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Leben als Kinder Gottes.
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heute geht es weiter mit unserer neuen Lehrserie unter dem Titel:
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„Leben als Kinder Gottes – unsere himmlische Berufung.“
Kapitel 6: Die Gesinnung Christi.
Diese Botschaft gliedern wir über folgende Kapitel:
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- Nicht nur handeln wie Christus – sondern denken und empfinden wie Christus.
- Was bedeutet die Gesinnung Christi?
- Die Gesinnung Christi beginnt bei seiner Beziehung zum Vater.
- Die Gesinnung Christi ist eine Gesinnung der Demut.
- Die Gesinnung Christi zeigt sich im Dienen.
- Die Gesinnung Christi im Umgang mit Ungerechtigkeit.
- Die Gesinnung Christi ist Gehorsam gegenüber dem Vater.
- Wie gewinnt die Gesinnung Christi in uns Gestalt?
- Die Gesinnung Christi zeigt sich im ganz gewöhnlichen Alltag.
- Schlussgedanke – Bis Christus in uns Gestalt gewinnt.
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1. Nicht nur handeln wie Christus – sondern denken und empfinden wie Christus.
In unserer Serie „Leben als Kinder Gottes – unsere himmlische Berufung“ haben wir inzwischen einen wichtigen Weg miteinander zurückgelegt.
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- Wir haben gesehen, was es bedeutet, aus Gott geboren zu sein.
- Wir haben unsere Sohnschaft betrachtet, unsere Stellung als Kinder und Erben Gottes
- Und unsere Verantwortung als Glieder des Leibes des Christus.
- Wir haben erkannt, dass unser himmlischer Vater uns erzieht und formt.
- Und zuletzt haben wir darüber gesprochen, was es bedeutet, im Geist und nicht im Fleisch zu leben.
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Heute gehen wir einen entscheidenden Schritt weiter. Denn wenn wir im Geist wandeln, stellt sich die Frage: Was möchte der Geist Gottes eigentlich in uns hervorbringen? Was ist das Ziel seines Wirkens an unserem inneren Menschen?
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Die Antwort lautet: Das Wesen und die Gesinnung des Herrn Jesus Christus.
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Der Apostel Paulus schreibt:
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Philipper 2,5 „Denn ihr sollt so gesinnt sein, wie es Christus Jesus auch war.“
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Dieser Satz geht weit über die Aufforderung hinaus, lediglich so zu handeln, wie der Herr Jesus gehandelt hat. Paulus sagt nicht nur: Tut, was Christus getan hat. Er sagt: Seid so gesinnt, wie Christus gesinnt war.
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Damit geht es um unser Denken, unsere innere Haltung, unsere Beweggründe, unsere Reaktionen, unser Verhältnis zu unserem himmlischen Vater und unseren Umgang miteinander. Es geht letztlich um die Frage: Welche Gesinnung bestimmt unser inneres Leben?
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Unser Verhalten ist nämlich die sichtbare Frucht dessen, was zuvor in unserem Herzen und Denken vorhanden ist. Darum möchte Gott nicht nur unser äußeres Tun verändern. Er möchte unser Denken erneuern und unseren inneren Menschen nach dem Bild seines geliebten Sohnes formen.
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2. Was bedeutet die Gesinnung Christi?
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Wenn der Apostel Paulus schreibt: „Ihr sollt so gesinnt sein, wie es Christus Jesus auch war“, verwendet er das griechische Wort phroneō.
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Dieses Wort bezeichnet nicht nur einzelne Gedanken. Es beschreibt vielmehr eine Denkweise, eine innere Haltung und Ausrichtung.
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Es geht darum, wie wir uns selbst sehen, wie wir andere Menschen betrachten, wie wir unsere Lebensumstände beurteilen und vor allem, wie wir gegenüber unserem himmlischen Vater eingestellt sind.
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Gerade deshalb ist die Gesinnung so entscheidend. Zwei Menschen können äußerlich genau dasselbe tun und dennoch völlig unterschiedliche Beweggründe haben. Ein Mensch kann dienen, weil er Anerkennung sucht; ein anderer dient aus Liebe. Jemand kann großzügig geben, damit Menschen ihn dafür bewundern; ein anderer gibt, weil ihm die Not seines Nächsten wirklich am Herzen liegt. Man kann schweigen, weil man innerlich beleidigt ist, oder man kann schweigen, weil man Frieden bewahren und eine Situation nicht weiter verschärfen möchte.
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Gott sieht deshalb nicht nur unsere Handlung. Er sieht die Gesinnung dahinter.
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Genau dort möchte er uns verändern.
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Darum schreibt der Apostel Paulus:
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Römer 12,2 „Und passt euch nicht diesem Weltlauf an, sondern lasst euch in eurem Wesen verwandeln durch die Erneuerung eures Sinnes.“
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Christusähnlichkeit beginnt also nicht zuerst bei unseren Händen, sondern in unserem Denken. Bevor unser Verhalten dauerhaft verändert werden kann, muss unsere Gesinnung erneuert werden.
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3. Die Gesinnung Christi beginnt bei seiner Beziehung zum Vater.
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Wenn wir verstehen möchten, wie der Herr Jesus gesinnt war, müssen wir zuerst auf seine Beziehung zu seinem Vater schauen. Denn hier liegt die Quelle seines ganzen Lebens.
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Der Herr Jesus lebte niemals für sich selbst. Sein ganzes Denken, Reden und Handeln war auf seinen Vater ausgerichtet. Er sagte:
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Johannes 5,30 „Ich kann nichts von mir selbst aus tun. Wie ich höre, so richte ich; und mein Gericht ist gerecht, denn ich suche nicht meinen Willen, sondern den Willen des Vaters, der mich gesandt hat.“
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Hier begegnet uns einer der tiefsten Wesenszüge der Gesinnung Christi: Er suchte nicht seinen eigenen Willen.
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Der Herr Jesus lebte nicht aus der Frage heraus: Was möchte ich? Was bringt mir etwas? Was ist für mich angenehm? Sein Leben war von einer anderen Frage bestimmt: Was möchte mein Vater?
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Das ist die Gesinnung eines Sohnes.
Und genau diese Gesinnung möchte der Vater auch in uns, seinen Kindern, hervorbringen.
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Besonders eindrucksvoll sehen wir das in Gethsemane. Dort wird deutlich, dass die Unterordnung des Sohnes unter seinen Vater keineswegs bedeutete, dass der Herr Jesus keinen eigenen Willen oder keine eigenen Empfindungen gehabt hätte. Angesichts dessen, was unmittelbar vor ihm lag, betete er:
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Lukas 22,42 „Vater, wenn du diesen Kelch von mir nehmen willst – doch nicht mein, sondern dein Wille geschehe!“
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Hier sehen wir Sohnschaft in ihrer tiefsten Form. Der Herr Jesus verleugnet nicht, was er empfindet. Er bringt es vor seinen Vater. Aber anschließend ordnet er seinen Willen dem Willen seines Vaters unter: „Nicht mein Wille, sondern dein Wille.“
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Genau hier beginnt die Gesinnung Christi auch in unserem Leben. Nicht zuerst mit der Frage: Was möchte ich von Gott?, sondern mit der Frage: Vater, was möchtest du von mir?
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4. Die Gesinnung Christi ist eine Gesinnung der Demut.
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Nun führt uns der Apostel Paulus in Philipper 2 noch tiefer hinein:
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Philipper 2,5–8 „Denn ihr sollt so gesinnt sein, wie es Christus Jesus auch war, der, als er in der Gestalt Gottes war, es nicht wie einen Raub festhielt, Gott gleich zu sein; sondern er entäußerte sich selbst, nahm die Gestalt eines Knechtes an und wurde wie die Menschen; und in seiner äußeren Erscheinung als ein Mensch erfunden, erniedrigte er sich selbst und wurde gehorsam bis zum Tod, ja bis zum Tod am Kreuz.“
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Welch ein Weg liegt in diesen wenigen Versen vor uns! Der Sohn Gottes kam nicht, um sich selbst großzumachen. Er entäußerte sich, erniedrigte sich und nahm die Stellung eines Dieners ein. Und gerade deshalb leitet Paulus diesen Abschnitt mit den Worten ein: „Ihr sollt so gesinnt sein.“
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Der unmittelbare Zusammenhang zeigt uns, dass Paulus dabei besonders das Zusammenleben der Gemeinde vor Augen hat. Direkt zuvor schreibt er:
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Philipper 2,3–4 „Tut nichts aus Selbstsucht oder nichtigem Ehrgeiz, sondern in Demut achte einer den anderen höher als sich selbst. Jeder schaue nicht auf das Seine, sondern jeder auf das des anderen.“
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Und dann zeigt Paulus auf Christus: Schaut auf ihn! Schaut auf seine Gesinnung!
Gerade hier begegnen wir einem starken Gegensatz zwischen Fleisch und Geist. Das Fleisch möchte gesehen werden. Es möchte Anerkennung. Es möchte Recht behalten. Es vergleicht sich mit anderen und fragt: Warum wurde ich nicht gefragt? Warum wurde ich nicht erwähnt? Warum erhält der andere mehr Aufmerksamkeit als ich?
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Die Gesinnung Christi fragt anders. Sie fragt: Wie kann ich dienen? Wie kann ich den anderen aufbauen? Wie kann ich Frieden fördern? Wie kann ich dazu beitragen, dass mein himmlischer Vater verherrlicht wird?
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Demut bedeutet dabei nicht, gering von sich selbst zu denken oder die Gaben zu verleugnen, die Gott uns gegeben hat. Demut bedeutet vielmehr, nicht ständig um sich selbst zu kreisen. Der Demütige kennt seine Stellung vor Gott und kann deshalb den anderen sehen.
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5. Die Gesinnung Christi zeigt sich im Dienen.
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Der Herr Jesus hat diese Gesinnung nicht nur gelehrt. Er hat sie gelebt. Am Abend vor seiner Kreuzigung stand er vom Essen auf, legte sein Obergewand ab, nahm ein Tuch und begann, seinen Jüngern die Füße zu waschen. Eine Tätigkeit, die normalerweise einem Diener zukam.
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Der Sohn Gottes kniete vor seinen Jüngern.
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Johannes 13,14–15 „Wenn nun ich, der Herr und Meister, euch die Füße gewaschen habe, so sollt auch ihr einander die Füße waschen; denn ein Vorbild habe ich euch gegeben, damit auch ihr so handelt, wie ich an euch gehandelt habe.“
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Hier wird die Gesinnung Christi sichtbar. Je größer seine Stellung war, desto erstaunlicher erscheint seine Bereitschaft zu dienen.
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Der Herr Jesus sagte an anderer Stelle:
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Markus 10,45 „Denn auch der Sohn des Menschen ist nicht gekommen, um sich dienen zu lassen, sondern um zu dienen und sein Leben zu geben als Lösegeld für viele.“
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In Gottes Reich zeigt sich wahre Größe deshalb nicht darin, wie viele Menschen uns dienen, sondern in unserer Bereitschaft, anderen zu dienen. Wenn Christus in uns Gestalt gewinnt, verändert sich unsere innere Fragestellung.
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Wir fragen nicht mehr zuerst:
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- Was bekomme ich?
- Wer kümmert sich um mich?
- Werden meine Bedürfnisse wahrgenommen?
Vielmehr beginnen wir zu fragen:
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- Was kann ich geben?
- Wem kann ich dienen?
- Wen kann ich ermutigen?
- Wo kann ich eine Last mittragen?
Gerade im Leib des Christus ist diese Gesinnung unverzichtbar. Ein Leib funktioniert nicht dadurch, dass jedes Glied nur auf seine eigenen Bedürfnisse schaut. Er funktioniert, wenn die Glieder füreinander sorgen.
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6. Die Gesinnung Christi im Umgang mit Ungerechtigkeit.
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Besonders deutlich wird unsere Gesinnung häufig dann, wenn wir verletzt, missverstanden oder ungerecht behandelt werden.
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Über den Herrn Jesus schreibt der Apostel Petrus:
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1. Petrus 2,23 „Als er geschmäht wurde, schmähte er nicht wieder; als er litt, drohte er nicht, sondern übergab es dem, der gerecht richtet.“
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Der Herr Jesus hätte sich verteidigen können. Er hätte jedes falsche Wort widerlegen und seine Gegner zum Schweigen bringen können. Doch er übergab seine Sache seinem Vater.
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Wie anders reagiert häufig unser Fleisch! Wenn wir missverstanden werden, möchten wir uns sofort erklären. Wenn uns jemand Unrecht tut, möchten wir unser Recht durchsetzen. Wenn wir angegriffen werden, entsteht schnell der Wunsch, zurückzuschlagen.
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Die Gesinnung Christi kennt dagegen eine wunderbare Freiheit: Ich muss nicht jeden Kampf selbst führen. Ich darf meine Sache meinem Vater übergeben.
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Das bedeutet selbstverständlich nicht, dass wir niemals etwas richtigstellen dürfen. Auch der Herr Jesus antwortete auf falsche Anschuldigungen und bezeugte die Wahrheit. Entscheidend ist vielmehr, aus welcher Gesinnung heraus wir reagieren.
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Geht es um verletzten Stolz oder um die Wahrheit? Geht es darum, dass ich mich durchsetze, oder darum, dass Gottes Wille geschieht?
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Gerade wenn wir verletzt werden, zeigt sich oft besonders deutlich, welche Gesinnung tatsächlich in uns lebt.
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7. Die Gesinnung Christi ist Gehorsam gegenüber dem Vater.
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Philipper 2 sagt über den Herrn Jesus: „Er wurde gehorsam bis zum Tod, ja bis zum Tod am Kreuz.“
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Gehorsam gehört deshalb untrennbar zur Gesinnung Christi. Der Herr Jesus selbst sagte:
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Johannes 8,29 „Und der, welcher mich gesandt hat, ist mit mir; der Vater lässt mich nicht allein, denn ich tue allezeit, was ihm wohlgefällt.“
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Was für ein Zeugnis: „Ich tue allezeit, was ihm wohlgefällt.“
Das war die Ausrichtung des Sohnes. Und darin liegt auch unsere Berufung als Kinder Gottes. Es geht nicht nur darum, den Willen des Vaters zu kennen. Es geht darum, ihn aus Liebe zu tun.
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Hier erkennen wir zugleich, wie eng die einzelnen Botschaften unserer Serie miteinander verbunden sind. In der vergangenen Botschaft haben wir über „Leben im Geist statt im Fleisch“ gesprochen.
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- Der Geist Gottes führt uns in den Willen Gottes und verändert unseren inneren Menschen.
- Die Gesinnung Christi beschreibt nun, welche innere Haltung dadurch in uns Gestalt gewinnen soll.
- Und in der nächsten Botschaft werden wir betrachten, welche sichtbare Frucht daraus in unserem täglichen Leben hervorgeht.
Wir könnten diesen Zusammenhang so ausdrücken:
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- Der Geist Gottes wirkt in uns,
- die Gesinnung Christi gewinnt in uns Gestalt,
- und die Frucht des Geistes wird durch unser Leben sichtbar.
Damit wird deutlich: Geistliches Leben beginnt von innen und wird anschließend nach außen sichtbar.
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8. Wie gewinnt die Gesinnung Christi in uns Gestalt?
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Nun stellt sich natürlich die praktische Frage: Wie entsteht diese Gesinnung in uns?
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Nicht dadurch, dass wir uns lediglich vornehmen, ab morgen demütiger, geduldiger und liebevoller zu sein. Das wäre letztlich wieder der Versuch des Fleisches, aus eigener Kraft geistlich zu werden.
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Die Veränderung geschieht, indem unser Denken durch Gottes Wort erneuert wird und wir uns dem Wirken des Geistes Gottes hingeben.
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Der Apostel Paulus schreibt:
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Kolosser 3,1–2 „Seid ihr nun mit Christus auferweckt, so sucht das, was droben ist, wo der Christus ist, sitzend zur Rechten Gottes. Trachtet nach dem, was droben ist, nicht nach dem, was auf Erden ist.“
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Damit stellt sich eine sehr praktische Frage: Womit füllen wir unser Denken? Was prägt uns Tag für Tag? Worüber denken wir nach? Was beschäftigt unser Herz?
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Je mehr wir den Herrn Jesus in der Schrift betrachten, desto deutlicher erkennen wir seine Gesinnung. Wir sehen, wie er mit Menschen sprach, wie er Schwachen begegnete, wie er auf Ablehnung reagierte, wie er seinen Jüngern begegnete, wenn sie versagten, und vor allem, wie er in vollkommener Abhängigkeit von seinem Vater lebte.
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Und während wir ihn betrachten, wirkt der Geist Gottes an uns.
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2. Korinther 3,18 „Wir alle aber, indem wir mit unverhülltem Angesicht die Herrlichkeit des Herrn anschauen wie in einem Spiegel, werden verwandelt in dasselbe Bild von Herrlichkeit zu Herrlichkeit, nämlich vom Geist des Herrn.“
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Das ist ein wunderbarer Grundsatz: Während wir Christus anschauen, verändert der Geist Gottes uns nach seinem Bild. Darum muss Christus in unseren Herzen groß werden.
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9. Die Gesinnung Christi zeigt sich im ganz gewöhnlichen Alltag.
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All diese Wahrheiten dürfen nicht nur Lehre bleiben. Die entscheidende Frage lautet:
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Wie sieht die Gesinnung Christi morgen früh in unserem ganz gewöhnlichen Alltag aus?
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Vielleicht zeigt sie sich darin, dass wir auf eine verletzende Bemerkung nicht mit einer verletzenden Bemerkung antworten. Vielleicht darin, dass wir einem Bruder oder einer Schwester vergeben, obwohl wir überzeugt sind, im Recht zu sein. Vielleicht übernehmen wir eine Aufgabe, für die uns niemand dankt und die kaum jemand wahrnimmt.
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Die Gesinnung Christi kann sich darin zeigen,
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- dass wir uns aufrichtig über den Erfolg eines anderen freuen, anstatt uns mit ihm zu vergleichen.
- Dass wir unsere eigenen Wünsche zurückstellen, weil ein anderer uns gerade braucht.
- Dass wir nicht zuerst fragen: „Was habe ich davon?“, sondern: „Was dient dem anderen?“
Vielleicht zeigt sich Christusähnlichkeit gerade in diesen kleinen Situationen unseres Alltags stärker als in den großen Augenblicken unseres Lebens. Denn dort, wo niemand zusieht, zeigt sich unser Charakter.
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- In unserer Ehe.
- In unserer Familie.
- Im Beruf.
- Im Straßenverkehr.
- In unseren Gesprächen.
- In der Gemeinde.
- Im Umgang mit Menschen, die schwierig für uns sind.
Gerade dort möchte der Vater die Gesinnung seines Erstgeborenen in uns sichtbar machen.
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10. Schlussgedanke – Bis Christus in uns Gestalt gewinnt.
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wenn wir die heutige Botschaft in einem einzigen Satz zusammenfassen wollten, könnten wir sagen:
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Gottes Ziel ist nicht nur, dass wir tun, was Christus getan hat – sein Ziel ist, dass wir so gesinnt werden, wie Christus gesinnt war.
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Denn aus der Gesinnung entsteht das Leben. Der Herr Jesus lebte aus der Gemeinschaft mit seinem Vater. Er suchte nicht seinen eigenen Willen. Er erniedrigte sich, diente, liebte, vergab, vertraute seinem Vater auch in Ungerechtigkeit und war gehorsam bis zum Tod.
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Darum sagt der Apostel Paulus:
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Philipper 2,5 „Denn ihr sollt so gesinnt sein, wie es Christus Jesus auch war.“
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Vielleicht sollten wir deshalb nicht nur fragen: Was würde Jesus tun?
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Die noch tiefere Frage lautet: Wie war Jesus gesinnt?
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Denn wenn seine Gesinnung in uns Gestalt gewinnt, wird daraus zunehmend auch sein Handeln hervorgehen.
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Unser himmlischer Vater möchte nicht lediglich unser äußeres Verhalten korrigieren. Er möchte uns von innen heraus verändern. Er möchte, dass der Charakter seines Erstgeborenen in seinen vielen Söhnen sichtbar wird:
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- seine Demut in unserer Demut,
- seine Liebe in unserer Liebe,
- sein Gehorsam in unserem Gehorsam,
- seine Hingabe in unserer Hingabe und vor allem
- seine Ausrichtung auf den Vater auch in unserer Ausrichtung auf unseren himmlischen Vater.
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Genau darin liegt unsere himmlische Berufung. Wir sind nicht nur gerettet worden, damit wir eines Tages in der Herrlichkeit sind. Wir sind aus Gott geboren worden, damit das Leben Gottes in uns sichtbar wird.
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Darum schrieb der Apostel Paulus:
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Galater 4,19 „Meine Kinder, um die ich noch einmal Geburtswehen leide, bis Christus in euch Gestalt gewinnt.“
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Das ist das Ziel: Christus soll in uns Gestalt gewinnen.
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Und damit führt uns diese Botschaft unmittelbar zum nächsten Thema unserer Serie. Denn wenn der Geist Gottes die Gesinnung Christi in uns hervorbringt, bleibt diese Gesinnung nicht unsichtbar. Sie beginnt Frucht zu tragen: Liebe, Freude, Friede, Langmut, Freundlichkeit, Güte, Treue, Sanftmut und Selbstbeherrschung.
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Deshalb werden wir uns in der nächsten Botschaft damit beschäftigen, wie die Frucht des Geistes im ganz gewöhnlichen Alltag eines Kindes Gottes sichtbar wird.
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Bis dahin dürfen wir uns unserem himmlischen Vater und unserem Herrn Jesus Christus immer wieder zur Verfügung stellen und sein Wort reichlich in uns wohnen lassen, damit sein Geist unser Denken erneuert und in unserem Reden, Handeln und Reagieren immer weniger unser natürliches Wesen und immer mehr das Wesen seines geliebten Sohnes sichtbar wird.
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Denn das ist das Ziel unseres Vaters mit seinen Kindern:
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„Ihr sollt so gesinnt sein, wie es Christus Jesus auch war.“
AMEN.
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Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus, die Liebe Gottes und die Kraft des Heiligen Geistes, der uns Gemeinschaft untereinander und mit Gott schenkt, sei mit uns allen!
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Reinhold Thalhofer und Adnan Krikor,
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Knechte Jesu Christi nach dem Willen unseres himmlischen Vaters, in der Kraft des Heiligen Geistes.
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