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Der andere Jesus, sein Evangelium und seine Gemeinschaft.

Der Gläubige und die Krankheiten– Teil 1

heute studieren wir anhand des Wortes Gottes folgendes Thema:

Der andere Jesus, sein Evangelium und seine Gemeinschaft.

Diese Botschaft gliedern wir über folgende Kapitel:
  1. Einleitung: Warum diese Unterscheidung heute unverzichtbar ist
  2. Der wahre Jesus und die zwei Evangelien in Gottes Heilsplan
  3. Das Evangelium vom Reich – irdisch, zukünftig und herrlich
  4. Das Evangelium des Christus – himmlisch, verborgen und jetzt gültig
  5. Der andere Jesus – eine partielle Wahrheit mit verheerender Wirkung
  6. Warum Christen heute ein Sozial-, Umwelt- oder Heilungsevangelium erwarten
  7. Die andere Gemeinschaft – Einheit ohne Wahrheit
  8. Treue zum Evangelium des Christus in einer verführten Zeit

1. Einleitung: Warum diese Unterscheidung heute unverzichtbar ist.

Kaum etwas wird im Christentum unserer Tage so selten klar unterschieden wie die Evangelien.

Viele sprechen vom Evangelium, ohne zu fragen:
Welches Evangelium? - Für wen? - Zu welcher Zeit?

Das Ergebnis ist eine wachsende Verwirrung innerhalb der Christenheit.
Der Apostel Paulus nennt diese Verwirrung beim Namen:
Gal 1,6–7 „Ich wundere mich, dass ihr so schnell von dem, der euch in der Gnade Christi berufen hat, zu einem anderen Evangelium umkehrt, das doch kein anderes ist; nur sind etliche da, die euch verwirren und das Evangelium des Christus verkehren wollen.“

Es geht nicht um Randfragen, sondern um den Kern der göttlichen Heilsverwaltung.
Wer hier vermischt, was Gott getrennt hat, landet zwangsläufig bei einem anderen Jesus, einem anderen Evangelium und einer anderen Gemeinschaft.


2. Der wahre Jesus und die zwei Evangelien in Gottes Heilsplan

Es ist entscheidend festzuhalten:
Der wahre Jesus hat nicht nur ein Evangelium verkündigt. Er ist der von Gott gesandte Sohn, der verschiedene Botschaften zu verschiedenen Zeiten verkündigt hat – immer vollkommen wahr, aber nicht zeitgleich gültig.

Während seines irdischen Dienstes verkündigte der Herr Jesus das Evangelium vom Reich –
gerichtet an Israel - bezogen auf die Erde und ausgerichtet auf das kommende messianische Reich.

Nach seinem Erlösungswerk, dem Kreuzestod und der Auferstehung gab er seinen Jüngern den Missionsbefehl. Nun ging es darum, das Evangelium vom Reich auch allen Heiden zu predigen - ergänzt um das Erlösungswerk und der Rechtfertigung aus dem Glauben an Jesus
:
MK 16,15 "Und er sprach zu ihnen: Geht hin in alle Welt und verkündigt das Evangelium der ganzen Schöpfung!"


Später offenbarte Gott, der Vater, durch den Herrn Jesus Christus dem Apostel Paulus ein bis dahin verborgenes Evangelium – das Evangelium des Christus – bestimmt für den Leib Christi mit himmlischer Berufung.
Gal 1,11–12 „Denn ich tue euch kund, Brüder, dass das von mir verkündigte Evangelium nicht von Menschen ist; denn ich habe es weder von einem Menschen empfangen noch gelernt, sondern durch Offenbarung Jesu Christi.“

Die Erstoffenbarung des Evangeliums des Christus
erfolgte von Gott, dem Vater - durch den verherrlichten Herrn Jesus - an den Apostel Paulus.

Die Bestätigung dieses Evangeliums geschah später
: durch den Heiligen Geist - an die übrigen Apostel und Propheten - sodass die Einheit der Lehre entstand.

Über diese Bestätigung schreibt der Apostel Paulus folgendes:
Gal 2,7–8 „7 sondern im Gegenteil, als sie sahen, dass ich mit dem Evangelium an die Unbeschnittenen betraut bin, gleichwie Petrus mit dem an die Beschneidung, 8 denn der, welcher in Petrus kräftig wirkte zum Aposteldienst unter der Beschneidung, der wirkte auch in mir kräftig für die Heiden.“

Eph 3, 4-5 „4 Daran könnt ihr, wenn ihr es lest, meine Einsicht in das Geheimnis des Christus erkennen,
5 das in früheren Generationen den Menschenkindern nicht bekannt gemacht wurde, wie es jetzt seinen heiligen Aposteln und Propheten durch den Geist geoffenbart worden ist,“

Das Evangelium des Christus wurde vom verherrlichten Herrn Jesus durch Offenbarung dem Apostel Paulus anvertraut.
Die übrigen Apostel haben später dieses Evangelium durch den Heiligen Geist erkannt, bestätigt und ihm nichts hinzugefügt.
  • Der Herr Jesus verkündigte auf Erden das Evangelium vom Reich an Israel.
  • Seine Junger verkündigten es nach der Auferstehung bis an die Enden der Erde.
  • Der verherrlichte Herr Jesus offenbarte vom Himmel aus das Evangelium des Christus
  • Alles stammt vom einen Gott und Vater, aber: zu verschiedenen Zeiten - für verschiedene Berufungen - mit verschiedenen Verheißungen.


3. Das Evangelium vom Reich - irdisch, zukünftig und herrlich.

Das Evangelium vom Reich ist göttlich, wahr und herrlich – aber nicht für unsere Heilszeit.

Es kündigt an:
Frieden unter den Nationen - Gerechtigkeit auf der Erde - soziale Versorgung für alle - Heilung der Menschen - Wiederherstellung der Schöpfung
Jes 2,4 „Und sie werden ihre Schwerter zu Pflugscharen schmieden … und sie werden den Krieg nicht mehr lernen.“

Dieses Evangelium gehört untrennbar zum tausendjährigen Reich. Es setzt voraus:
die sichtbare Herrschaft des Christus auf Erden - die Bindung Satans - die Wiederherstellung Israels. Wer dieses Evangelium in unsere Heilszeit hineinträgt, reißt es aus seinem heilsgeschichtlichen Zusammenhang.


4. Das Evangelium des Christus - himmlisch, verborgen und jetzt gültig.

Das Evangelium des Christus ist kein Evangelium für die Welt, sondern für einen Leib, den Leib Christi.

Es verheißt nicht
:
  • Frieden unter den Völkern,
  • soziale Gerechtigkeit auf Erden,
  • Heilung aller Krankheiten,
  • Wiederherstellung der Natur.
Sondern:
  • Versöhnung mit Gott,
  • Rechtfertigung aus Glauben,
  • eine himmlische Stellung,
  • Leiden in der jetzigen Zeit,
  • zukünftige Herrlichkeit in den Himmeln.
Eph 2,6 „… und hat uns mitauferweckt und mitsitzen lassen in den himmlischen Regionen in Christus Jesus.“

Dieses Evangelium war ein Geheimnis, verborgen in Gott, und wurde erst durch den Apostel Paulus offenbart und später auch allen anderen Aposteln und Propheten – für unsere heutige Heilszeit.


5. Der andere Jesus - eine partielle Wahrheit mit verheerender Wirkung.

Der andere Jesus ist nicht offen antichristlich. Er ist gefährlich, weil er echt wirkt.

Er verkündigt
den Jesus der sog. Evangelienberichte - den Jesus der Wunder - den Jesus der Barmherzigkeit. Aber er unterschlägt den Christus der Offenbarung, den verherrlichten Sohn, der heute ein himmlisches Volk sammelt.
2.Kor 11,4 „Denn wenn der, welcher [zu euch] kommt, einen anderen Jesus verkündigt, den wir nicht verkündigt haben, oder wenn ihr einen anderen Geist empfangt, den ihr nicht empfangen habt, oder ein anderes Evangelium, das ihr nicht angenommen habt, so habt ihr das gut ertragen."

Dieser andere Jesus predigt heute:
1. Das Reich ohne Kreuz.
Der andere Jesus predigt ein Reich Gottes, ohne dass der Mensch mit Christus gekreuzigt werden muss, und damit auch ohne die Konsequenz der Mitauferstehung.

Das Evangelium des Christus lehrt jedoch unmissverständlich:
Ohne Mitgekreuzigtsein gibt es keine Teilhabe an der Auferstehung in Christus.
Röm 6,6 „Da wir dies erkennen, dass unser alter Mensch mitgekreuzigt worden ist, damit der Leib der Sünde abgetan sei, dass wir der Sünde nicht mehr dienen.“

2. Herrlichkeit ohne Leiden.
Der andere Jesus verheißt Herrlichkeit: Jetzt - sichtbar - erfahrbar - ohne Leid!

Das Evangelium des Christus hingegen stellt eine feste göttliche Ordnung auf:
Röm 8,17 „Wenn aber Kinder, so auch Erben – Erben Gottes und Miterben Christi –, wenn wir wirklich mitleiden, damit wir auch mitverherrlicht werden.“

2.Tim 2,11–12 „Das Wort ist gewiss: Denn wenn wir mitgestorben sind, so werden wir auch mitleben; wenn wir ausharren, so werden wir auch mitherrschen.“

3. Segnung ohne himmlische Berufung.
(irdische statt himmlische Segnungen)
Der andere Jesus verkündigt Segnung: materiell - sozial - gesundheitlich - ökologisch, also irdische Segnungen, die zum tausendjährigen Reich gehören.

Das Evangelium des Christus hingegen richtet den Gläubigen bewusst weg von der Erde:
Eph 1,3 „Gepriesen sei der Gott und Vater unseres Herrn Jesus Christus, der uns gesegnet hat mit jeder geistlichen Segnung in den himmlischen Regionen in Christus.“

6. Warum Christen heute ein Sozial-, Umwelt- oder Heilungsevangelium erwarten.

Immer wieder treten sogenannte Christen an uns heran und fragen, weshalb wir kein soziales Evangelium - kein Umweltevangelium - kein Kultur- oder Heilungsevangelium verkündigen?

Die Antwort ist schlicht und zugleich ernüchternd:
Weil sie Verheißungen des tausendjährigen Reiches für unsere Heilszeit erwarten.

Sie haben gelernt:
Jesus macht die Welt besser - das Evangelium verändert Strukturen - das Reich Gottes wächst sichtbar.

Doch das Evangelium des Christus sagt etwas völlig anderes:
2.Tim 3,12 „Alle aber auch, die gottselig leben wollen in Christus Jesus, werden verfolgt werden.“

Wer heute das Evangelium vom Reich verkündigt, gefällt den Menschen, aber verführt sie, indem er ihnen eine göttliche Zukunft für das Jetzt verkauft.


7. Die andere Gemeinschaft - Einheit ohne Wahrheit.

Wo ein anderes Evangelium gepredigt wird, entsteht zwangsläufig eine andere Gemeinschaft.

Sie ist
groß - emotional - engagiert - gesellschaftlich anerkannt.

Doch sie ist nicht gegründet auf die Wahrheit des Evangeliums des Christus.
Eph 4,13 „… bis wir alle hingelangen zur Einheit des Glaubens und der Erkenntnis des Sohnes Gottes …“

Ohne diese Erkenntnis entsteht eine Gemeinschaft, die:
1. Wahrheit relativiert
Wo das Evangelium des Christus nicht klar erkannt und festgehalten wird, verliert Wahrheit ihren absoluten Charakter. Sie wird verhandelbar.

Nicht mehr die Frage „Ist es wahr?“ steht im Mittelpunkt, sondern:
„Hilft es?“ - „Ermutigt es?“ - „Erreicht es Menschen?“

Damit verschiebt sich der Maßstab von der Offenbarung Gottes hin zum menschlichen Nutzen.
2.Tim 4,3 „Denn es wird eine Zeit sein, da sie die gesunde Lehre nicht ertragen werden, sondern sich selbst nach ihren eigenen Begierden Lehrer aufhäufen werden, weil es ihnen in den Ohren kitzelt.“

Ohne die Erkenntnis des Evangeliums des Christus entsteht eine Gemeinschaft, die
Wahrheit relativiert, um Einheit zu bewahren - Leid nicht geistlich einordnen kann, weil es nicht in ihr Heilsverständnis passt - und ihre Hoffnung an diese Welt bindet, statt an die himmlische Berufung.

Eine solche Gemeinschaft wirkt lebendig, verliert aber ihre Ausrichtung.
2.Kor 4,16–18 „16 Darum lassen wir uns nicht entmutigen; sondern wenn auch unser äußerer Mensch zugrunde geht, so wird doch der innere Tag für Tag erneuert. 17 Denn unsere Bedrängnis, die schnell vorübergehend und leicht ist, verschafft uns eine ewige und über alle Maßen gewichtige Herrlichkeit, 18 da wir nicht auf das Sichtbare sehen, sondern auf das Unsichtbare; denn was sichtbar ist, das ist zeitlich; was aber unsichtbar ist, das ist ewig..“


8. Treue zum Evangelium des Christus in einer verführten Zeit.

Das Evangelium vom Reich mit all seinen irdischen Verheißungen war gültig vor der Zeit der Gemeinde und der Offenbarung des Geheimnisses des Christus und wird in Zukunft wieder verkündigt – wenn die Gemeinde verherrlicht ist. Aber zu Gottes Zeit, in Gottes Ordnung, und auf Gottes Erde.

Das Evangelium des Christus mit seinen Verheißungen gilt jetzt –
für unsere Heilszeit - für den Leib Christi - für eine himmlische Berufung.

Wer diese beiden Evangelien vertauscht …


1. … verliert die himmlische Hoffnung
Wenn Verheißungen des tausendjährigen Reiches in die heutige Heilszeit hineingezogen werden, verschiebt sich die Hoffnung des Gläubigen unmerklich, aber nachhaltig von den Himmeln auf die Erde.
Statt auf: die himmlische Stellung in Christus - die zukünftige Herrlichkeit beim Vater - die Vollendung des Leibes Christi -
richtet sich die Erwartung auf: gesellschaftliche Verbesserung - sichtbaren Erfolg - irdische Erfüllung.

Doch das Evangelium des Christus lenkt den Blick bewusst weg von dieser Welt:
Phil 3,20 „Denn unser Bürgertum ist in den Himmeln, von woher wir auch den Retter erwarten …“

2. … verwässert das Kreuz.
Das Evangelium vom Reich kennt Herrlichkeit auf der Erde - Das Evangelium des Christus führt durch das Kreuz zur himmlischen Herrlichkeit. Mit dem Kreuz ist im Evangelium des Christus nicht nur das einmalige Sterben des Herrn Jesus gemeint, sondern unser tägliches Mitgekreuzigtsein mit ihm: das bewusste Hingeben unseres Fleisches und seinen Begierden in den Tod.

Wer dem Christus angehört, bringt das Fleisch täglich an das Kreuz, damit das neue Leben aus Gott wirksam wird.
Gal 5,24 „Die aber des Christus sind, haben das Fleisch gekreuzigt samt den Leidenschaften und Begierden.“

Wird das Reichsevangelium auf die heutige Zeit übertragen, verdreht es die Bedeutung des Kreuzes.
Gal 2,19–20 „Ich bin mit Christus gekreuzigt; und nicht mehr lebe ich, sondern Christus lebt in mir …“

Ohne diese Wahrheit wird das Christsein
bequem statt verwandelnd - siegreich ohne Sterben - religiös ohne neue Schöpfung. Das Kreuz wird nicht geleugnet – aber seiner Kraft beraubt.

3. … baut eine falsche Gemeinschaft.
Eine Gemeinschaft, die von falschen Erwartungen lebt, wird zwangsläufig falsch geformt.

Wo das Evangelium des Christus verdrängt wird, entsteht eine Gemeinschaft, die
Erfolge misst statt Treue - Wachstum zählt statt Wahrheit - Zustimmung sucht statt Gehorsam.

Sie wirkt lebendig, aktiv, attraktiv und einladend – aber ihr Fundament ist nicht die himmlische Berufung des Leibes Christi.
Nicht Christus als Haupt bestimmt dann die Richtung, sondern das, was Menschen erwarten und hören wollen.

Unsere Berufung ist nicht,
die Welt zu heilen, sondern Menschen mit Gott zu versöhnen.
2.Kor 5,18–19 „… und hat uns den Dienst der Versöhnung gegeben …“

Unsere Berufung ist nicht,
das Reich auf Erden zu bauen, sondern den Leib Christi zu vollenden.
Eph 1,22–23 „… die Gemeinde, die sein Leib ist …“

Unsere Berufung ist nicht,
Menschen zu gefallen, sondern treu zu sein – auch wenn es einiges kostet.
1.Kor 4,2 „Im Übrigen wird hier an Verwaltern gesucht, dass einer treu befunden werde.“

Lasst uns daher:
die himmlische Hoffnung hochhalten - das Kreuz nicht verkürzen - und die Gemeinschaft auf Wahrheit gründen.
Denn Gott vollendet, was er begonnen hat, und der Leib Christi wird ans Ziel kommen.


AMEN!

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Reinhold Thalhofer
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Adnan Krikor
Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus, die Liebe Gottes und die Kraft des Heiligen Geistes, der uns Gemeinschaft untereinander und mit Gott schenkt, sei mit uns allen!

Reinhold Thalhofer und Adnan Krikor,

Knechte Jesu Christi nach dem Willen unseres himmlischen Vaters, in der Kraft des Heiligen Geistes.