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Das Wort Gottes – Person und Ausdruck.

Ein Leben der Hingabe …

heute geht es um das Thema: "Das Wort Gottes – Person, Ausdruck und das fortwährende Reden des Vaters zum Sohn

Diese Botschaft gliedern wir in folgende Themen:

Begriffsklärung: „Wort Gottes“ – Person und Ausdruck
  1. Das Schöpfungswort und die vielen Worte Gottes.
  2. Die Ordnung der Offenbarung: Vater → Sohn → Geist → Mensch.
  3. Jetztzeit: Haupt und Leib – die gegenwärtige Ordnung in der Gemeinde.
  4. Nach der Hochzeit des Lammes: Braut und Bräutigam – vollendete Einheit.
  5. Direkte Rede Gottes in der Herrlichkeit: „Sie werden sein Angesicht sehen“.
  6. Praktische Konsequenzen für Lehre, Dienst und Leben.

1. Begriffsklärung: „Wort Gottes“ – Person und Ausdruck.

Die Bibel gebraucht „Wort“ logos (λόγος) sowohl personal als auch funktional:
Personal: Der Herr Jesus als die Verkörperung des Wortes.
Joh 1,1 „Im Anfang war
das Wort, und das Wort war bei Gott, und das Wort war Gott.“
Joh 1,14 „Und das Wort wurde Fleisch und wohnte unter uns.“
Offb 19,13 „und er ist bekleidet mit einem in Blut getauchten Gewand, und sein Name heißt: Das Wort Gottes.
Funktional (als Mitteilung Gottes): Gottes Reden, seine Aussprüche, Gebote, Zusagen, Gerichte.
Matt 4,4 „Er aber antwortete und sprach: Es steht geschrieben: »
Der Mensch lebt nicht vom Brot allein, sondern von einem jeden Wort, das aus dem Mund Gottes hervorgeht!«“
Joh 6,63 „Der Geist ist es, der lebendig macht, das Fleisch nützt gar nichts. Die Worte, die ich zu euch rede, sind Geist und sind Leben.“
Diese doppelte Verwendung ist entscheidend:
Das „Wort“ im Anfang ist in der Person des Herrn Jesus offenbar geworden, doch Gottes Reden als solches ist unerschöpflich.
Es ist deshalb richtig zu sagen:
Das Schöpfungswort in der Person des Sohnes ist nicht das einzige Wort Gottes; Gott hat unzählige Worte gesprochen und spricht sie weiterhin

2. Das Schöpfungswort und die vielen Worte Gottes.

Das „Schöpfungswort“ bezeichnet die schöpferische Wirkkraft Gottes, die in der Person des Sohnes ihren personalen Ausdruck hat:
1.Mo 1,3 „Und Gott sprach: Es werde Licht! Und es wurde Licht.“
Ps 33,6 Die Himmel sind durch das Wort des HERRN gemacht, und ihr ganzes Heer durch den Hauch seines Mundes.“
Joh 1,3 Alles wurde durch dasselbe, und ohne dasselbe wurde auch nicht eines, das geworden ist.“
Zugleich bezeugt die Schrift das fortwährende Reden Gottes:
Heb 3,7 „Deshalb, wie der Heilige Geist sagt: Heute, wenn ihr seine Stimme hört …“
Jes 55,11 „So wird mein Wort sein, das aus meinem Mund hervorgeht: Es wird nicht leer zu mir zurückkehren…“
Offb 2–3 „Wer ein Ohr hat, höre, was der Geist den Gemeinden sagt.“
Folglich: Es gibt ein Wort Gottes als Person (der Herr Jesus) - und unzählige Worte Gottes als fortlaufendes Reden.
Die vielen Worte „entspringen“ nicht neben dem Sohn her, sondern im Willen des Vaters, der im Sohn Ausdruck findet.
Der Herr Jesus ist zugleich Hörer und Handler des Vaters:
Joh 12,49 „Denn ich habe nicht aus mir selbst geredet, sondern der Vater, der mich gesandt hat, hat mir ein Gebot gegeben, was ich sagen und was ich reden soll.“
Joh 14,10 „die Worte, die ich zu euch rede, rede ich nicht von mir selbst; der Vater aber, der in mir bleibt, tut seine Werke.“
Darin bestätigt sich beides:
  • Er ist das Wort – und
  • er empfängt die Worte des Vaters.
So ist der Herr Jesus die Mitte allen göttlichen Redens, ohne dass Gottes Reden auf ein einziges „Wort“ reduziert wäre.

3. Die Ordnung der Offenbarung: Vater → Sohn → Geist → Mensch.

Die Schrift zeigt eine klare, heilsgeschichtliche Linie:
Heb 1,1–2 „Nachdem Gott vielfältig und auf vielerlei Weise ehemals zu den Vätern geredet hat in den Propheten, hat er am Ende dieser Tage zu uns geredet im Sohn.
Joh 16,13–14 Wenn aber jener kommt, der Geist der Wahrheit, wird er euch in die ganze Wahrheit leiten… er wird von dem Meinen nehmen und euch verkündigen.“
Das Muster lautet:
  • Der Vater ist die Quelle;
  • der Sohn ist der Empfänger;
  • der Geist teilt mit;
  • Menschen hören und reden, getragen vom Geist der Sohnschaft:
Röm 8,15 „…sondern ihr habt den Geist der Sohnschaft empfangen, in dem wir rufen: Abba, Vater!“

4. Jetztzeit: Haupt und Leib – die gegenwärtige Ordnung in der Gemeinde.

In der gegenwärtigen Haushaltung beschreibt die Schrift die Beziehung des Herrn Jesus zur Gemeinde mit dem Bild von Haupt und Leib:
Eph 1,22–23 „22 und er hat alles seinen Füßen unterworfen und ihn als Haupt über alles der Gemeinde gegeben, 23 die sein Leib ist, die Fülle dessen, der alles in allen erfüllt,“
Kol 1,18 „Und er ist das Haupt des Leibes, der Gemeinde, er, der der Anfang ist, der Erstgeborene aus den Toten, damit er in allem der Erste sei.“
Dieses Bild betont Leitung, Abhängigkeit, Versorgung. Der Herr Jesus, das Haupt im Himmel, wirkt durch den Geist in seinen Leib auf Erden. Hieraus folgt, dass wir jetzt im Hören sind: Wir empfangen, prüfen, gehorchen.
1.Thess 5,20-21 „20 Die Weissagung verachtet nicht! 21 Prüft alles, das Gute behaltet!
Diese Ordnung ist zeitlich geprägt: solange der Leib in der Fremde ist, wirkt das Haupt vom Himmel her. Es ist die Ordnung des Glaubens, nicht des Schauens.

5. Nach der Hochzeit des Lammes: Braut und Bräutigam – vollendete Einheit.

Nach Entrückung und Richterstuhl folgt die Hochzeit des Lammes:
Offb 19,7–9 7 „Lasst uns fröhlich sein und jubeln und ihm die Ehre geben! Denn die Hochzeit des Lammes ist gekommen, und seine Frau hat sich bereit gemacht.
8 Und es wurde ihr gegeben, sich in feine Leinwand zu kleiden, rein und glänzend; denn die feine Leinwand ist die Gerechtigkeit der Heiligen.
9 Und er sprach zu mir: Schreibe: Glückselig sind die, welche zum Hochzeitsmahl des Lammes berufen sind! Und er sprach zu mir: Dies sind die wahrhaftigen Worte Gottes!“
Ab hier ändert sich die Darstellung:
Die Gemeinde erscheint nicht mehr als „Leib unter dem Haupt“, sondern als Braut, die eins ist mit dem Bräutigam.
Der Fokus liegt auf Einheit in Herrlichkeit, nicht mehr auf Leitung über Distanz.
Offb 21,2 „Und ich sah die heilige Stadt, das neue Jerusalem, herniederkommen aus dem Himmel von Gott, bereitet wie eine geschmückte Braut für ihren Mann.“
Offb 21,9–10 „9 Und es kam zu mir einer der sieben Engel, welche die sieben Schalen hatten, die mit den sieben letzten Plagen gefüllt waren, und redete mit mir und sprach: Komm, ich will dir die Frau, die Braut des Lammes, zeigen!
10 Und er brachte mich im Geist auf einen großen und hohen Berg und zeigte mir die große Stadt, das heilige Jerusalem, die von Gott aus dem Himmel herabkam,“
Die Schrift zeigt, dass die Braut des Lammes identisch ist mit der heiligen Stadt, dem neuen Jerusalem (Offb 21–22).
Diese Stadt ist nicht nur ein Ort, sondern die himmlische Familie Gottes – die Gemeinschaft derer, die durch die neue Geburt Anteil am göttlichen Leben erhalten haben.

Die Merkmale der Braut sind:
  • sie ist die Wohnstätte Gottes,
  • sie trägt die Herrlichkeit Gottes,
  • sie ist aus der Natur Gottes gezeugt,
  • sie ist die Familie des Vaters und des Lammes.
Darum heißt es:

„Siehe, die Hütte Gottes bei den Menschen“ (Offb 21,3).

Die Stellung auf dem Thron

Der Thron gehört Gott, dem Vater.
Doch der Herr Jesus — der Sohn — sitzt auf diesem Thron, weil:
  • er vom Vater hervorgebracht ist,
  • er erhöht wurde,
  • und ihm alle Macht gegeben wurde.
Die Braut sitzt mit ihm auf demselben Thron. Das bedeutet:
  • Sie herrscht mit ihm.
  • Sie teilt seine Stellung als Familie, nicht als Untertanen.
  • Sie hat Anteil an Autorität, aber nicht als Quelle — sondern aus Beziehung.
Es gilt:
Ein Thron — ein Gott — ein Christus — der besteht aus dem Erstgeborenen und vielen weiteren Söhnen.

Das Erbe
Die Braut besitzt:
  • das Wasser des Lebens - wirksam durch den Geist,
  • den Baum des Lebens - wirksam durch den Geist,
  • die Gegenwart Gottes - wirksam durch den Geist,
  • den Namen des Vaters und des Lammes,
  • die Herrschaft mit Christus - wirksam durch den Geist.
Die Nationen erhalten durch sie:
  • Heilung,
  • Führung,
  • Licht,
  • Leben,
  • Ordnung.
Die Nationen leben unter der Herrschaft — nicht in der Herrschaft.

Zusammengefasst:
Die Braut des Lammes ist das neue Jerusalem, die Familie des Vaters, hervorgebracht aus seinem Geist. Sie hat Teil am Thron Gottes und des Lammes, denn sie ist eins mit dem Sohn und herrscht mit ihm.

Die Nationen hingegen dienen in der Stadt und empfangen Leben aus ihr.
So bleibt die ewige Ordnung bestehen:
Der Vater ist der Eine Gott, der Sohn ist der Erstgeborene, die Braut ist die verherrlichte Familie, und die Nationen sind die gesegneten Diener.

6. Direkte Rede Gottes in der Herrlichkeit: „Sie werden sein Angesicht sehen“.

Die Braut trägt den Namen des Vaters, des Sohnes und der Stadt — denn sie gehört zur Familie Gottes, die mit dem Lamm auf seinem Thron sitzt.
1.Joh 3,2 „…wir werden ihm gleich sein, denn wir werden ihn sehen, wie er ist.“
Phil 3,21 „…wird unseren Leib der Niedrigkeit umgestalten zur Gleichförmigkeit mit seinem Leib der Herrlichkeit.“
Das bedeutet keine Aufhebung der göttlichen Ordnung, wohl aber ihre Vollendung:
Wenn der Vater zum Sohn spricht, ist dieses Reden zugleich in der Braut gegenwärtig, weil sie eins sind.
Es gibt keine trennende Vermittlung mehr; das Reden Gottes ist unmittelbar, ohne dass der Erstgeborene Sohn übergangen wäre.
Es erfüllt sich:
Joh 17,22–23 „22 Und ich habe die Herrlichkeit, die du mir gegeben hast, ihnen gegeben, auf dass sie eins seien, gleichwie wir eins sind,
23 ich in ihnen und du in mir, damit sie zu vollendeter Einheit gelangen, und damit die Welt erkenne, dass du mich gesandt hast und sie liebst, gleichwie du mich liebst.“
Auch der heilsgeschichtliche Endpunkt unterstreicht diese Einheit:
1.Kor 15,28 „Wenn ihm aber alles unterworfen sein wird, dann wird auch der Sohn selbst dem unterworfen sein, der ihm alles unterworfen hat, damit Gott alles in allem sei.
Gott ist alles in allem – das Reden Gottes ist allgegenwärtig in der Gemeinschaft der Verherrlichten.


7. Praktische Konsequenzen für Lehre, Dienst und Leben.

a) Christuszentriertes Schriftverständnis ohne Denkfehler
Weil der Herr Jesus das Wort ist, dürfen wir Gottes Reden nicht auf ein einziges „Wort“ verengen.
Gott spricht fortwährend; jedes Wort ist Geist und Leben. Lehre und Verkündigung sollen das vielerlei Reden des Vaters entfalten, im Sohn verankert, durch den Geist bezeugt.
b) Gehorsam in der Jetztzeit – Erwartung der Vollendung
Als Leib unter dem Haupt leben wir jetzt im Hören und Gehorchen.
Kol 3,16 „Das Wort des Christus wohne reichlich in euch…“
1.Thess 5,21 „Prüft aber alles…“
Wir erwarten die Hochzeit des Lammes; diese Hoffnung prägt Heiligung, Treue und Nüchternheit.
c) Tröstliche Gewissheit der künftigen Unmittelbarkeit
Unsere Hoffnung ist unmittelbare Gemeinschaft: Wir werden sehen, hören, erkennen ohne Schleier. Das stärkt die Geduld in Anfechtung und klärt Prioritäten: Wir investieren in das, was Ewigkeitswert hat.
d) Einheit in der Herrlichkeit – Maßstab für die Gegenwart
Die zukünftige Einheit von Bräutigam und Braut ist Vorbild für die Einheit der Geschwister hier und jetzt:
Eph 4,3 „…befleißigt euch, die Einheit des Geistes zu bewahren…“
Joh 17,23 „…damit die Welt erkenne…“
Wir leben „von oben her“ – im Geist der Sohnschaft, in Liebe, Wahrheit und Reinheit.
e) Reinheit der Lehre – Klarheit der Sprache
Weil die Schrift nach der Hochzeit das Bild „Braut und Lamm“ in den Vordergrund stellt, achten wir in der Lehre darauf, zeitliche Bilder (Haupt/Leib) und ewige Bilder (Bräutigam/Braut) sauber zu unterscheiden, damit die Hoffnung der Gemeinde hell und biblisch präzise bleibt.
Zusammengefasst:
Der Herr Jesus ist das fleischgewordene Wort und zugleich der Empfänger des Redens des Vaters.
Gott spricht fortwährend – seine Worte sind unzählig, Geist und Leben.
In der jetzigen Zeit ordnet Gott uns dem Herrn Jesus als Haupt unter.
Nach der Hochzeit des Lammes aber stehen Braut und Bräutigam in vollendeter Einheit. Dann ist Gottes Reden unmittelbar, weil Gott alles in allem ist und wir ihn sehen, wie er ist – ohne dass die Stellung des Erstgeborenen geschmälert, sondern indem sie vollendet wird.

AMEN!

    RT_Rund_neu_431x431
    Reinhold Thalhofer
    AK_rund
    Adnan Krikor
    Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus, die Liebe Gottes und die Kraft des Heiligen Geistes, der uns Gemeinschaft untereinander und mit Gott schenkt, sei mit uns allen!

    Reinhold Thalhofer und Adnan Krikor,

    Knechte Jesu Christi nach dem Willen unseres himmlischen Vaters, in der Kraft des Heiligen Geistes.