Adnan Krikor

Diese Botschaft gliedern wir in folgende Kapitel:

  1. Einleitung – –Wie lebt ein Kind Gottes?
  2. Was meint die Schrift mit „Fleisch“?
  3. Der Geist Gottes wohnt in uns
  4. Im Geist leben und im Geist wandeln
  5. Der tägliche Konflikt zwischen Fleisch und Geist
  6. Durch den Geist die Handlungen des Leibes töten
  7. Woran erkennen wir, wer unser Leben bestimmt?
  8. Der Wandel im Geist gehört zu unserer himmlischen Berufung
  9. Schlussgedanke – Wem geben wir heute Raum

Einleitung:

In den vergangenen Wochen haben wir uns Schritt für Schritt mit unserer Berufung als Kinder Gottes beschäftigt.

Im ersten Kapitel haben wir die grundlegende Frage gestellt:
Was bedeutet es, aus Gott geboren zu sein?
Wir haben gesehen, dass niemand durch seine natürliche Geburt ein Kind Gottes ist.
Joh 3,5–6 „Wahrlich, wahrlich, ich sage dir: Wenn jemand nicht aus Wasser und Geist geboren wird, kann er nicht in das Reich Gottes hineingehen. Was aus dem Fleisch geboren ist, ist Fleisch, und was aus dem Geist geboren ist, ist Geist.“
Die Neugeburt ist eine Geburt von oben. Gott schenkt uns durch sein Wort und durch seinen Geist ein neues geistliches Leben.

Im zweiten Kapitel haben wir gesehen, dass wir nicht nur neues Leben empfangen haben, sondern Kinder und Erben Gottes geworden sind.
Wir haben den Geist der Sohnschaft empfangen und dürfen Gott als unseren Vater erkennen und anrufen.

Im dritten Kapitel haben wir erkannt, dass Gott seine Kinder nicht als voneinander unabhängige Einzelpersonen sieht. Er hat uns in den Leib Christi hineingestellt. Der Herr Jesus ist das Haupt und wir sind die Glieder. Jeder von uns hat darin seine Aufgabe und seine Verantwortung.

Im vierten Kapitel haben wir schließlich gesehen:
Der Vater erzieht und formt seine Kinder.
Warum? Weil er mit uns ein Ziel verfolgt.
Röm 8,29 „Denn die er zuvor erkannt hat, die hat er auch vorherbestimmt, dem Bilde seines Sohnes gleichförmig zu sein, damit er der Erstgeborene sei unter vielen Brüdern.“
Gottes Ziel ist also nicht nur unsere Errettung. Sein Ziel ist unsere Verwandlung.
Wir sollen dem Erstgeborenen Sohn Gottes, unserem Herrn Jesus Christus, immer ähnlicher werden.

Damit kommen wir heute zu einer ganz entscheidenden Frage:

Wie geschieht diese Verwandlung in unserem täglichen Leben?

Wie kann ein Mensch, der noch in einem sterblichen Leib lebt und mit den Begierden des Fleisches konfrontiert ist, tatsächlich ein Leben führen, das Gott gefällt?

Die Antwort des Wortes Gottes lautet:
Indem wir im Geist und nicht im Fleisch leben.
Gal 5,16–17 „Ich sage aber: Wandelt im Geist, und ihr werdet die Begierde des Fleisches nicht erfüllen. Denn das Fleisch begehrt gegen den Geist auf, der Geist aber gegen das Fleisch; denn diese sind einander entgegengesetzt, damit ihr nicht das tut, was ihr wollt.“

Leben als Kinder Gottes
Kapitel 5: Leben im Geist statt im Fleisch.

Was meint die Schrift mit „Fleisch“?

Wenn die Schrift in diesem Zusammenhang vom „Fleisch“ spricht, meint sie nicht einfach unseren physischen Körper.

Der Apostel Paulus beschreibt damit die gefallene menschliche Natur mit ihren selbstbezogenen Wünschen, Begierden und Neigungen.

Unser Leib gehört noch zur gegenwärtigen vergänglichen Schöpfung.

Der Apostel Paulus nennt ihn:  Phil 3,21 „… unseren Leib der Niedrigkeit …“

Dieser Leib ist noch nicht verwandelt. Wir haben zwar bereits den Geist Gottes empfangen, aber wir haben noch nicht unseren Herrlichkeitsleib empfangen.

Deshalb erleben wir in unserem gegenwärtigen Leben diese Spannung.

  • Das Fleisch sagt: Ich will. Der Geist Gottes sagt: Was will der Vater?
  • Das Fleisch fragt: Was gefällt mir? Der Geist führt uns zu der Frage: Was gefällt Gott?
  • Das Fleisch sucht sich selbst.  Der Geist führt uns zur Hingabe.
  • Das Fleisch möchte Recht behalten.  Der Geist führt uns zur Demut.
  • Das Fleisch reagiert spontan mit Zorn.  Der Geist führt uns zur Geduld.
  • Das Fleisch will sich durchsetzen.  Der Geist führt uns dazu, dem anderen in Liebe zu dienen.

Das Fleisch muss deshalb nicht immer in einer offensichtlich groben Sünde sichtbar werden.
Gal 5,19–21 „Offenbar aber sind die Werke des Fleisches; es sind: Unzucht, Unreinheit, Ausschweifung, Götzendienst, Zauberei, Feindschaften, Streit, Eifersucht, Zornausbrüche, Selbstsüchteleien, Zwistigkeiten, Parteiungen, Neidereien, Trinkgelage, Völlereien und dergleichen.“

Der Apostel Paulus nennt hier nicht nur die Sünden, die Menschen gewöhnlich als besonders schlimm ansehen.

Warum? Weil auch diese Dinge aus derselben Quelle kommen: aus dem Fleisch.

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