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„Seelsorger“ – Ist das biblisch?

Gott, Herr, heilig: was heißt das?

die Kinder Gottes sind dazu berufen, in Seelenruhe zu leben – nicht in Seelensorge. Doch leider gibt es unter den Gläubigen viele Unmündige, die mühselig, geplagt und beladen sind.

Viele sogenannte Kirchen reagieren darauf, indem sie Seelsorger ausbilden und in Seelsorgediensten einsetzen, die psychologische, emotionale oder religiöse Unterstützung anbieten.

Für viele, insbesondere für die Leidenden, erscheint dies als eine gute und notwendige Hilfe.

Ist das so? Das wollen wir anhand des Wortes Gottes in der heutigen Botschaft studieren, die wir wie folgt aufteilen:
  1. Was bedeutet Seelsorge?
  2. Der biblische Weg für eine belastete Seele
  3. Wer trägt Verantwortung für die Gläubigen?
  4. Die Ursache für die Seelsorge liegt in der Unmündigkeit
  5. Wie werden die Unmündigen zur Mündigkeit geführt?
  6. Fazit

1. Was bedeutet Seelsorge?

Lasst uns zunächst das unbiblische Wort „Seelsorge“ genauer betrachten. Das Wort „Seelsorge“ setzt sich aus „Seele“ und „Sorge“ zusammen.

Viele Menschen verstehen darunter eine Betreuung oder Beratung für Personen, die seelische Belastungen tragen.

Passt diese Vorstellung mit der Lehre der Schrift zusammen? Was sagt die Bibel generell über „Sorge“? Die Schrift sagt unmissverständlich, dass Gläubige sich um nichts sorgen sollen:
  • Phil 4,6-7 "Seid um nichts besorgt, sondern in allem sollen durch Gebet und Flehen mit Danksagung eure Anliegen vor Gott kundwerden; und der Friede Gottes, der allen Verstand übersteigt, wird eure Herzen und eure Gedanken bewahren in Christus Jesus."
  • Mt 6,25 "Deshalb sage ich euch: Seid nicht besorgt für euer Leben, was ihr essen oder was ihr trinken sollt, noch für euren Leib, was ihr anziehen sollt! Ist nicht das Leben mehr als die Nahrung und der Leib mehr als die Kleidung?"
  • 1.Petr 5,7 "Indem ihr alle eure Sorge auf ihn werft! Denn er ist besorgt für euch."
Die Bibel verbietet Gläubigen ausdrücklich, sich Sorgen zu machen.


2. Der biblische Weg für eine belastete Seele

Der Herr Jesus hat den einzigen Weg zur wahren Seelenruhe bereits gezeigt:
Mt 11,28-30 „28 Kommt her zu mir alle, die ihr mühselig und beladen seid, so will ich euch erquicken!
29 Nehmt auf euch mein Joch und lernt von mir, denn ich bin sanftmütig und von Herzen demütig; so werdet ihr Ruhe finden für eure Seelen!
30 Denn mein Joch ist sanft und meine Last ist leicht.“

Wollen die Mühseligen und die Beladenen Ruhe für ihre Seele finden, so müssen sie nicht zu Seelsorgern gehen, sondern das Joch Jesu auf sich nehmen.

Was ist aber das Joch Jesu, unter dem die Mühseligen und Beladenen Ruhe für ihre Seele finden?

Ein Joch war ein Holzbalken, mit dem zwei Tiere zum Pflügen oder Ziehen eines Wagens verbunden wurden. In der Bibel wird es symbolisch für Unterordnung und Gehorsam verwendet.
Apg 15,10: "Nun denn, was versucht ihr Gott, ein Joch auf den Hals der Jünger zu legen, das weder unsere Väter noch wir zu tragen vermochten?"

Hier steht das Joch für das Gesetz Mose, das schwer zu tragen war. Darauf nimmt der Apostel Paulus Bezug in seinem Brief an die Galater.
Gal 5,1-4 „1 So steht nun fest in der Freiheit, zu der uns Christus befreit hat, und lasst euch nicht wieder in ein Joch der Knechtschaft spannen!
2 Siehe, ich, Paulus, sage euch: Wenn ihr euch beschneiden lasst, wird euch Christus nichts nützen.
3 Ich bezeuge nochmals jedem Menschen, der sich beschneiden lässt, dass er verpflichtet ist, das ganze Gesetz zu halten.
4 Ihr seid losgetrennt von Christus, die ihr durchs Gesetz gerecht werden wollt; ihr seid aus der Gnade gefallen!“

Das Wort Gottes stellt klar, dass wir nie gänzlich frei existieren können und dass wir
  • entweder frei von der Sünde und Knechte der Gerechtigkeit sind oder
  • frei von der Gerechtigkeit und Knechte der Sünde.
Das Joch des Herrn Jesus bedeutet, dass wir uns ihm, ja dem Wort Gottes, unterordnen und gehorchen – anstatt den Begierden unseres Fleisches nachzugeben.

WICHTIG: Die Notwendigkeit der echten Neugeburt ist die absolute und alleinige Voraussetzung zur Befreiung einer belasteten Seele im Rahmen des Wachstums zur geistlichen Reife!

Aber auch ein neugeborener Gläubiger kann mühselig und beladen sein, wenn er noch unmündig ist und im Fleisch wandelt.

Doch der einzige Weg zur Freiheit Gottes und zur Seelenruhe besteht darin, das Joch des Herrn Jesus auf sich zu nehmen und die Begierden zu überwinden.

Wenn der unmündige Gläubige in die Mündigkeit wächst, wird er nicht länger mühselig und beladen sein, sondern erfüllt mit der Frucht des Heiligen Geistes.
Gal 5,22 „Die Frucht des Geistes aber ist Liebe, Freude, Friede, Langmut, Freundlichkeit, Güte, Treue, Sanftmut, Enthaltsamkeit; gegen solche gibt es kein Gesetz.“

In allen 21 Briefen finden wir nirgendwo, dass bestimmte Personen als „Seelsorger“ für andere Gläubige eingesetzt werden sollen, wie es in vielen s.g. Kirchen üblich ist.

Wer hilft dann den Unmündigen, den Beladenen und Mühseligen, das Joch Jesu auf sich zu nehmen? Das schauen wir uns in den nächsten Abschnitten im Wort Gottes an.


3. Wer trägt Verantwortung für die Gläubigen?

Die Schrift lehrt klar, dass die Verantwortung für das geistliche Wachstum der Gläubigen nicht bei einem speziellen „Seelsorgedienst“ liegt, sondern bei den Ältesten der Gemeinde.

Diese sind eingesetzt, um die Unmündigen in die Mündigkeit zu führen – nicht durch psychologische Methoden oder menschliche Weisheit, sondern durch die gesunde Lehre, Ermahnung und ihr Vorbild.
1.Petr 5,2-3 "Hütet die Herde Gottes bei euch, indem ihr nicht gezwungen, sondern freiwillig Aufsicht übt, nicht um schändlichen Gewinnes willen, sondern bereitwillig, nicht als solche, die über ihren Bereich herrschen, sondern indem ihr Vorbilder der Herde seid."

Hier wird folgendes deutlich:
  • Die Ältesten sollen die Herde hüten, also für das geistliche Wohl der Gläubigen sorgen.
  • Sie tun dies freiwillig und bereitwillig, nicht aus Zwang oder finanziellen Interessen.
  • Ihre Autorität ist nicht die eines Herrschers, sondern die eines Vorbilds.
Das bedeutet, dass geistliche Leitung nicht durch ein institutionelles Seelsorgesystem erfolgt, sondern durch Männer, die in Wort und Tat vorangehen.


4. Die Ursache für die Seelsorge liegt in der Unmündigkeit

Seelsorge wird oft dort nötig, wo Gläubige unmündig sind – also nicht in der vollen Erkenntnis und Freiheit Christi stehen.

Die Schrift zeigt, dass Unmündigkeit ein Zustand ist, aus dem ein Gläubiger herausgeführt werden soll.
Hebr 5,12-14 "Denn während ihr der Zeit nach Lehrer sein solltet, habt ihr wieder nötig, dass man euch lehre, was die Anfangsgründe der Aussprüche Gottes sind, und ihr seid solche geworden, die Milch nötig haben und nicht feste Speise. Denn jeder, der noch Milch genießt, ist unkundig im Wort der Gerechtigkeit, denn er ist ein Unmündiger; die feste Speise aber ist für Erwachsene, die infolge der Gewohnheit geübte Sinne haben zur Unterscheidung des Guten und Bösen."

Unmündige brauchen Milch, Mündige feste Speise. Der Weg zur Mündigkeit führt über das beständige, tiefere Erfassen des Wortes Gottes. Unmündigkeit führt dazu, dass Gläubige mühselig und beladen bleiben, weil sie nicht in der Erkenntnis Christi gefestigt sind.

Daher braucht es keine psychologische Seelsorge, sondern biblische Lehre, die zur Mündigkeit führt.


5. Wie werden die Unmündigen zur Mündigkeit geführt?

Die Schrift zeigt, dass dies durch Lehre, Ermahnung und Vorbild geschieht – nicht durch psychologische Beratung oder Seelsorgeprogramme.

A) Durch gesunde Lehre
1.Tim 4,6-7 "Wenn du dies den Brüdern vorhältst, wirst du ein guter Diener Christi Jesu sein, auferzogen in den Worten des Glaubens und der guten Lehre, der du nachgefolgt bist. Die unheiligen und altweibischen Fabeln aber weise ab; übe dich aber zur Gottseligkeit!"

Die Gläubigen werden zur Reife geführt, indem sie in der gesunden Lehre unterwiesen werden. Falsche Lehren oder menschliche Weisheiten dürfen keinen Platz in der Gemeinde Gottes haben.
Kol 1,28 "Ihn verkündigen wir, indem wir jeden Menschen ermahnen und jeden Menschen lehren in aller Weisheit, damit wir jeden Menschen vollkommen darstellen in Christus."

Das Ziel ist es, jeden Gläubigen zur vollen Reife in Christus zu führen – und dies geschieht durch Verkündigung, Ermahnung und Lehre.

B) Durch Ermahnung und Korrektur
2.Tim 3,16-17 "Alle Schrift ist von Gott eingegeben und nützlich zur Lehre, zur Überführung, zur Zurechtweisung, zur Unterweisung in der Gerechtigkeit, damit der Mensch Gottes vollkommen sei, zu jedem guten Werk völlig geschickt."

Die Schrift selbst ist ausreichend, um Unmündige zur Reife zu führen. Sie erzieht, überführt und leitet den Gläubigen in der Gerechtigkeit.

C) Durch Vorbild und gelebte Wahrheit
1.Kor 11,1 "Seid meine Nachahmer, wie auch ich Christi Nachahmer bin!"
Phil 3,17 "Seid zusammen meine Nachahmer, Brüder, und seht auf die, die so wandeln, wie ihr uns zum Vorbild habt."

Die Ältesten und reifen Gläubigen sollen durch ihr Leben ein Vorbild sein. Mündigkeit entsteht nicht nur durch Worte, sondern auch durch gelebte Wahrheit.


6. Fazit

Seelsorge ist nicht biblisch, da sie meist auf menschlicher Weisheit und psychologischen Ansätzen beruht, anstatt die Gläubigen durch das Wort Gottes und das Vorbild reifer Brüder und Schwestern in die Mündigkeit zu führen.

Die Schrift zeigt klar, dass die Verantwortung für das geistliche Wachstum nicht bei ausgebildeten Seelsorgern liegt, sondern bei den Ältesten der Gemeinde.

Sie sollen die Gläubigen durch Lehre, Ermutigung, Ermahnung und Vorbild stärken, damit sie selbst in der Erkenntnis Christi wachsen.

Das Ziel ist Mündigkeit in Christus.
Ein unmündiger Gläubiger bleibt mühselig und beladen, weil er seine Kraft aus sich selbst oder aus anderen Menschen schöpft. Doch wer in Mündigkeit wächst, ruht nicht mehr in menschlicher Hilfe, sondern allein in Christus selbst. Er wird nicht mehr von Seelsorgeprogrammen oder psychologischer Beratung abhängig sein, sondern von der Wahrheit des Wortes Gottes geleitet.

Die Frucht eines mündigen Lebens zeigt sich in der Freiheit des Geistes und der Frucht des Geistes (Gal 5,22-23): Liebe, Freude, Friede, Langmut, Freundlichkeit, Güte, Treue, Sanftmut und Enthaltsamkeit. Das ist das Ergebnis eines Lebens, das durch den Geist geführt und im Wort Gottes gegründet ist.

Lasst uns daher nicht nach menschlicher Hilfe suchen, sondern nach der wahren Ruhe und Kraft, die allein im Herrn Jesus zu finden ist, in dem wir sein Joch auf uns nehmen, ja uns ihm unterordnen und gehorchen.

Dies ist die einzige biblische Lösung für mühselige und beladene Gläubige. Nicht Seelsorge, sondern geistliche Reifung durch die gesunde Lehre des Wortes Gottes.

Wir bitten Gott, den Vater, dass er jedem Einzelnen die Gnade schenkt, in diese Mündigkeit hineinzuwachsen – damit wir nicht von Menschen abhängig sind, sondern mit ungeteiltem Herzen allein auf ihn vertrauen. Und so wird Gott, der Vater, in und durch uns verherrlicht!

AMEN!

    RT_Rund_neu_431x431
    Reinhold Thalhofer
    AK_rund
    Adnan Krikor
    Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus, die Liebe Gottes und die Kraft des Heiligen Geistes, der uns Gemeinschaft untereinander und mit Gott schenkt, sei mit uns allen!

    Reinhold Thalhofer und Adnan Krikor,

    Knechte Jesu Christi nach dem Willen unseres himmlischen Vaters, in der Kraft des Heiligen Geistes.