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Leben als Kinder Gottes.

heute geht es weiter mit unserer neuen Lehrserie unter dem Titel:

Leben als Kinder Gottes – unsere himmlische Berufung.“

Kapitel 2: Unsere Sohnschaft – Kinder und Erben Gottes.

Diese Botschaft gliedern wir über folgende Kapitel:
  1. Einleitung:
  2. Der ewige Vorsatz des Vaters.
  3. Christus - der Erstgeborene unter vielen Brüdern.
  4. Erben Gottes und Miterben Christi.
  5. Josef - Gottes Schule für seine Kinder.
  6. Unsere Hoffnung richtet sich auf die Herrlichkeit.
  7. Schlusswort.

1. Einleitung:

Eine der wichtigsten Fragen ist: warum hat Gott uns eigentlich gerettet?

Vielleicht würden wir spontan antworten: Damit unsere Sünden vergeben werden. Und das ist selbstverständlich richtig. Ohne das vollkommene Opfer unseres Herrn Jesus Christus gäbe es keine Versöhnung mit Gott und keine Hoffnung für uns Menschen.

Doch wenn wir die Heilige Schrift aufmerksam lesen, erkennen wir, dass Gottes Heilsplan noch viel weiter reicht. Die Vergebung unserer Schuld ist nicht das eigentliche Ziel, sondern der Weg zu einem viel größeren Ziel.

Der himmlische Vater wollte von Ewigkeit her eine Familie.

Er wollte Menschen, die nicht nur seine Geschöpfe sind, sondern seine Kinder. Menschen, die aus ihm geboren sind, sein Leben empfangen haben und sein Wesen widerspiegeln.

Deshalb schreibt der Apostel Johannes voller Staunen:
1. Johannes 3,1 Seht, welch eine Liebe hat uns der Vater erwiesen, dass wir Kinder Gottes heißen sollen!“

Diese Worte können wir leicht überlesen. Doch Johannes fordert uns geradezu auf stehen zu bleiben und zu staunen:
  • „Seht!“
  • Schaut hin!
  • Denkt darüber nach!
Lasst uns dieser Liebe Gottes bewusst werden! Der allmächtige Schöpfer des Himmels und der Erde hat uns nicht nur unsere Schuld vergeben. Er hat uns zu seinen Kindern gemacht.

Das verändert unseren Blick auf das ganze christliche Leben.
  • Wir leben nicht mehr wie Menschen, die lediglich auf den Himmel warten.
  • Wir leben als Kinder eines himmlischen Vaters.
Und ein Vater hat immer ein Ziel mit seinen Kindern.
Er begleitet sie.
Er erzieht sie.
Er formt ihren Charakter.
Er bereitet sie auf ihre Zukunft vor.

Genau darum geht es in der heutigen Botschaft. Wir wollen gemeinsam entdecken, was es bedeutet, ein Kind Gottes zu sein.
Warum nennt Gott uns seine Kinder?
Warum ist Christus der Erstgeborene unter vielen Brüdern?
Was bedeutet es, Erben Gottes und Miterben Christi zu sein?
Und warum führt unser himmlischer Vater seine Kinder manchmal durch Wege, die wir zunächst nicht verstehen?

Wenn wir diese Fragen beantworten, werden wir unser eigenes Leben mit neuen Augen sehen. Denn hinter allem steht ein wunderbarer Gedanke, den der Apostel Paulus in einem einzigen Vers zusammenfasst:
Römer 8,29 „Denn die er zuvor ersehen hat, die hat er auch vorherbestimmt, dem Ebenbild seines Sohnes gleichgestaltet zu werden, damit er der Erstgeborene sei unter vielen Brüdern.

Dieser Vers ist gewissermaßen die Überschrift über Gottes ganzen Heilsplan.
Der Vater wollte eine Familie.
Der Herr Jesus ist der Erstgeborene.
Und wir dürfen durch Gottes Gnade zu den vielen Brüdern gehören, die der Vater seinem Sohn schenken wollte.

Doch dieser Plan begann nicht erst mit unserer Bekehrung. Er begann lange bevor der erste Mensch geschaffen wurde.


2. Der ewige Vorsatz des Vaters.

Bevor Gott Himmel und Erde erschuf, bevor Sonne, Mond und Sterne ihren Platz erhielten, trug der Vater bereits einen Gedanken in seinem Herzen.

Der Apostel Paulus beschreibt ihn so:
Epheser 1,4–5 „Wie er uns in ihm auserwählt hat vor Grundlegung der Welt, damit wir heilig und tadellos vor ihm seien in Liebe. Er hat uns vorherbestimmt zur Sohnschaft für sich selbst durch Jesus Christus, nach dem Wohlgefallen seines Willens.“

Diese Verse lassen uns einen Blick in das Herz Gottes werfen. Paulus sagt nicht, dass Gott uns vor Grundlegung der Welt zur Vergebung vorherbestimmt hat.
Er sagt auch nicht, dass sein Ziel lediglich unsere Rettung gewesen sei.
Er schreibt: „Er hat uns vorherbestimmt zur Sohnschaft.“

Das war der Wunsch des Vaters.
  • Er wollte Kinder.
  • Er wollte eine Familie.
Deshalb dürfen wir unsere Errettung niemals vom Ziel lösen. Die Vergebung unserer Schuld ist das herrliche Werk Gottes, durch das er den Weg zu sich geöffnet hat. Aber der Weg ist nicht das Ziel. Das Ziel ist die Gemeinschaft mit dem Vater.

Darum betete der Herr Jesus:
Johannes 17,3 „Das ist aber das ewige Leben, dass sie dich, den allein wahren Gott, erkennen und den du gesandt hast, Jesus Christus.“

Ewiges Leben bedeutet also weit mehr als endlos zu existieren.
Es bedeutet, den Vater zu kennen.
Mit ihm zu leben.
Sein Kind zu sein.
Und den Herrn Jesus zu erkennen als den Gesandten Gottes.

Viele Menschen sind überzeugt, dass alle Menschen Kinder Gottes seien. Die Bibel differenziert jedoch sehr klar. Alle Menschen sind Geschöpfe Gottes. Aber Kinder Gottes werden wir nicht durch unsere natürliche Geburt, sondern durch eine Geburt aus Gott, ja, eine neue Geburt von oben.

3. Christus - der Erstgeborene unter vielen Brüdern.

Der Herr Jesus steht im Mittelpunkt des ganzen Heilsplanes Gottes.
Alles geht vom Vater aus.
Alles geschieht durch seinen Sohn.
Alles zielt darauf hin, dass der Vater durch den Sohn verherrlicht wird.

    Christus ist das vollkommene Bild eines Menschen, der ganz für seinen Vater lebt. Seine Liebe, seine Demut, sein Gehorsam und sein Vertrauen sollen auch in uns Gestalt gewinnen.

    Darum schreibt Paulus an die Galater:
    Galater 4,19 „Meine Kinder, um die ich noch einmal Geburtswehen leide, bis Christus in euch Gestalt gewinnt.“
    Das ist geistliches Wachstum.
    Nicht möglichst viel Wissen anzusammeln.
    Nicht möglichst viele Aufgaben zu übernehmen.
    Sondern dass Christus in unserem Leben sichtbar wird.

    Gleichzeitig erinnert Paulus uns daran, dass der Herr Jesus eine einzigartige Stellung besitzt.
    • Er ist der Erstgeborene unter vielen Brüdern.
    • Er ist der erste von Gott gezeugte Sohn.
    • Er ist der Erlöser.
    • Er allein ist das Haupt.
    Doch der Vater wollte, dass dieser Erstgeborene nicht allein bleibt. Er wollte eine große Familie, weiter Kinder, die dem Erstgeborenen gleichgestaltet sind.

    Darum sagt der Hebräerbrief:
    Hebräer 2,11 „Denn sowohl der, welcher heiligt, als auch die, welche geheiligt werden, stammen alle von einem; aus diesem Grund schämt er sich auch nicht, sie Brüder zu nennen.“

    Welch eine Gnade! Der Herr Jesus schämt sich nicht, uns Brüder zu nennen.
    Nicht weil wir würdig wären. Sondern weil der Vater uns durch die neue Geburt zu seiner Familie gemacht hat. Und weil wir Kinder Gottes sind, besitzt unsere Berufung noch eine weitere wunderbare Seite.
    Kinder Gottes sind zugleich Erben Gottes und Miterben Christi.


    4. Erben Gottes und Miterben Christi.

    Wenn der Apostel Paulus davon spricht, dass wir Kinder Gottes sind, bleibt er nicht dabei stehen. Er führt den Gedanken weiter und zeigt uns, welche Zukunft der Vater seinen Kindern zugedacht hat.
    Römer 8,16–17 „Der Geist selbst gibt Zeugnis zusammen mit unserem Geist, dass wir Gottes Kinder sind. Wenn wir aber Kinder sind, so sind wir auch Erben, nämlich Erben Gottes und Miterben des Christus, wenn wir wirklich mit ihm leiden, damit wir auch mit ihm verherrlicht werden.“

    Kinder und Erben gehören in Gottes Gedanken zusammen. Ein natürlicher Vater freut sich nicht nur über seine Kinder. Er möchte ihnen auch das anvertrauen, was ihm wichtig ist. So ist es auch bei unserem himmlischen Vater.

    Als seine Kinder dürfen wir an dem Anteil haben, was er seinem geliebten Erstgeborenen Sohn gegeben hat. Deshalb nennt Paulus uns Miterben Christi.

    Dabei dürfen wir eines nie vergessen: Der Herr Jesus bleibt immer der Erstgeborene, derjenige, der als Opferlamm für uns ans Kreuz ging und er ist und bleibt das Haupt des Christus.

    Alles, was wir empfangen, empfangen wir in Gemeinschaft mit ihm. Doch gerade darin zeigt sich die Größe der Liebe des Vaters. Er wollte seinen erstgeborenen Sohn nicht allein verherrlichen, sondern viele Söhne zur Herrlichkeit führen und sie an dem teilhaben lassen, was er seinem Erstgeborenen anvertraut hat.

    Damit wird auch verständlich, warum Gott heute so viel Wert auf unsere geistliche Reife legt. Ein Erbe Gottes zu sein bedeutet nicht nur, einmal Herrlichkeit zu empfangen. Es bedeutet auch, auf eine zukünftige Verantwortung vorbereitet zu werden.

    Und genau deshalb arbeitet der Vater schon heute an unserem Charakter.
    Nicht zuerst unsere Fähigkeiten interessieren ihn.
    Nicht unsere Begabungen.
    Sondern unser Herz.

    Treue, Demut, Vertrauen und Gehorsam entstehen nicht in einem Augenblick. Sie wachsen unter der liebevollen Führung unseres himmlischen Vaters.
    Deshalb fragt Gott nicht zuerst:
    • „Was kannst du?"
    Sondern vielmehr:
    • „Bist du bereit, dich von mir formen zu lassen?"
    Und genau an diesem Punkt zeigt uns die Heilige Schrift einen Menschen, an dessen Leben wir dieses göttliche Handeln besonders deutlich erkennen können.


    5. Josef - Gottes Schule für seine Kinder.

    Josef war noch ein junger Mann, als Gott ihm zeigte, dass er eine besondere Aufgabe vor sich hatte. Doch bevor Gott ihn erhöhte, führte er ihn durch eine lange Schule.
    • Seine Brüder verkauften ihn als Sklaven.
    • Er verlor seine Heimat.
    • Er verlor seine Freiheit.
    • Später wurde er trotz seiner Treue zu Unrecht beschuldigt und ins Gefängnis geworfen.
    Aus menschlicher Sicht schien Gottes Verheißung immer weiter in die Ferne zu rücken. Doch in Wirklichkeit geschah etwas ganz anderes.
    Gott bereitete Josef vor.
    Im Haus Potifars lernte er Treue.
    Im Gefängnis lernte er Geduld.
    In den Jahren des Wartens lernte er, Gott auch dann zu vertrauen, wenn er dessen Wege nicht verstand.
    Erst als dieser Weg vollendet war, führte Gott ihn an die Seite des Pharaos.
    Innerhalb eines Tages wurde aus dem Gefangenen der Verwalter eines Weltreiches.

    Jetzt erkennen wir den Sinn der vielen schweren Jahre. Gott wollte Josef nicht nur eine große Aufgabe geben. Er wollte einen Mann formen, der diese Aufgabe in seinem Sinne erfüllen konnte.

    Am Ende seines Lebens bekannte Josef:
    1. Mose 50,20 „Ihr gedachtet es böse mit mir zu machen; aber Gott gedachte es gut zu machen, damit er tue, wie es an diesem Tag ist, ein großes Volk am Leben zu erhalten.

    Josef erkannte: Hinter allen Ereignissen stand die treue Hand Gottes.

    Liebe Geschwister,
    genau so handelt unser himmlischer Vater auch heute.
    Nicht jede Prüfung ist eine Zurechtweisung.
    Aber jede Prüfung kann zu einer Schule des Glaubens werden.
    Der Vater verschwendet keinen einzigen Tag unseres Lebens.
    Er gebraucht Freude und Leid.
    Er gebraucht Erfolg und Enttäuschung.
    Er gebraucht offene Türen und verschlossene Türen.

    Alles dient demselben Ziel: Er möchte seine Kinder dem Bild seines Erstgeborenen gleichgestalten. Darum dürfen wir ihm auch dann vertrauen, wenn wir seine Wege noch nicht verstehen. Denn der Vater sieht bereits das Ziel, während wir oft nur den nächsten Schritt sehen.

    Und gerade diese Hoffnung trägt uns durch alle Herausforderungen unseres Lebens.


    6. Unsere Hoffnung richtet sich auf die Herrlichkeit.

    Der Apostel Paulus schreibt:
    Römer 8,18 „Denn ich bin überzeugt, dass die Leiden der jetzigen Zeit nicht ins Gewicht fallen gegenüber der Herrlichkeit, die an uns geoffenbart werden soll.“
    Paulus macht unsere Leiden nicht klein.
    Aber er macht Gottes Ziel groß.
    Der Vater verliert die Herrlichkeit seiner Kinder niemals aus den Augen.

    Darum schreibt auch der Apostel Johannes:
    1. Johannes 3,2 „Geliebte, wir sind jetzt Kinder Gottes, und noch ist nicht offenbar geworden, was wir sein werden; wir wissen aber, dass wir ihm gleichgestaltet sein werden, wenn er offenbar werden wird; denn wir werden ihn sehen, wie er ist.“

    Welch eine Hoffnung!
    Heute sind wir Gottes Kinder.
    Heute lernen wir.
    Heute werden wir geformt.
    Doch der Tag kommt, an dem Gottes Werk vollendet sein wird.
    Dann werden wir unserem Herrn gleichgestaltet sein.
    Dann wird jede Spur der Sünde verschwunden sein.
    Dann wird der Vater sein Ziel erreicht haben.


    7. Schlusswort.

    Wenn wir heute auf Gottes Heilsplan blicken, erkennen wir seine wunderbare Einheit.

    Von Ewigkeit her wollte der Vater eine Familie.

    Durch seinen Sohn hat er den Weg zu sich geöffnet.
    Durch die neue Geburt hat er uns zu seinen Kindern gemacht.
    Als Kinder hat er uns zu Erben Gottes und Miterben Christi bestimmt.
    In seiner Liebe formt er unseren Charakter und bereitet uns auf unsere ewige Berufung vor.

    Darum dürfen wir auch in schweren Zeiten wissen:
    • Unser Leben liegt nicht zufällig in Gottes Hand.
    • Es liegt in der Hand unseres Vaters, der uns über alles liebt.
    • Und die Hand unseres Vaters macht keine Fehler.
    • Sie führt uns Schritt für Schritt dem Ziel entgegen, das sie von Ewigkeit her vor Augen hatte.
    Der Vater bereitet uns nicht nur auf den Himmel vor. Er bereitet uns auf unsere ewige Berufung in seiner neuen Schöpfung vor. Deshalb formt er schon heute unseren Charakter nach dem Bild seines Erstgeborenen.

    Mit dieser Gewissheit dürfen wir unseren Weg voller Vertrauen gehen. Denn der Vater, der das gute Werk in uns begonnen hat, wird es auch vollenden – zu seiner Ehre und zur Verherrlichung seines Erstgeborenen und schließlich aller seiner Kinder.


    AMEN!

    RT_Rund_neu_431x431
    Reinhold Thalhofer
    AK_rund
    Adnan Krikor
    Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus, die Liebe Gottes und die Kraft des Heiligen Geistes, der uns Gemeinschaft untereinander und mit Gott schenkt, sei mit uns allen!

    Reinhold Thalhofer und Adnan Krikor,

    Knechte Jesu Christi nach dem Willen unseres himmlischen Vaters, in der Kraft des Heiligen Geistes.