Adnan Krikor
Was sind deine Prioritäten in deinem Leben?
Diese Botschaft gliedern wir in folgende Themen:
- Einleitung; Der tägliche Weckruf Gottes
- Das menschliche Denken in Prioritätenlisten
- „Trachtet zuerst“ – Gottes klare Ordnung
- Mt 10,37–39: Der Christus über allem
- Eigenkraft oder Geistkraft – zwei völlig verschiedene Wege
- Die Frucht des Geistes als Prüfstein unserer Ausrichtung
- Die stumpfe Säge – eine geistliche Warnung
- Schluss: Alles stoppen, wenn nicht der Geist regiert
Einleitung; Der tägliche Weckruf Gottes
Jeder neue Tag ist ein Weckruf Gottes an unser Leben.
Nicht nur der physische Wecker am Morgen ruft uns aus dem Schlaf, sondern Gott selbst ruft uns hinein in einen neuen Tag – noch bevor etwas getan, entschieden oder geleistet wurde.
Dieser Ruf Gottes stellt uns am Anfang des Tages keine Leistungsfrage, sondern eine Herzensfrage:
- Wofür lebst du heute?
- Worauf richtest du dein Herz aus?
- Wem sollen heute deine Zeit, deine Kraft, deine Gedanken und deine Entscheidungen gehören?
Der Morgen ist nicht der Moment der Abrechnung, sondern der Moment der Ausrichtung.
Gott fragt uns nicht, was wir am Ende des Tages vorweisen können, sondern wem wir den Tag von Anfang an anvertrauen.
Und genau diese Ausrichtung ist nötig, weil viele Menschen ihr Leben im Dauerlauf verbringen.
Termine jagen Termine, Verpflichtungen stapeln sich, Erwartungen drücken von allen Seiten. Und mitten in diesem Getriebe verliert man leicht das Wesentliche aus dem Blick:
- Man funktioniert – aber man lebt nicht bewusst und erlebt nicht wirklich.
- Man ist beschäftigt – aber innerlich leer. Man erfüllt Aufgaben – aber bringt keine geistliche Frucht.
Der tägliche Weckruf Gottes will uns genau davor bewahren.
Er ruft uns
- nicht zuerst zur Aktivität, sondern zur Ordnung.
- Nicht zur Leistung, sondern zur Ausrichtung.
Denn nur wenn der Tag richtig beginnt, kann er auch richtig verlaufen.
Die Frage am Morgen lautet deshalb
- nicht: Was wirst du heute alles schaffen?
- Sondern: Wer soll heute im Zentrum deines Lebens stehen?
Erst am Ende des Tages wird daraus die zweite Frage: Was ist aus dieser Ausrichtung gewachsen?

Das menschliche Denken in Prioritätenlisten:
Wenn man Christen nach ihren Prioritäten fragt, bekommt man oft eine ähnliche Antwort:
- Gott
- Familie
- Arbeit
- Gemeinde
- Freunde
- Freizeit
Auf den ersten Blick klingt das sehr vernünftig, sehr geordnet, sehr überlegt, sehr fromm.
Doch hier liegt bereits ein grundlegendes Problem:
Die Bibel kennt in geistlicher Hinsicht keine solche Prioritätenliste.
Diese Aufzählungen stammen aus menschlichem Denken. Sie versuchen, das Leben zu strukturieren, indem man Gott zu einem Punkt unter vielen macht – zwar zum wichtigsten Punkt, aber dennoch zu einem Punkt neben anderen.
Doch Gott lässt sich nicht einsortieren. Er lässt sich nicht in eine Liste einfügen.
Gott ist nicht ein Lebensbereich neben anderen, sondern die Herrschaft über alle Bereiche.
Sobald Gott auf einen Bereich begrenzt wird, verliert er seine Stellung als Gott – und der Mensch übernimmt die Führung.
Wenn Gott nur „Priorität Nummer eins“ ist, dann bleibt er am Ende doch begrenzt auf bestimmte Zeiten, bestimmte Bereiche, bestimmte fromme Momente.
- Die Schrift fragt nicht: An welcher Stelle steht Gott in deinem Leben?
- Die Schrift fragt: Wem gehört dein ganzes Leben?
„Trachtet zuerst“ – Gottes klare Ordnung.
Der Herr Jesus spricht unmissverständlich:
Mt 6,33 „Trachtet aber zuerst nach dem Reich Gottes und nach seiner Gerechtigkeit, und dies alles wird euch hinzugefügt werden.“
„zuerst“:
Bedeutet: Deine ganze Verantwortung liegt in der Ausrichtung auf Gott. Alles andere ist nicht deine Last – sondern Gottes Zusage.
Bedeutet nicht: zeitlich im Sinne von morgens fünf Minuten Bibel, dann gehört der Rest mir.
Bedeutet also: grundsätzlich, maßgeblich, alles bestimmend.








