Reinhold Thalhofer

Diese Botschaft gliedern wir in folgende Kapitel:

  1. Was bedeutet das Wort „Engel“ überhaupt?
  2. Die himmlischen Engel sind geschaffene Diener Gottes.
  3. Die unsichtbare Welt ist größer, als wir wahrnehmen können.
  4. Können Engel Menschen sichtbar begegnen?
  5. Hat jeder Mensch einen Schutzengel?
  6. Nicht wir befehlen den Engeln – Gott sendet sie.
  7. Engel beobachten das Werk Gottes an seinen Kindern.
  8. Engel sind Diener – wir aber sind Kinder und Erben.
  9. Engel dürfen niemals Gegenstand unserer Anbetung werden.
  10. Unsere Sicherheit liegt beim Vater, der die Engel sendet.
  11. Schluss – Nicht die Diener, sondern der Vater.

Wenn wir über Engel sprechen, betreten wir ein biblisches Thema, das wie kaum ein anderes von Vorstellungen, Überlieferungen und Spekulationen umgeben ist.

Wie viele Engel gibt es? Gibt es verschiedene Arten und Aufgaben? Hat jeder Mensch einen persönlichen Schutzengel? Können Engel heute noch sichtbar erscheinen?

Und was geschieht möglicherweise um uns herum in einer unsichtbaren Welt, von der wir mit unseren natürlichen Augen nichts wahrnehmen?

Gerade bei einem solchen Thema gilt für uns der bekannte Grundsatz aus Psalm 119,160: „Die Summe deines Wortes ist Wahrheit.“

Wir wollen deshalb weder mehr behaupten, als die Schrift uns offenbart, noch weniger glauben, als sie tatsächlich sagt.

Dabei werden wir sehen: Die Bibel gibt uns erstaunliche Einblicke in eine gewaltige unsichtbare Wirklichkeit.

Doch je mehr wir über die himmlischen Boten erfahren, desto weniger sollen sie selbst in den Mittelpunkt rücken. Ihr Dienst weist vielmehr auf den hin, der sie sendet: unseren großen Gott und himmlischen Vater.

Was bedeutet das Wort „Engel“ überhaupt?

Bevor wir uns mit dem Dienst der Engel beschäftigen, müssen wir zunächst einen wichtigen Begriff klären.

Wenn wir in unserer deutschen Bibel „Engel“ lesen, denken wir meist sofort an ein himmlisches Geistwesen.

Doch das hebräische Wort מַלְאָךְ „malʾākh“ – (gesprochen malach) und das griechische Wort „angelos“ bedeuten zunächst schlicht „Bote“ oder „Gesandter“.

Sie beschreiben also zunächst eine Aufgabe und nicht automatisch die Wesensart des Boten.

Wenn Gott seine Engel sendet.

Das wird bereits im Alten Testament beim geheimnisvollen „Engel des HERRN“ – dem Boten JHWHs – deutlich. Beim brennenden Dornbusch heißt es zunächst:
2. Mose 3,2 „Da erschien ihm der Engel des HERRN in einer Feuerflamme mitten aus dem Dornbusch.“

Hinweis: Wörtlich steht dort: מַלְאַךְ יְהוָה – malʾakh JHWH . Also: „Bote JHWHs“ bzw. „Engel JHWHs“.

Wenig später lesen wir jedoch:
2. Mose 3,4 „Als aber der HERR sah, dass er hinzutrat, um zu schauen, rief ihm Gott (Elohim) mitten aus dem Dornbusch zu …“

Dieser Bote wird einerseits von JHWH unterschieden, tritt andererseits aber mit göttlicher Autorität auf.

Besonders bemerkenswert ist deshalb auch Gottes Aussage in 2. Mose 23,20–21: „Siehe, ich sende einen Engel vor dir her […] Hüte dich vor ihm und gehorche seiner Stimme […] denn mein Name ist in ihm.“

In Verbindung mit dem Neuen Testament gibt es starke Hinweise darauf, dass dieser besondere Bote JHWHs nicht einfach ein geschaffenes Engelwesen war, sondern der von Gott gesandte Sohn, durch den der unsichtbare Gott sich offenbarte.

Denn Johannes schreibt:
Johannes 1,18 „Niemand hat Gott je gesehen; der eingeborene Sohn, der im Schoß des Vaters ist, der hat Aufschluss über ihn gegeben.“

Auch im Neuen Testament bezeichnet angelos deshalb nicht zwangsläufig ein himmlisches Geistwesen.

So lesen wir beispielsweise von den „Engeln der sieben Gemeinden“, womit nach unserem Verständnis die verantwortlichen Boten dieser Gemeinden angesprochen werden.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert