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Gnade, Erwählung und Glaube.

Die Beziehung des Menschen zu Gott

heute wollen wir tiefer in die wunderbaren und tiefgründigen Wahrheiten von Gnade, Erwählung und Glauben eintauchen und die dreifache Wirkung der Liebe Gottes kennen lernen.

Wir gliedern diese Botschaft wie folgt auf:
  1. Einleitung.
  2. Die alles umfassende Gnade Gottes.
  3. Die souveräne Erwählung Gottes in seiner ewigen Vorsehung.
  4. Der rettende Glaube als unverdientes Geschenk der Gnade.
  5. Praktische Anwendung.

1. Einleitung

Gnade, Erwählung und Glaube sind nicht nur abstrakte theologische Fachausdrücke, sondern der Weg, durch die Gottes Liebe und sein Heilswirken in unser Leben fließen.

Sie sind das Fundament unseres Verständnisses, wer Gott ist, wie er mit uns handelt und wer wir in unserer Beziehung zu ihm sind.

Wir wollen uns heute besonders damit auseinandersetzen, wie Gottes ewige Vorsehung und unser freier Wille in diesem göttlichen Heilsplan zusammenwirken und wie uns dies zu einem besseren Verständnis, tieferer Demut und Anbetung führen kann.

Weiterhin wollen wir uns besonders auf den Aspekt der Erwählung bzw. Berufung konzentrieren und sehen, wie Gott in seiner souveränen Gnade Sünder in seine Gemeinschaft ruft und wie wir als wahre Gläubige diese Berufung erfahren haben und darin leben dürfen.

Dabei wollen wir vor allem auch die Bedeutung folgender Schriftstelle verstehen und zugrunde legen.
Apg 13,48 "Als aber die ‹aus den› Nationen es hörten, freuten sie sich und verherrlichten das Wort des Herrn; und es glaubten, so viele zum ewigen Leben verordnet waren."

2. Die alles umfassende Gnade Gottes.

Mehr als nur Vergebung: Die Gnade Gottes ist weit mehr als die bloße Vergebung unserer Sünden, obwohl dies ein unendlich kostbarer Aspekt ist. Sie ist Gottes unverdiente, aktive Zuwendung zu uns, die sich in seiner Liebe, Barmherzigkeit, Güte und Geduld manifestiert. Es ist sein wohlwollendes Handeln uns gegenüber, das wir in keiner Weise verdient haben.
  • Römer 5,8: „Gott aber erweist seine Liebe zu uns darin, dass Christus für uns gestorben ist, als wir noch Sünder waren.“
    Diese Schriftstelle zeigt uns, dass Gottes Liebe und damit seine Gnade uns in unserem tiefsten Zustand der Verlorenheit erreichte.
  • Epheser 2,4-5: „Gott aber, der reich ist an Barmherzigkeit, hat um seiner großen Liebe willen, mit der er uns geliebt hat, auch als wir tot waren in den Sünden, uns mit Christus lebendig gemacht – aus Gnade seid ihr gerettet!“
    Hier wird betont, dass unsere Errettung aus einem Zustand des geistlichen Todes heraus allein durch Gottes Barmherzigkeit und Liebe geschah, die Ausdruck seiner Gnade sind.

Die Quelle aller Segnungen:
Jede gute Gabe und jede vollkommene Gabe kommt von Gott (Jakobus 1,17).
Unsere Existenz, unsere Fähigkeiten, die Schönheit der Schöpfung um uns herum – all das zeugt von Gottes Güte und seiner grundlegenden Haltung der Gnade gegenüber seiner Schöpfung.

Die Grundlage unserer Rechtfertigung: Wie bereits erwähnt, werden wir „ohne Verdienst gerecht aus seiner Gnade durch die Erlösung, die in Christus Jesus ist“ (Römer 3,24).
Unsere Gerechtigkeit vor Gott ist nicht das Ergebnis unserer Taten, sondern ein Geschenk der Gnade Gottes, das uns durch den Glauben an Jesus Christus zuteil wird.


3. Die souveräne Erwählung Gottes in seiner ewigen Vorsehung:

Vor Grundlegung der Welt: Die Bibel lehrt uns unmissverständlich, dass Gottes Erwählung bereits vor der Schöpfung der Welt stattgefunden hat.
  • Epheser 1,4-5: „Denn in ihm hat er uns erwählt vor Grundlegung der Welt, damit wir heilig und tadellos vor ihm seien in Liebe, hat er uns vorherbestimmt zur Sohnschaft für sich selbst durch Jesus Christus nach dem Wohlgefallen seines Willens.“
    Diese Verse betonen die Initiative Gottes in unserer Erwählung und dass dies nach seinem wohlgefälligen Willen geschah.
Gottes Vorherwissen und der freie Wille des Menschen: Hier berühren wir ein tiefes Geheimnis des Glaubens. Gottes Vorsehung beinhaltet sein allumfassendes Wissen, einschließlich dessen, wie jeder Mensch auf sein Angebot der Gnade reagieren wird. Da Gott außerhalb der Zeit existiert, sieht er die gesamte Geschichte – Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft – gleichzeitig.
  • Römer 8,29-30: „Denn die er zuvor erkannt hat, die hat er auch vorherbestimmt, dem Bild seines Sohnes gleichgestaltet zu werden, damit er der Erstgeborene sei unter vielen Brüdern. Die er aber vorherbestimmt hat, die hat er auch berufen; die er aber berufen hat, die hat er auch gerechtfertigt; die er aber gerechtfertigt hat, die hat er auch verherrlicht.“
    Diese Verse legen die Wirkungskette des göttlichen Wirkens dar, beginnend mit dem Vorherwissen Gottes.
Gottes Kenntnis der zukünftigen Entscheidungen: Gottes Vorherwissen bedeutet, dass er von Ewigkeit her wusste, wer in freier Entscheidung seine Gnade in Christus annehmen und wer sie ablehnen würde. Seine Erwählung basiert nicht darauf, dass er einige Menschen manipuliert, damit sie glauben, sondern auf seinem Wissen, wer durch die Verkündigung des Evangeliums und das Wirken des Heiligen Geistes zum Glauben kommen wird.

Die Tragweite der Ablehnung der Gnade:
Die Ablehnung der angebotenen Gnade ist eine schwerwiegende Entscheidung, die in der Verantwortung des Einzelnen liegt.
  • Hebräer 10,29: „Wie viel schlimmer, meint ihr, wird der Strafe würdig sein, der den Sohn Gottes mit Füßen getreten und das Blut des Bundes, durch das er geheiligt wurde, für unrein geachtet und den Geist der Gnade geschmäht hat?“
    Dieser Vers warnt eindrücklich vor den Konsequenzen der bewussten Ablehnung und Verachtung der göttlichen Gnade, die uns in Jesus Christus angeboten wird. Es zeigt, dass der Mensch die Freiheit hat, Gottes Gnaden-Geschenk zurückzuweisen.

Keine Willkür, sondern Gottes souveräne Freiheit:
Gottes Erwählung ist keine Laune oder Willkür. Sie entspringt seinem tiefen, unergründlichen Ratschluss und seiner souveränen Freiheit, seine Liebe und Gnade denen zuzuwenden, die er erwählt hat. Wir mögen die Tiefen dieser Entscheidung nicht vollständig verstehen, aber wir können darauf vertrauen, dass sie vollkommen gerecht und weise ist.

Der Kontext von Apostelgeschichte 13:
In diesem Kapitel wird die erste Missionsreise von Paulus und Barnabas beschrieben. Sie predigen das Evangelium des Christus in Antiochia in Pisidien. Zuerst sprechen sie in der Synagoge zu Juden und gottesfürchtigen Nichtjuden. Viele glauben, aber es gibt auch Widerstand.
Apostelgeschichte 13,48: „Als aber die Heiden das hörten, wurden sie froh und priesen das Wort des Herrn, und es glaubten alle, die zum ewigen Leben bestimmt waren.“

Diese Schriftstelle ist von zentraler Bedeutung für unser Verständnis der Verbindung von Erwählung und Glauben.
  • "Es glaubten alle, die zum ewigen Leben bestimmt waren":
    Diese Formulierung macht klar, dass Gottes vorherige Bestimmung zum ewigen Leben dem Glauben vorausgeht oder zumindest damit einhergeht. Es ist nicht so, dass Menschen zuerst glauben und Gott sie dann erwählt, sondern Gottes souveränes Handeln bereitet den Weg für den Glauben.
  • Die Freude und das Lob der Heiden: Die Reaktion der Heiden zeigt, dass die Annahme des Evangeliums ein Werk Gottes ist, das Freude und Dankbarkeit hervorruft. Ihr Glaube ist nicht nur eine intellektuelle Zustimmung, sondern eine tiefgreifende Veränderung ihres Herzens.
Weitere Schriftstellen zur göttlichen Berufung:
  • 2. Timotheus 1,9: „Der uns gerettet und uns berufen hat mit einem heiligen Ruf, nicht nach unseren Werken, sondern nach seinem eigenen Vorsatz und der Gnade, die uns in Christus Jesus vor ewigen Zeiten gegeben ist.“
    Dieser Vers betont, dass unsere Berufung nicht auf unseren Verdiensten beruht, sondern auf Gottes Vorsatz und seiner Gnade, die uns schon vor aller Zeit in Christus zugesagt war.
  • 1. Korinther 1,26-29: „Seht doch eure Berufung an, Brüder! Nicht viele Weise nach dem Fleisch, nicht viele Mächtige, nicht viele Edle sind berufen; sondern das Törichte der Welt hat Gott erwählt, um die Weisen zuschanden zu machen, und das Schwache der Welt hat Gott erwählt, um das Starke zuschanden zu machen; und das Unedle der Welt und das Verachtete hat Gott erwählt, das, was nichts ist, um das zunichte zu machen, was ist, damit sich vor Gott kein Fleisch rühme.“
    Diese Verse zeigen, dass Gottes Berufung oft die von der Welt Geringgeachteten trifft, um seine Gnade und Souveränität zu demonstrieren.
  • Römer 1,6-7: Der Apostel Paulus schreibt an die Gläubigen in Rom: „Unter ihnen seid auch ihr Berufene Jesu Christi, an alle, die in Rom sind, Geliebte Gottes und berufene Heilige: Gnade sei mit euch und Friede von Gott, unserem Vater, und dem Herrn Jesus Christus!“
    Hier werden alle Gläubigen in Rom als „Berufene Jesu Christi“ und „berufene Heilige“ bezeichnet.


4. Der rettende Glaube als unverdientes Geschenk der Gnade.

Glaube als Antwort und Gabe: Der Glaube ist die von Gott gewirkte Antwort des Menschen auf das Angebot seiner Gnade. Der Glaube ist nicht ein Werk, das wir vollbringen, um uns Gottes Gunst zu verdienen, sondern vielmehr die Hand, die wir ausstrecken, um das Geschenk der Erlösung anzunehmen.
  • Johannes 6,44: „Niemand kann zu mir kommen, es sei denn, der Vater, der mich gesandt hat, ziehe ihn; und ich werde ihn auferwecken am letzten Tag.“
    Der Herr Jesus selbst betont hier die Notwendigkeit des göttlichen Ziehens, das dem Glauben vorausgeht.
  • Apostelgeschichte 16,14: „Und eine gottesfürchtige Frau namens Lydia, eine Purpurhändlerin aus der Stadt Thyatira, hörte zu; der Herr aber öffnete ihr das Herz, sodass sie aufmerksam wurde auf das, was von Paulus geredet wurde.“
    Dieses Beispiel zeigt, wie Gott selbst das Herz eines Menschen öffnet, um den Glauben zu ermöglichen.

Die Erkenntnis der eigenen Sündhaftigkeit:
Der wahre Glaube beinhaltet die Erkenntnis, dass wir verlorene Sünder sind, die aus eigener Kraft keine Gemeinschaft mit Gott haben können. Diese Erkenntnis ist nicht etwas, das wir uns selbst beibringen, sondern eine Frucht des Wirkens des Heiligen Geistes in unseren Herzen.
  • Römer 3,10.23: „Wie geschrieben steht: ‚Da ist kein Gerechter, auch nicht einer; … denn alle haben gesündigt und die Herrlichkeit Gottes verfehlt.‘“
    Diese Verse verdeutlichen den universellen Zustand der Sündhaftigkeit, aus dem wir uns nicht selbst befreien können. Jeder Mensch, der in diese Welt hineingeboren wird, wird als Sünder geboren. Und jeder Mensch muss für sich eine persönliche Entscheidung treffen, die wiederum auf der Gnade Gottes basiert.

Die Ausrichtung auf Christus:
Der rettende Glaube richtet sich ausschließlich auf Jesus Christus, auf sein stellvertretendes Leiden und Sterben am Kreuz und seine Auferstehung. Wir vertrauen darauf, dass allein sein Opfer unsere Sünden sühnt und uns mit Gott versöhnt.
  • Apostelgeschichte 4,12: „Und es ist in keinem anderen Heil; denn es ist auch kein anderer Name unter dem Himmel den Menschen gegeben, durch den wir sollen gerettet werden, als nur der Name Jesus Christus.“

Glaube als Werk des Heiligen Geistes:
Der Glaube ist letztendlich ein Werk des Heiligen Geistes in unserem Herzen. Er bewirkt auf dem Fundament des Wortes Gottes die Wiedergeburt und schenkt uns die Fähigkeit, an Jesus Christus zu glauben und ihm nachzufolgen.


5. Praktische Anwendung.

Ein Leben, das der Berufung würdig ist: Als Berufene Gottes sind wir aufgerufen, ein Leben zu führen, das dieser hohen Berufung Ehre macht. Das bedeutet, in Heiligkeit und Gerechtigkeit zu wandeln und die Liebe Gottes in unserem Leben widerzuspiegeln.
  • Epheser 4,1: „So ermahne ich euch nun, ich, der Gefangene im Herrn, dass ihr der Berufung würdig wandelt, mit der ihr berufen seid.“
    Der Apostel Paulus fordert die Gläubigen auf, ihr Leben in Übereinstimmung mit der Gnade und dem Privileg ihrer Berufung zu gestalten.
  • 1. Petrus 2,9: „Ihr aber seid ein auserwähltes Geschlecht, eine königliche Priesterschaft, ein heiliges Volk, ein Volk des Eigentums, damit ihr die Wohltaten dessen verkündet, der euch aus der Finsternis in sein wunderbares Licht berufen hat.“
    Diese Verse beschreiben die Identität der Gläubigen als von Gott Berufene mit einer besonderen Aufgabe und Verantwortung.

Die Auswirkungen unserer Berufung:
  • Demut und Dankbarkeit: Die Erkenntnis, dass unsere Errettung von Gottes unverdienter Gnade und seiner souveränen Erwählung abhängt und dass sogar unser Glaube ein Geschenk von ihm ist, sollte uns tief demütig machen. Wir haben nichts, womit wir uns vor Gott rühmen könnten. Unsere Herzen sollten überfließen vor Dankbarkeit für seine unfassbare Liebe.
  • Gewissheit der eigenen Berufung: Wenn wir wahrhaftig an Jesus Christus glauben, ihm gehorsam sind, die Sünde hassen und die Frucht des Geistes in unserem Leben sichtbar wird, dürfen wir die Gewissheit haben, dass wir zu den Berufenen Gottes gehören.
  • Ermutigung zur Weitergabe der Wahrheit: Wenn wir verstehen, dass Gott in seiner Vorsehung Menschen erwählt hat und dass der Glaube durch die Verkündigung des Wortes kommt (Römer 10,17), sollten wir uns umso mehr ermutigt fühlen, die frohe Botschaft von der Gnade, der Berufung und des Gott gewirkten Glaubens, mit anderen zu teilen. Wir wissen nicht, wen Gott erwählt hat, aber wir sind berufen, durch die Führung des Heiligen Geistes, allen die gute Nachricht zu bringen, die Gott auf unser Herz legt und für die wir beten dürfen.
  • Prüfung des eigenen Glaubens: Die Lehren von Gnade, Erwählung und Glaube fordern uns heraus, unseren eigenen Glauben zu prüfen. Ist unser Glaube ein lebendiger Glaube, der Früchte der Buße und der Heiligung bringt? Oder beruhigen wir uns mit einer lediglich oberflächlichen Zustimmung zur Wahrheit?
  • Trost in der Souveränität Gottes: Inmitten der Unsicherheiten und Herausforderungen des Lebens können wir Trost in der Gewissheit finden, dass Gott souverän ist und sein Plan der Erlösung sich vollenden wird. Seine Liebe zu den Erwählten ist unerschütterlich.

Schluss:
Liebe Geschwister, die dreifache Wirkung der Liebe Gottes ist das Fundament unseres christlichen Lebens:
  1. seine gnädige Zuwendung,
  2. seine souveräne Erwählung in seiner ewigen Vorsehung und
  3. das Geschenk des rettenden Glaubens.
Mögen wir diese Wahrheiten noch tiefer verstehen, sie in unseren Herzen bewegen und uns von ihnen zu einem Leben der Anbetung unseres himmlischen Vaters, der Demut und des gehorsamen Dienstes an unserem Herrn Jesus Christus führen lassen.

Die Berufung Gottes ist ein wunderbarer Ausdruck seiner Gnade und seiner souveränen Erwählung. Er ruft Sünder aus aller Welt in seine Gemeinschaft und macht uns durch den Glauben zu seinen Kindern.

Als Berufene dürfen wir in der Gewissheit seiner Liebe und Vorsehung leben und uns bemühen, dieser hohen Berufung würdig zu wandeln, mit der wir berufen sind. Lasst uns Gott loben und preisen für seinen liebenden Ratschluss und seine rettende Gnade, die uns in Jesus Christus begegnet ist.


AMEN!

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Reinhold Thalhofer
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Adnan Krikor
Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus, die Liebe Gottes und die Kraft des Heiligen Geistes, der uns Gemeinschaft untereinander und mit Gott schenkt, sei mit uns allen!

Reinhold Thalhofer und Adnan Krikor,

Knechte Jesu Christi nach dem Willen unseres himmlischen Vaters, in der Kraft des Heiligen Geistes.