Reinhold Thalhofer
Am Anfang des neuen Jahres.
Diese Botschaft gliedern wir in folgende Themen:
- Einleitung
- Fürchte dich nicht.
- Die göttliche Begründung.
- Woher kommt Furcht?
- Sei zuversichtlich!
- Der Herr Jesus – Mittelpunkt aller Zuversicht.
- Zuversicht aus der Sohnschaft.
- Praktische Wegweisung für das neue Jahr.
- Wir kennen nicht nur den Weg –
- Schluss.
Einleitung.
Wir stehen am Anfang eines neuen Jahres. Ein solcher Übergang ist immer mehr als ein bloßer Kalenderwechsel.
Er ist ein Moment der inneren Standortbestimmung.
Wir treten in ein Jahr ein, dessen Weg wir nicht kennen.
Aber wir tun es nicht schutzlos, nicht zufällig, nicht auf uns allein gestellt – sondern unter Gottes Führung und Seinem Schutz.
Dieser Schutz ist kein Versprechen eines leichten Weges, sondern die Zusage seiner treuen Begleitung.
Unweigerlich stellen sich Fragen:
üWas wird dieses Jahr bringen?
- Was liegt vor mir – persönlich, familiär, geistlich, beruflich?
- Werde ich den Anforderungen gewachsen sein?
- Werde ich im Glauben bestehen und geistlich wachsen können?
Gerade an solchen Übergängen spricht Gott ein Wort, das sich wie ein roter Faden durch die ganze Schrift zieht – ein Wort, das nicht von unserer Stärke ausgeht, sondern von seiner Treue:
„Fürchte dich nicht.“
Nicht als Appell an unsere innere Stärke, sondern als Aufforderung, ihm zu vertrauen.
„Fürchte dich nicht“ – Gottes wiederholter Zuspruch an uns:
Es fällt auf: Immer wenn Gott Menschen in einen neuen Abschnitt ruft, spricht er ihnen zuerst die Angst ab.
- Abraham, als er in die Verheißung eintritt.
- Mose, als er zum Dienst berufen wird.
- Josua, als er Verantwortung übernimmt.
- Maria, als Gottes Heilsplan durch sie Gestalt annimmt.
- Die Jünger, als sie nach der Auferstehung ausgesandt werden.
- Der Apostel Paulus im Auftrag des Herrn Jesus im Dienst.
2.1 Angst ist kein Zeichen von Unglauben:
Die Bibel verurteilt Angst nicht pauschal. Sie verschweigt sie nicht, sie beschönigt sie nicht.
Aber sie zeigt: Angst darf nicht regieren.
Angst darf wahrgenommen werden – aber nicht den Kurs bestimmen.
Und – was besonders wichtig ist – auch die Apostel Jesu Christi waren davon nicht ausgenommen. Und auch wir heute – als Kinder Gottes – sind ebenfalls nicht davon ausgenommen.

2.2 Ein Beispiel aus den 21 Lehrbriefen: der Apostel Paulus:
Der Apostel Paulus, einer der bedeutendsten Zeugen der Lehre Jesu Christi, verschweigt seine innere Verfassung nicht.
Er schreibt an die Gemeinde in Korinth:
1. Korinther 2,3–4 „Auch ich war bei euch in Schwachheit und mit viel Furcht und Zittern; und meine Rede und meine Verkündigung bestand nicht in überredenden Worten menschlicher Weisheit, sondern in Erweisung des Geistes und der Kraft.“
Das ist bemerkenswert. Paulus spricht hier nicht von Ungläubigen, nicht von jungen Christen, sondern von sich selbst – dem bevollmächtigtem Apostel Jesu Christi.
Er bekennt offen:
- Schwachheit
- Furcht
- Zittern
2.3 Furcht im Dienst – aber nicht regiert von der Furcht:
Paulus war kein furchtloser Held. Aber er war ein abhängiger Diener.
Seine Furcht führte nicht zum Rückzug, sondern zur tieferen Gemeinschaft mit dem Geist Gottes.
Das bestätigt er an anderer Stelle:
2. Korinther 7,5 „Denn auch als wir nach Mazedonien kamen, hatte unser Fleisch keine Ruhe, sondern wir wurden überall bedrängt; von außen Kämpfe, von innen Befürchtungen.“
Das ist ein wahres, ehrliches Wort und Bekenntnis: „von innen Befürchtungen“.
Doch Paulus bleibt nicht dort stehen.
Er fährt fort:
2. Korinther 7,6 „Gott aber, der die Niedrigen tröstet, tröstete uns…“
2.4 Die geistliche Lektion:
Hier wird deutlich:
- Furcht disqualifiziert nicht für den Dienst –
- aber sie führt zur Hinwendung und Abhängigkeit von Gott.
Oder anders gesagt:
- Der Apostel Paulus hatte Furcht –
- aber die Furcht beherrschte ihn nicht.
Darum konnte Gott ihn gebrauchen.
2.5 Anwendung für den Jahresanfang:
Das ist eine enorme Ermutigung für uns:
- Wenn wir mit Unsicherheit ins neue Jahr gehen,
- wenn Aufgaben größer erscheinen als unsere Kraft,
- wenn wir ein innerliches Zittern spüren,
dann heißt das nicht, dass wir ungeeignet sind.








