Adnan Krikor
Diese Botschaft gliedern wir in folgende Kapitel:
- Einleitung.
- Wo der Herr Jesus heute ist
- Unser Hoherpriester: Hilfe in der Schwachheit
- Unser Beistand beim Vater: Wiederherstellung nach dem Fall
- Worum er für uns bittet
- Durch ihn zum Vater: unser Gebet und unsere Anbetung
- Getrost unterwegs: was sein Dienst für unseren Alltag bedeutet
Einleitung.
Wenn wir an das Werk des Herrn Jesus denken, dann steht uns meist zuerst das Kreuz vor Augen. Und das ist richtig so.
Dort hat er das Werk vollbracht, auf dem unser ganzes Heil ruht.
Wir denken auch an seine Auferstehung und mit Freude an ein Wiederkommen.
Aber zwischen diesen großen Ereignissen liegt eine Zeit, in der wir heute leben.
Was tut der Herr Jesus eigentlich jetzt, in diesem Augenblick, während wir hier versammelt sind?
Manche Christen leben so, als sei der Herr Jesus nach seiner Himmelfahrt gewissermaßen in den Ruhestand getreten, als habe er sein Werk getan und überlasse uns nun uns selbst.
Die Schrift zeigt uns etwas ganz anderes. Der Herr Jesus ist heute nicht untätig.
Er dient – für uns, für jeden Einzelnen von uns, unaufhörlich.
Diesen gegenwärtigen Dienst unseres Herrn wollen wir heute betrachten.
Hebr 7,25 „Daher kann er die auch völlig erretten, die sich durch ihn Gott nahen, weil er immer lebt, um sich für sie zu verwenden.“
Wo der Herr Jesus heute ist.
Bevor wir fragen, was der Herr Jesus heute tut, müssen wir fragen, wo er ist.
Die Antwort des Hebräerbriefes ist eindeutig:
Hebr 8,1 „Wir haben einen solchen Hohenpriester, der sich zur Rechten des Thrones der Majestät in den Himmeln gesetzt hat.“
Der Vers sagt nicht nur, dass der Herr Jesus zur Rechten Gottes sitzt, sondern dass er sich dorthin gesetzt hat.
Er musste nicht fragen, wo sein Platz ist, und brauchte keine Einweisung. Er wusste genau, wohin er gehört, denn er kam nach Hause.

Nachdem er den Auftrag des Vaters vollständig erfüllt hatte, kehrte er in die Herrlichkeit zurück, um die er gebeten hatte.
Joh 17,5 „Und nun verherrliche du, Vater, mich bei dir selbst mit der Herrlichkeit, die ich bei dir hatte, ehe die Welt war.“
Dass er sich setzt, zeigt auch, dass das Werk vollbracht ist.
Hebr 10,12 „Dieser aber, nachdem er ein Schlachtopfer für Sünden dargebracht, hat sich auf immerdar gesetzt zur Rechten Gottes.“
Hier begegnen wir der tiefen Vertrautheit zwischen Vater und Sohn, die keine Distanz und keine Unsicherheit kennt.
Das Wunderbare ist, dass der Herr Jesus diesen Platz nicht für sich allein behalten will.
Offb 3,21 „Wer überwindet, dem werde ich geben, mit mir auf meinem Throne zu sitzen, wie auch ich überwunden und mich mit meinem Vater gesetzt habe auf seinen Thron.“
Er verbindet also seinen eigenen Weg mit unserem. So wie er überwunden und sich gesetzt hat, so wird er auch uns zu sich setzen.
Gott hat Christus zu seiner Rechten erhöht.
Eph 1,20 „…den er aus den Toten auferweckte und zu seiner Rechten in den himmlischen Örtern setzte.“
Und was er an Christus getan hat, das hat er in ihm auch an uns getan.
Eph 2,6 „…und hat uns mitauferweckt und mitsitzen lassen in den himmlischen Örtern in Christo Jesu.“
Darum dürfen wir diese Vertrautheit schon heute haben. Das liegt nicht daran, dass wir wie der Herr Jesus schon beim Vater gewesen wären und den Weg kennen. Es liegt daran, dass wir Gottes Wort glauben.
Der Herr Jesus kennt seinen Platz, weil er von dort kam.
Wir kennen unseren Platz, weil er uns dorthin mitnimmt und Gott ihn uns zugesagt hat.
So müssen wir nicht zögernd oder fremd vor Gott treten, sondern kommen als Kinder, die wissen: Am Tisch des Vaters ist ein Platz für mich, hier bin ich zu Hause.








