Adnan Krikor
Teil 2 – Diese Botschaft gliedern wir in folgende Themen:
- Einleitung
- Anbeten (proskyneō) – nicht absolutiv
- Anrufen (epikaleō) – nicht absolutiv
- Die Verantwortung des Bibellesers
- Schlussgedanke
Einleitung:
Im TEIL 1 dieser Botschaftsreihe haben wir einen kurzen Rückblick auf das Fundament unternommen, um uns noch einmal die Summe des Wortes Gottes und das Gesamtzeugnis der Heiligen Schrift zu diesen wichtigen Themen in Erinnerung zu rufen.
Wir haben uns daran erinnert, was dieses Fundament ist:
- die Bedeutung der gesamten Schrift als Maßstab der Wahrheit,
- die Aussagen über Gott, den Vater,
- die Herkunft und Sendung des Sohnes Gottes,
- das offenbarte Geheimnis des Christus,
- sowie das Wirken des Geistes Gottes.
Schließlich haben wir folgende Themen studiert und uns auf dieses Thema gut vorbereitet:
- Rückblick auf das Fundament.
- Die Summe des Wortes Gottes als Maßstab der Wahrheit.
- Warum einzelne Verse nicht isoliert ausgelegt werden dürfen.
- Die Bedeutung der griechischen Grundbegriffe.
- Beten (proseuchomai) – absolutiv, d.h. gilt ausschließlich für Gott den Vater
- Dienen (latreuō) – absolutiv, d.h. gilt ausschließlich für Gott den Vater.
Heute machen wir weiter mit Kapitel 7.
Nachdem wir letzten Sonntag in Kapitel 6 erkannt haben, dass das Beten (proseuchomai) und der Gottesdienst (latreuō) nach dem Zeugnis der Heiligen Schrift ausschließlich Gott, dem Vater, dem allmächtigen Schöpfer, gelten, widmen wir uns heute den nächsten beiden Begriffen: *proskyneō* und *epikaleō*, die häufig mit „anbeten“ und „anrufen“ übersetzt werden.
Gerade diese beiden Begriffe werden oftmals als Begründung herangezogen, um daraus ein Gebet zum Herrn Jesus abzuleiten.
Doch dabei wird häufig übersehen, dass die Heilige Schrift für das Beten das griechische Wort *proseuchomai* verwendet und dieses nach dem durchgängigen Zeugnis der Schrift ausnahmslos Gott, dem Vater, zugeordnet ist.
Dennoch wollen wir diese Stellen nicht einfach übergehen, sondern sie besonders sorgfältig untersuchen.
Denn unser Ziel ist es nicht, einzelne Verse aus ihrem Zusammenhang heraus zu betrachten, sondern sie im Licht des gesamten Wortes Gottes zu verstehen.

Wir wollen deshalb gemeinsam prüfen:
- Was bedeutet *proskyneō*?
- Was bedeutet *epikaleō*?
- Und stimmen die deutschen Übersetzungen und die daraus gezogenen Schlussfolgerungen mit dem griechischen Urtext und der Summe des Wortes Gottes überein?
Denn Gott widerspricht sich nicht. Was er an vielen Stellen klar, eindeutig und ausnahmslos offenbart hat, wird er an anderer Stelle nicht verborgen aufheben.
Anbeten (proskyneō) – nicht absolutiv.
Das griechische Wort „proskyneō“ wird in deutschen Bibelübersetzungen häufig mit „anbeten“ wiedergegeben.
Dadurch entsteht bei vielen Menschen der Eindruck, dieses Wort habe etwas mit „beten“ zu tun oder sei sogar mit Gebet gleichzusetzen. Sprachlich ist das jedoch völlig falsch.
„Proskyneō“ und „proseuchomai“ sind zwei völlig unterschiedliche griechische Begriffe mit unterschiedlicher Herkunft und Bedeutung.
- Während „proseuchomai“ das Beten bezeichnet,
- beschreibt „proskyneō“ zunächst eine Haltung der Ehrerbietung, des Niederfallens oder der Huldigung.
Deshalb müssen wir bei dem ins Deutsche übersetzte Wort „Anbeten“ stets daran denken, dass dieses Wort mit Beten überhaupt nichts zu tun hat.
Der entscheidende Unterschied liegt darin, dass proseuchomai und proskyneō zwei unterschiedliche Handlungen beschreiben.
- Proseuchomai (beten) ist eine Handlung des Gebets und beinhaltet immer eine Form der Ehrfurcht und Ehrerweisung gegenüber Gott.
- Proskyneō beschreibt dagegen zunächst eine Haltung der Ehrfurcht, des Niederfallens, der Huldigung oder der Ehrerweisung, und zwar unabhänig davon, dies im Rahmen eines Gebetes oder im Rahmen anderer Handlung Menschen gegenüber.
Daraus ergibt sich der entscheidende sprachliche Unterschied:
- Jedes proseuchomai (Gebet) beinhaltet eine Ehrerweisung (proskyneō) gegenüber Gott.
- Aber nicht jedes proskyneō (Ehrerweisung oder Huldigung) ist ein proseuchomai (Gebet).








