Reinhold Thalhofer

Diese Botschaft gliedern wir in folgende Kapitel:

  1. Einleitung.
  2. Der Herr Jesus betet für sich selbst.
  3. Der Herr Jesus betet für seine Jünger.
  4. Der Herr Jesus betet für uns.
  5. Teilhabe an der Herrlichkeit Christi.
  6. Die Vollendung.
  7. Schlusswort.

Einleitung:

Heute wollen wir uns mit einem ganz besonderen Kapitel des neuen Testamentes beschäftigen, nämlich mit dem Kapitel 17 im Bericht des Johannes über das Leben Jesu.

Ein ganz besonderes Kapitel, das meines Erachtens in der gesamten Bibel einzigartig ist.

Warum?

Weil wir in diesem Kapitel, das oft auch als das sogenannte „Hohepriesterliche Gebet“ bezeichnet wird, das einzigartige, einmalige und ausführlichste überlieferte Gebet des Herrn Jesus an seinen Vater finden.

In diesem Gebet öffnet der Sohn Gottes sein Herz und offenbart den ganzen Heilsplan Gottes – von seiner ewigen Herrlichkeit vor Grundlegung der Welt bis zur zukünftigen Herrlichkeit des gesamten Christus, der heute aus dem Haupt und seinem Leib besteht und schließlich nach der Entrückung in den Himmel eine vollkommene Einheit sein wird.

Hier hören wir den Herrn Jesus nicht lehren, nicht diskutieren, nicht Gleichnisse reden – sondern beten.

Er hebt seine Augen zum Himmel auf und spricht zu seinem Vater. Was wir hier hören, ist nicht zufällig, nicht situativ, nicht fragmentiert.

Es ist das ausführlichste und vollständigste überlieferte Gebet des Herrn Jesus.

Und dieses Gebet lässt sich klar in drei Bereiche gliedern:

  • Der Herr Jesus betet für sich selbst (Verse 1 bis 5)
  • Der Herr Jesus betet für seine Jünger (Verse 6 bis 19)
  • Der Herr Jesus betet für uns – die zukünftigen Gläubigen (Verse 20 bis 26)

In diesem einmaligen Gebet entfaltet sich der ganze Heilsplan Gottes:

  • von der Verherrlichung des Sohnes,
  • über die Bewahrung der Gesandten,
  • bis hin zur Vollendung der Gemeinde in Herrlichkeit.

Der Herr Jesus betet für sich selbst.

Dazu lesen wir folgende Schriftstelle:
Johannes 17,1 „Dies redete Jesus und hob seine Augen zum Himmel empor und sprach: Vater, die Stunde ist gekommen; verherrliche deinen Sohn, damit auch dein Sohn dich verherrliche.“

Bisher hat der Herr Jesus immer wieder gesagt: „Meine Zeit oder meine Stunde ist noch nicht gekommen …
Johannes 2,4 „Jesus spricht zu ihr: Frau, was habe ich mit dir zu tun? Meine Stunde ist noch nicht gekommen!“

Damit sie meine Herrlichkeit sehen.

Johannes 7,6 „Da spricht Jesus zu ihnen: Meine Zeit ist noch nicht da; aber eure Zeit ist immer bereit.“

Johannes 8,20 „Diese Worte redete Jesus bei dem Opferkasten, als er im Tempel lehrte; und niemand ergriff ihn, denn seine Stunde war noch nicht gekommen.“

Der Herr Jesus lebte und handelte vollkommen nach dem Zeitplan seines Vaters.

Solange seine Stunde nicht gekommen war, konnte niemand ihn ergreifen.

Als die Stunde kam, ging er freiwillig den Weg zum Kreuz – zur Verherrlichung des Vaters und zur Erlösung der Seinen.

Der Herr Jesus spricht von der Stunde.

Diese Stunde ist kein punktuelles Ereignis, kein Moment der Niederlage – sie ist der Höhepunkt der Heilsgeschichte. Hier ist ein besonderer Zeitabschnitt gemeint.

Diese Stunde umfasst:

  • das Kreuz,
  • den Tod,
  • die Auferstehung,
  • und die Erhöhung zur Rechten Gottes.

Der Herr Jesus bittet nicht um Bewahrung vor dem Kreuz.

Er bittet um Verherrlichung.

Warum?

Weil das Kreuz der Ort ist, an dem:

  • die Liebe Gottes sichtbar wird,
  • die Gerechtigkeit Gottes erfüllt wird,
  • und der Wille Gottes vollkommen ausgeführt wird.

Hier zeichnet sich der größte Sieg der Gerechtigkeit Gottes ab, die durch seine Liebe und durch die Liebe seines erstgeborenen Sohnes für diese Welt geschehen ist.

Dann sagt der Herr Jesus:
Johannes 17,2 „— gleichwie du ihm Vollmacht gegeben hast über alles Fleisch, damit er allen ewiges Leben gebe, die du ihm gegeben hast.“ 

Wir sehen hier, dass der Vater dem Sohn Vollmacht gegeben hat, allen denen das ewige Leben zu geben, die ihm vom Vater gegeben wurden.

Das Leben, das er vom Vater bekam und in diese Welt brachte.

Das ewige Leben – wie kann man das bekommen?

Die einfachste und eindeutigste Antwort auf diese Frage lesen wir im Vers 3 dieses Kapitels:
Johannes 17,3 „Das ist aber das ewige Leben, dass sie dich, den allein wahren Gott, und den du gesandt hast, Jesus Christus, erkennen.“

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