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Der Heilige Geist - Teil 15

in dieser Botschaftsserie studieren wir anhand des Wortes Gottes auf praktische Weise, welche zentrale Bedeutung der Heilige Geist im Leben der Kinder Gottes hat.

Unser Ziel ist es, sein Wirken tiefer zu verstehen, um dadurch in unsere Berufung und Bestimmung hineinzuwachsen und den Platz einzunehmen, den Gott für uns vorbereitet hat.

Wir gliedern diese Botschaft in folgende Kategorien:
A - Die Grundlagen unseres Glaubens (Teil 1 bis Teil 6)
B - Die Aufgaben des Heiligen Geistes (Teil 7 bis Teil 14)
C - Die Gaben des Heiligen Geistes (Teil 15-19)
D - Die Frucht des Heiligen Geistes

Hier die Übersicht:
Kategorie C - Die Gaben des Heiligen Geistes.
Diese Kategorie gliedern wir in folgende Kapitel:
  • Kapitel 15 am 6.7.2025
    Die geistlichen Gaben – Ausdruck des göttlichen Handelns durch den Leib Christi.
  • Kapitel 16 am 13.7.2025
    Die geistlichen Gaben – Die Wortgaben.
  • Kapitel 17 am 20.7.2025
    Die geistlichen Gaben – Die Kraftgaben.
  • Kapitel 18 am 27.7.2025
    Die geistlichen Gaben – Die Dienst- und Aufbaugaben.
  • Kapitel 19 am 3.8.2025
    Die geistlichen Gaben – Anwendung der Gaben im Leib Christi
Heute nun weiter mit Kategorie C - Die Gaben des Heiligen Geistes.
Kapitel C-15: Die geistlichen Gaben – Ausdruck des göttlichen Handelns durch den Leib Christi.

Wir wollen dieses Thema heute wie folgt studieren:
  1. Einleitung.
  2. Der Unterschied der Gaben im Korinther- und Römerbrief.
  3. Der Ursprung der Gaben: Sie sind Gnadengaben.
  4. Ziel der Gaben: Die Auferbauung des Leibes Christi.
  5. Die Verteilung der Gaben: Individuell und souverän.
  6. Die Gaben im Zusammenhang mit der Einheit des Leibes.
  7. Die Gaben als Ausdruck des göttlichen Wirkens.
  8. Zusammenfassung.

1. Einleitung.

Heute beginnen wir mit einem tiefgründigen und weiteren wichtigen Abschnitt unserer Lehrserie über den Heiligen Geist:

Die Gaben des Heiligen Geistes.

Diese Gaben sind keine menschlichen Fähigkeiten, sondern sichtbarer Ausdruck des göttlichen Wirkens durch den Leib Christi.

Sie zeigen uns nicht nur, wie der Geist Gottes in der Gemeinde wirkt, sondern auch, wie jedes Glied am Leib Christi eine einzigartige Funktion zur Auferbauung des Leibes übernehmen darf.
Eph 4,12 "... zur Ausrüstung der Heiligen für das Werk des Dienstes, für die Erbauung des Leibes Christi,
13 bis wir alle hingelangen zur Einheit des Glaubens und der Erkenntnis des Sohnes Gottes, zur vollen Mannesreife, zum Vollmaß des Wuchses der Fülle Christi.
14 ‹Denn› wir sollen nicht mehr Unmündige sein, hin- und hergeworfen und umhergetrieben von jedem Wind der Lehre durch die Betrügerei der Menschen, durch ‹ihre› Verschlagenheit zu listig ersonnenem Irrtum.
15 Laßt uns aber die Wahrheit reden in Liebe und in allem hinwachsen zu ihm, der das Haupt ist, Christus.
16 Aus ihm wird der ganze Leib zusammengefügt und verbunden durch jedes der Unterstützung ‹dienende› Gelenk, entsprechend der Wirksamkeit nach dem Maß jedes einzelnen Teils; und ‹so› wirkt er das Wachstum des Leibes zu seiner Selbstauferbauung in Liebe."


2.
Der Unterschied der Gaben im Korinther- und Römerbrief.

Da es zu diesem Thema der Gaben des Heiligen Geistes viele Missverständnisse und sehr unterschiedliche Auffassungen bezüglich der heutigen Wirksamkeit gibt, wollen wir die Wahrheit dazu aus dem Wort Gottes studieren.

a) Die „Zeichen-Gaben“ des Geistes - 1. Korinther 12
Zunächst die Merkmale dieser Gaben:
  • Zielgruppe: Übergangszeit der Apostel und Anfangszeit der Gemeinde – geprägt von geistlichen Manifestationen (vgl. 1Kor 1,7).
  • Ziel der Gaben:
    Bestätigung der göttlichen Botschaft - der Wort-Offenbarung - in einer Übergangszeit; Zeichen und Wunder zum Zeugnis für Ungläubige, aber auch für Gläubige
    1Kor 14,22 "Daher sind die Sprachen zu einem Zeichen, nicht für die Glaubenden, sondern für die Ungläubigen; die Weissagung aber nicht für die Ungläubigen, sondern für die Glaubenden."
    Hebr 2,3 "... wie werden wir entfliehen, wenn wir eine so große Rettung mißachten? Sie ist ‹ja›, nachdem sie ihren Anfang ‹damit› genommen hatte, daß sie durch den Herrn verkündet wurde, uns gegenüber von denen bestätigt worden, die es gehört haben,
    4. wobei Gott zugleich Zeugnis gab durch Zeichen und Wunder und mancherlei Machttaten und Austeilungen des Heiligen Geistes nach seinem Willen."
  • Art der Gaben:
    Übernatürliche, sichtbare Manifestationen des Geistes, meist temporär und situationsgebunden.

Wir finden im 1. Korinther Brief - Kapitel 12 in den Versen 8-10 folgende Gaben aufgelistet:
  1. Wort der Weisheit
  2. Wort der Erkenntnis
  3. Glauben (besonderer, situationsbezogener Glaube)
  4. Gaben der Heilungen
  5. Wunderwirkungen
  6. Prophetie
  7. Unterscheidung der Geister
  8. Arten von Sprachen
  9. Auslegung der Sprachen (Übersetzungen)

Wichtig ist es hier, zu beachten, dass diese Gaben zeitlich begrenzt waren.
Dazu lesen wir folgenden kurzen Hinweis:
1 Kor 13,8. "Die Liebe vergeht niemals; seien es aber Weissagungen, sie werden weggetan werden; seien es Sprachen, sie werden aufhören; sei es Erkenntnis, sie wird weggetan werden.
9. Denn wir erkennen stückweise, und wir weissagen stückweise;
10. wenn aber das Vollkommene kommt, wird das, was stückweise ist, weggetan werden."

Wir wissen, dass das Vollkommene, das hier gemeint ist, die Schriftoffenbarung Gottes, die heilige Schrift, die Bibel ist.

Nun zur zeitlichen Begrenzung:
  • Die Gaben aus 1. Kor 12 waren vor allem für die Anfangszeit der Gemeinde notwendig, um das neue Werk Gottes – das Geheimnis des Christus - den Leib Christi – zu bezeugen.
  • Mit dem Abschluss des biblischen Kanons und dem vollständigen Offenbarwerden des Geheimnisses der Gemeinde (vgl. Kol 1,25–27) verloren viele dieser Zeichen-Gaben ihre Funktion.
  • Paulus selbst kündigt ein Aufhören gewisser Gaben an:
    „Die Weissagungen werden weggetan werden, die Sprachen aufhören …“ (1Kor 13,8).
b) Die bleibenden Gnadengaben für den Leib Christi - Römer 12
Nun die Merkmale dieser Gaben:
  • Zielgruppe: Alle Glieder im Leib Christi – wiedergeborene Gläubige, die nach Beendigung des Anfangsstadiums und der „Zeichenzeit“ im Rahmen der Wort-Offenbarung leben.
  • Ziel der Gaben:
    Praktischer Dienst, gegenseitige Erbauung, Aufbau der Gemeinde in Liebe.
  • Art der Gaben:
    Gaben der Gesinnung, Hingabe, Belehrung, Ermutigung, tätigen Liebe – dauerhaft notwendig.
Wir finden im Römerbrief Kapitel 12 in den Versen 6-8 folgende Gaben aufgelistet:
  1. Weissagung (ermutigendes, schriftgemäßes Reden zur Erbauung)
  2. Dienst (praktischer, tätiger Einsatz für andere)
  3. Lehre (biblische Unterweisung im Glauben)
  4. Ermahnung (Zurechtweisung, Ermutigung zur Treue)
  5. Aufforderung zur Liebe (festhalten am Guten, das Böse verabscheuen, gegenseitige Ehrerbietung)
  6. Fleiß (in der Kraft des Geistes, dem Herrn dienend)
  7. Festhalten an der Hoffnung (auch in Trübsal, ausharrend im Gebet)
  8. Geben / Mitteilen (freigiebiges Handeln in Liebe)
  9. Leiten / Verwalten (geistgeführte Leitung der Gemeinde)
  10. Barmherzigkeit üben (liebevolle Fürsorge gegenüber Bedürftigen)

Nun zum bleibenden Charakter:
  • Diese Gaben dienen der dauerhaften Auferbauung des Leibes Christi.
  • Sie entsprechen dem „Maß des Glaubens“ (Röm 12,3) und sind nicht spektakulär, sondern dienend, charakterbildend und alltagsnah.
  • Sie setzen sich auch nicht über das Wort Gottes hinweg, sondern wirken in Übereinstimmung mit der Heiligen Schrift.
  • Ihre Anwendung geschieht ständig, unabhängig von besonderen Zeitphasen.

Zusammenfassung: Zwei unterschiedliche Gabenlisten – zwei unterschiedliche Ziele:

Der Apostel Paulus unterscheidet nicht zufällig die Gaben in verschiedenen Briefen. Es handelt sich um Gaben für verschiedene Abschnitte der Heilszeit Gottes. Die Zeichen-Gaben waren notwendig für den Anfang, in dem neue Wort-Offenbarungen gegeben wurden - aber die Dienst-Gaben sind es für die Dauer des Gemeindelebens bis zur Entrückung.


    3. Der Ursprung der Gaben: Sie sind Gnadengaben.

    Die Gaben des Geistes sind unverdiente Geschenke Gottes. Das griechische Wort „charismata“ leitet sich von „charis“ (Gnade) ab.

    Sie sind also Gaben der Gnade, nicht Verdienst.
    1. Korinther 12,4: „Es gibt aber Verschiedenheiten von Gnadengaben, aber es ist derselbe Geist.“

    Der Heilige Geist gibt sie, wie es ihm gefällt (1Kor 12,11). Sie sind Ausdruck des Willens Gottes im Dienst am Leib.


    4. Ziel der Gaben: Die Auferbauung des Leibes Christi

    Die Gaben dienen nie zur Selbstdarstellung, sondern immer zur Erbauung der Gemeinde.
    1. Korinther 14,12: „So auch ihr, da ihr eifrig nach Geisteswirkungen trachtet, so sucht, dass ihr überströmend seid zur Erbauung der Versammlung."

    Jede Gabe zielt darauf ab, dass die Gemeinde in der Liebe wächst, im Glauben gestärkt wird und im Zeugnis für Christus reift.


    5. Die Verteilung der Gaben: Individuell und souverän

    Nicht jeder hat dieselbe Gabe – und das ist gewollt!
    Römer 12,6: „Da wir aber verschiedene Gnadengaben haben nach der uns verliehenen Gnade …“

    1. Korinther 12,11: „… der eine und derselbe Geist wirkt aber alles, und teilt jedem besonders aus, wie er will.“

    Der Geist Gottes kennt deinen Platz im Leib Christi. Er hat dich ausgerüstet, um dort zu dienen, wo du zur Auferbauung der Gemeinde gebraucht wirst.


    6. Die Gaben im Zusammenhang mit der Einheit des Leibes

    Trotz der Vielfalt führt der Heilige Geist zu einer tiefen Einheit.
    1. Korinther 12,12-13: „Denn wie der Leib einer ist und viele Glieder hat ... so auch der Christus. Denn auch in einem Geist sind wir alle zu einem Leib getauft worden ...“

    Einheit entsteht nicht durch Gleichförmigkeit, sondern durch das harmonische Zusammenwirken vieler, verschieden Geist-begabter Glieder.


    7. Die Gaben als Ausdruck des göttlichen Wirkens.

    Die Gaben sind ein Zeugnis dafür, dass Gott selbst durch den Heiligen Geist inmitten seiner Kinder wirkt – zu seiner Verherrlichung, in Christus Jesus.
    1. Petrus 4,10-11: „Dient einander, jeder mit der Gnadengabe, die er empfangen hat, als gute Verwalter der verschiedenartigen Gnade Gottes. Wenn jemand redet – als Aussprüche Gottes; wenn jemand dient – als aus Kraft, die Gott darreicht …“

    Alles dient der Ehre Gottes und soll ihn groß machen – nicht uns.


    8. Zusammenfassung.

    Die geistlichen Gaben zeigen uns: Der Heilige Geist ist aktiv und lebendig in der Gemeinde. Er stattet uns nicht nur aus, sondern verbindet uns miteinander im Dienst für den Herrn Jesus.

    Es ist unsere gemeinsame Verantwortung, die Gaben zu erkennen, wertzuschätzen und in Liebe zu praktizieren – zur Ehre des Vaters.

    In den kommenden Kapiteln werden wir einzelne Gaben im Detail betrachten:
    • Wort der Weisheit,
    • Wort der Erkenntnis,
    • Prophetisches Reden,
    • Lehre,
    • Heilungen,
    • Wunderwirkungen,
    • Glauben,
    • Unterscheidung der Geister,
    • Sprachenrede und Auslegung,
    • Leitung,
    • Dienen,
    • Barmherzigkeit u.v.m.

    Bis dahin: Sei dir gewiss – du hast eine Gabe empfangen!
    1 Petr4,10 "Wie jeder eine Gnadengabe empfangen hat, so dient damit einander als gute Verwalter der verschiedenartigen Gnade Gottes!
    11 Wenn jemand redet, ‹so rede er es› als Aussprüche Gottes; wenn jemand dient, ‹so sei es› als aus der Kraft, die Gott darreicht, damit in allem Gott verherrlicht werde durch Jesus Christus, dem die Herrlichkeit ist und die Macht von Ewigkeit zu Ewigkeit!"

    Lass dich vom Heiligen Geist führen, um sie treu einzusetzen – zur Auferbauung deiner Glaubensgeschwister und zur Verherrlichung Gottes.


    AMEN!

    RT_Rund_neu_431x431
    Reinhold Thalhofer
    AK_rund
    Adnan Krikor
    Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus, die Liebe Gottes und die Kraft des Heiligen Geistes, der uns Gemeinschaft untereinander und mit Gott schenkt, sei mit uns allen!

    Reinhold Thalhofer und Adnan Krikor,

    Knechte Jesu Christi nach dem Willen unseres himmlischen Vaters, in der Kraft des Heiligen Geistes.