kämpfe mehr haben. Sie bedeutet, dass die Welt nicht mehr unsere Heimat ist. Der Glaube hält sich an den Himmel, an Gott und an seine Verheißungen.

Bewahrung vor dem Bösen
1.Joh 5,18 „Wir wissen, dass jeder, der aus Gott geboren ist, nicht sündigt; sondern der aus Gott Geborene bewahrt ihn, und der Böse tastet ihn nicht an.“
Das Kind Gottes lebt in einem geistlichen Kampf, aber nicht schutzlos. Der Herr bewahrt es. Diese Bewahrung macht uns nicht leichtsinnig, sondern wachsam und abhängig. Wir suchen die Nähe Gottes, bleiben in seinem Wort und widerstehen dem Bösen.


8. Lebendiger Glaube oder Selbstbetrug?

An dieser Stelle müssen wir eine ernste Frage stellen. Reicht es aus zu sagen: „Ich glaube Gottes Wort, ich bin wiedergeboren, ich bin ein Kind Gottes und deshalb errettet“?

Ein solches Bekenntnis ist wichtig. Aber wenn es keinerlei Frucht hervorbringt, gibt uns die Schrift kein Recht, uns auf bloße Worte zu verlassen.
Jak 2,17 „So ist auch der Glaube, wenn er keine Werke hat, in sich selbst tot.“

Jak 2,26 „Denn wie der Leib ohne Geist tot ist, so ist auch der Glaube ohne Werke tot.“
Jakobus sagt nicht, dass wir uns durch Werke die Neugeburt oder die Errettung verdienen. In Tit 3,5 wird ausdrücklich erklärt, dass Gott uns nicht aufgrund unserer Werke rettet.

Werke sind nicht die Wurzel der Neugeburt, sondern ihre Frucht. Ein Apfelbaum lebt nicht, weil wir Äpfel an seine Zweige hängen. Weil der Baum lebt, bringt er Frucht hervor. Ebenso machen uns Glaubenswerke nicht zu Kindern Gottes; aber das neue Leben aus Gott bringt Werke des Glaubens hervor.
Darum warnt Jakobus vor Selbstbetrug:
Jak 1,22 „Seid aber Täter des Wortes und nicht allein Hörer, die sich selbst betrügen!“

Es ist möglich, viele Predigten zu hören, richtige Antworten zu geben und dennoch dem Wort im Alltag nicht zu gehorchen. Wer nur hört, aber nicht tut, betrügt nicht Gott und auch nicht die Geschwister zuerst – er betrügt sich selbst.

Wir sollten uns deshalb ehrlich fragen:

  • Welche Frucht bringt mein Leben hervor?
  • Worin unterscheidet sich mein Umgang mit Geld, Zeit, Familie, Geschwistern, Wahrheit, Sexualität, Vergebung und Konflikten von dem Leben der Kinder dieser Welt?
  • Welche Glaubenswerke sind aus meinem Vertrauen auf Gott entstanden?
  • Wo gehorche ich Gottes Wort gerade dann, wenn es mich etwas kostet?
Diese Fragen sollen uns nicht in eine verzweifelte Selbstbeobachtung treiben. Kein Kind Gottes bringt sofort vollkommene Frucht. Wachstum braucht Zeit, Erziehung und manchmal schmerzhafte Korrektur.

Entscheidend ist aber, ob neues Leben vorhanden ist:

  • Gibt es Umkehr?
  • Gibt es ein wachsendes Verlangen nach Gerechtigkeit?
  • Gibt es Liebe?
  • Gibt es Kampf gegen die Sünde?
  • Gibt es Gehorsam, auch wenn er unvollkommen ist?
Wo wir versagt haben, dürfen wir umkehren, Vergebung empfangen und wieder aufstehen. Gott lässt seine Kinder nicht allein. Er wirkt in uns und führt uns Schritt für Schritt zur geistlichen Reife.

Lasst uns deshalb im Wort Gottes sowie in der Gemeinschaft mit unserem Gott und Vater, mit dem Herrn Jesus und miteinander bleiben.
Dann wird das neue Leben, das Gott uns geschenkt hat, zunehmend Frucht hervorbringen.

AMEN!

RT_Rund_neu_431x431
Reinhold Thalhofer
AK_rund
Adnan Krikor
Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus, die Liebe Gottes und die Kraft des Heiligen Geistes, der uns Gemeinschaft untereinander und mit Gott schenkt, sei mit uns allen!

Reinhold Thalhofer und Adnan Krikor,

Knechte Jesu Christi nach dem Willen unseres himmlischen Vaters, in der Kraft des Heiligen Geistes.