Was passiert, wenn ein Kind Gottes in Sünde lebt?

Manch einer hat die Vorstellung, dass es doch nicht so schlimm sein kann, wenn man gegen die Gebote Gottes handelt und sündigt.

Ist denn Gott nicht die Liebe? Ist er nicht gnädig und barmherzig? Liebt uns denn Gott nicht?

Das mögen die Fragen sein, wenn wir auf die fadenscheinigen Argumente unserer sündigen Natur hören. 

Ja, natürlich, Gott ist die Liebe. Aber er ist auch die Gerechtigkeit. Gott kann keine Sünde ungestraft lassen.

Die Frage ist nun, müssen wir die Konsequenzen der Sünden tragen oder hat uns Gott nicht ein für alle Mal vergeben? Sind wir denn nicht in Christus gerechtfertigt? Uns ist doch vergeben, oder nicht?

Podcast | Gelesen von Eleonore (Elli)

Wie ist das mit der Sünde?

Wir lesen doch in der Heiligen Schrift, dass Gott uns zu seinem Ebenbild geschaffen hat. Hat uns denn Gott als sündige Wesen geschaffen, sodass wir ständig mit der Sünde zu kämpfen haben und Gott einen Retter und Erlöser senden musste, der stellvertretend für unsere Sünde stirbt?

Nein, Gott hat den Menschen zu seinem Ebenbild geschaffen, so dass der Mensch in seiner Existenz vollkommen sündlos war. Ja, er wusste gar nichts von Sünde, er konnte nicht einmal zwischen gut und böse unterscheiden. Warum nicht? Weil er das Böse gar nicht kannte.

Wir wissen, dass der Mensch das einzige Gebot, das Gott ihm gab, übertreten hat und eben von dem Baum der Erkenntnis des Guten und Bösen aß. Seitdem weiß der Mensch gut und böse zu unterscheiden, da er nun das Böse kennt. Adam und Eva haben gesündigt, obwohl sie nicht wussten, dass ihr Ungehorsam Gott dem Schöpfer gegenüber eine Sünde ist.

Wie ist es dazu gekommen? Wir wissen es aus der Heiligen Schrift. Dazu lesen wir folgendes:
1 Mo 2,16. „Und Gott, der HERR, gebot dem Menschen und sprach: Von jedem Baum des Gartens darfst du essen;
17. aber vom Baum der Erkenntnis des Guten und Bösen, davon darfst du nicht essen; denn an dem Tag, da du davon isst, musst du sterben!

Gott schafft eine Frau für Adam
1 Mo 2,18. „Und Gott, der HERR, sprach: Es ist nicht gut, dass der Mensch allein sei; ich will ihm eine Hilfe machen, die ihm entspricht.

Und nun kommt es zu dem tragischen Ereignis, das damit endete, dass der Mensch dem Teufel, der in Gestalt einer Schlange war, mehr glaubte, als seinem Schöpfer.
1 Mo 3,1. „Und die Schlange war listiger als alle Tiere des Feldes, die Gott, der HERR, gemacht hatte; und sie sprach zu der Frau: Hat Gott wirklich gesagt: Von allen Bäumen des Gartens dürft ihr nicht essen?
2. Da sagte die Frau zur Schlange: Von den Früchten der Bäume des Gartens essen wir;
3. aber von den Früchten des Baumes, der in der Mitte des Gartens ‹steht›, hat Gott gesagt: Ihr sollt nicht davon essen und sollt sie nicht berühren, damit ihr nicht sterbt!
4. Da sagte die Schlange zur Frau: Keineswegs werdet ihr sterben!
5. Sondern Gott weiß, dass an dem Tag, da ihr davon esst, eure Augen aufgetan werden und ihr sein werdet wie Gott, erkennend Gutes und Böses.
6. Und die Frau sah, dass der Baum gut zur Speise und dass er eine Lust für die Augen und dass der Baum begehrenswert war, Einsicht zu geben; und sie nahm von seiner Frucht und aß, und sie gab auch ihrem Mann bei ihr, und er aß.

Die Konsequenz der Sünde ist Trennung von Gott

Wenn wir nun weiter lesen, sehen wir, dass, so sehr Gott auch den Menschen liebte, den er zu seinem Ebenbild geschaffen hatte, er doch in seiner Gerechtigkeit konsequent sein musste und den nun sündigen Menschen aus der Gemeinschaft mit ihm vertreiben musste. Der Grund liegt darin, dass der sündige Mensch mit dem gerechten Gott keine Gemeinschaft mehr haben konnte.
1 Mo 3,7. „Da wurden ihrer beider Augen aufgetan, und sie erkannten, dass sie nackt waren; und sie hefteten Feigenblätter zusammen und machten sich Schurze.“

Das göttliche Verhör
1 Mo 3,8. „Und sie hörten die Stimme Gottes, des HERRN, der im Garten wandelte bei der Kühle des Tages. Da versteckten sich der Mensch und seine Frau vor dem Angesicht Gottes, des HERRN, mitten zwischen den Bäumen des Gartens.
9. Und Gott, der HERR, rief den Menschen und sprach zu ihm: Wo bist du?
10. Da sagte er: Ich hörte deine Stimme im Garten, und ich fürchtete mich, weil ich nackt bin, und ich versteckte mich.
11. Und er sprach: Wer hat dir erzählt, dass du nackt bist? Hast du etwa von dem Baum gegessen, von dem ich dir geboten habe, du solltest nicht davon essen?
12. Da sagte der Mensch: Die Frau, die du mir zur Seite gegeben hast, sie gab mir von dem Baum, und ich aß.
13. Und Gott, der HERR, sprach zur Frau: Was hast du da getan! Und die Frau sagte: Die Schlange hat mich getäuscht, da aß ich.
14. Und Gott, der HERR, sprach zur Schlange: Weil du das getan hast, sollst du verflucht sein unter allem Vieh und unter allen Tieren des Feldes! Auf deinem Bauch sollst du kriechen, und Staub sollst du fressen alle Tage deines Lebens!
15. Und ich werde Feindschaft setzen zwischen dir und der Frau, zwischen deinem Samen und ihrem Samen; er wird dir den Kopf zermalmen, und du, du wirst ihm die Ferse zermalmen.
16. Zu der Frau sprach er: Ich werde sehr vermehren die Mühsal deiner Schwangerschaft, mit Schmerzen sollst du Kinder gebären! Nach deinem Mann wird dein Verlangen sein, er aber wird über dich herrschen!
17. Und zu Adam sprach er: Weil du auf die Stimme deiner Frau gehört und gegessen hast von dem Baum, von dem ich dir geboten habe: Du sollst davon nicht essen! – so sei der Erdboden verflucht um deinetwillen: Mit Mühsal sollst du davon essen alle Tage deines Lebens;
18. und Dornen und Disteln wird er dir sprossen lassen, und du wirst das Kraut des Feldes essen!
19. Im Schweiße deines Angesichts wirst du ‹dein› Brot essen, bis du zurückkehrst zum Erdboden, denn von ihm bist du genommen. Denn Staub bist du, und zum Staub wirst du zurückkehren!“

Warum hat Gott das zugelassen?

Manch einer wird sich jetzt fragen, warum hat Gott dann überhaupt zugelassen, dass der Mensch vom Teufel versucht werden konnte? Und warum hat ER überhaupt den Teufel geschaffen?

Nun muss man wissen, dass Gott den Teufel nicht als Teufel geschaffen hat, sondern als Luzifer, was Lichtgestalt bedeutet. Luzifer war offensichtlich einer der strahlendsten Engelfürsten Gottes, als er geschaffen wurde.
Hes 28,13. „… du warst in Eden, dem Garten Gottes; aus Edelsteinen jeder ‹Art› war deine Decke: Karneol, Topas und Jaspis, Türkis, Onyx und Jade, Saphir, Rubin und Smaragd; und Arbeit in Gold waren deine Ohrringe und deine Perlen an dir; am Tag, als du geschaffen wurdest, wurden sie bereitet.
14. Du warst ein mit ausgebreiteten ‹Flügeln› schirmender Cherub, und ich hatte dich ‹dazu› gemacht; du warst auf Gottes heiligem Berg, mitten unter feurigen Steinen gingst du einher.
15. Vollkommen warst du in deinen Wegen von dem Tag an, als du geschaffen wurdest, bis sich Unrecht an dir fand.
16. Durch die Menge deines Handels fülltest du dein Inneres mit Gewalttat und sündigtest. Und ich verstieß dich vom Berg Gottes und trieb dich ins Verderben, du schirmender Cherub, aus der Mitte der feurigen Steine.
17. Dein Herz wollte hoch hinaus wegen deiner Schönheit, du hast deine Weisheit zunichte gemacht um deines Glanzes willen. Ich habe dich zu Boden geworfen, habe dich vor Königen dahingegeben, damit sie ihre Lust an dir sehen.“

Gott hat uns zu seinem Ebenbild geschaffen

Ja, Gott hätte uns so schaffen können, dass wir gar nicht anders könnten, als ihm gehorsam zu sein. Aber Gott wollte Kinder haben, die  sich bewusst und aus freiem Willen in Liebe zu IHM hingezogen fühlen und ihm deshalb gehorsam sein wollen.

Gott möchte, dass wir aus Liebe seinen Willen tun und nicht aus Zwang. Gott hat es ermöglicht, dass wir uns gegen ihn entscheiden können. Aber das hat er natürlich nicht gewollt, vielmehr wollte er, dass wir aus Liebe zu ihm gehorsam seien.

Dazu lesen wir folgende Aussage unseres Herrn Jesus:
Joh 14,23. „Jesus antwortete und sprach zu ihm: Wenn jemand mich liebt, so wird er mein Wort halten, und mein Vater wird ihn lieben, und wir werden zu ihm kommen und Wohnung bei ihm machen.
24. Wer mich nicht liebt, hält meine Worte nicht; und das Wort, das ihr hört, ist nicht mein, sondern des Vaters, der mich gesandt hat.

Wir sind mit Gott versöhnt

Wir wissen aus der Heiligen Schrift, dass, als die Zeit erfüllt war, Gott seinen Sohn in diese Welt sandte, der uns sowohl Gottes Ratschluss vermittelte, als auch als Lamm Gottes für unsere Sünden starb.
Röm 5,10. „Denn wenn wir, als wir Feinde waren, mit Gott versöhnt wurden durch den Tod seines Sohnes, so werden wir viel mehr, da wir versöhnt sind, durch sein Leben gerettet werden.“

Gal 4,4. „als aber die Fülle der Zeit kam, sandte Gott seinen Sohn, geboren von einer Frau, geboren unter Gesetz,
5. damit er die loskaufte, ‹die› unter Gesetz ‹waren›, damit wir die Sohnschaft empfingen.“

Der Geist bestätigt die Kindschaft des Gläubigen

Gal 4,6. „Weil ihr aber Söhne seid, sandte Gott den Geist seines Sohnes in unsere Herzen, der da ruft: Abba, Vater!
7. Also bist du nicht mehr Sklave, sondern Sohn; wenn aber Sohn, so auch Erbe durch Gott.
8. Damals jedoch, als ihr Gott nicht kanntet, dientet ihr denen, die von Natur nicht Götter sind;
9. jetzt aber habt ihr Gott erkannt -vielmehr ihr seid von Gott erkannt worden. Wie wendet ihr euch wieder zu den schwachen und armseligen Elementen zurück, denen ihr wieder von neuem dienen wollt?

Wir müssen ja unterscheiden, ob wir in Sünde fallen oder ob wir in Sünde leben. In Sünde zu fallen kann leider passieren, aber, wenn wir von dieser Sünde sofort umkehren, d. h. also wenn wir Buße tun und Gott unsere Sünde bekennen, so ist ER treu und gerecht, dass er uns vergibt.
1 Joh 1,9. „Wenn wir unsere Sünden bekennen, ist er treu und gerecht, dass er uns die Sünden vergibt und uns reinigt von jeder Ungerechtigkeit.

Aber wir dürfen nicht bewusst, ja, mutwillig in Sünde leben. In Sünde zu leben bedeutet ja, uns von unserer sündigen Natur, unserem Fleisch, in dem die Sünde wohnt, leiten zu lassen, anstatt vom Geist.
1 Joh 5,18 „Wir wissen, dass, wer von Gott geboren ist, der sündigt nicht, sondern wer von Gott geboren ist, den bewahrt er und der Böse tastet ihn nicht an.“

Was der Apostel hier meint, ist, ständig in Sünde zu leben. Wir müssen es also so lesen: wer von Gott geboren ist, der lebt nicht in Sünde, weil er sich vom Geist regieren lässt. 

Gott muss jede Sünde bestrafen

Aufgrund seiner Gerechtigkeit muss Gott jede Sünde bestrafen. Gott kann keine Sünde tolerieren. Nun gibt es zwei Möglichkeiten für die Strafe:

  1. entweder liegt die Strafe auf dem Lamm Gottes
  2. oder wir müssen die Strafe tragen

Wenn wir in Sünde fallen, werden wir als wahre Kinder Gottes keinen Frieden mehr in uns haben. Kein wahres Kind Gottes kann sündigen und sich dabei gut fühlen.

Wir werden also sofort Buße tun, unsere Sünde bekennen und Gott um Kraft und Gnade bitten, ein zunehmend sündloses Leben führen zu können. Dann brauchen wir die Strafe für diese Sünde nicht mehr zu tragen, da sie unser Herr Jesus Christus bereits getragen hat.

Wenn wir allerdings bewusst in Sünde leben, auch wenn wir es mit noch so guten logischen Argumenten bagatellisieren wollen, liegt die Strafe auf uns. Was dies bedeutet sehen wir gleich in den folgenden sechs Konsequenzen:

Die Sünde trennt uns

Nun wollen wir gemeinsam studieren, was genau passiert, wenn wir in Sünde leben.

  1. Wenn wir sündigen, sind wir außerhalb der Liebe Gottes:
    Joh 15,9. „Wie der Vater mich geliebt hat, habe auch ich euch geliebt. Bleibt in meiner Liebe!
    10. Wenn ihr meine Gebote haltet, so werdet ihr in meiner Liebe bleiben, wie ich die Gebote meines Vaters gehalten habe und in seiner Liebe bleibe.“
  2. Wenn wir sündigen, sind wir außerhalb des Schutzes Gottes:
    1 Joh 5,18 „Wir wissen, dass, wer von Gott geboren ist, der sündigt nicht, sondern wer von Gott geboren ist, den bewahrt er und der Böse tastet ihn nicht an.“
  3. Wenn wir sündigen, verlieren wir mehr und mehr das Licht Gottes und kommen in die Finsternis:
    Joh 8,12 „Da redete Jesus abermals zu ihnen und sprach: Ich bin das Licht der Welt. Wer mir nachfolgt, der wird nicht wandeln in der Finsternis, sondern wird das Licht des Lebens haben.“
  4. Wenn wir sündigen, haben wir keinen Frieden mehr:
    Röm 5,1 „Da wir nun gerecht geworden sind durch den Glauben, haben wir Frieden mit Gott durch unsern Herrn Jesus Christus;“
    2.Thess 3,16 „Er aber, der Herr des Friedens, gebe euch Frieden allezeit und auf alle Weise. Der Herr sei mit euch allen!
  5. Wenn wir sündigen, machen wir faule Kompromisse mit der Wahrheit:
    Joh 3,21 „Wer aber die Wahrheit tut, der kommt zu dem Licht, damit offenbar wird, dass seine Werke in Gott getan sind.“
  6. Wer sündigt, hat keine Führung mehr durch Gottes Geist:
    Gal 5,16. „Ich sage aber: Wandelt im Geist, und ihr werdet die Begierde des Fleisches nicht erfüllen. 17. Denn das Fleisch begehrt gegen den Geist auf, der Geist aber gegen das Fleisch; denn diese sind einander entgegengesetzt, damit ihr nicht das tut, was ihr wollt.
    18. Wenn ihr aber durch den Geist geleitet werdet, seid ihr nicht unter Gesetz.

Gott gibt uns die Kraft, so zu leben, dass wir in seiner Gemeinschaft bleiben.
2 Petr 1,3. „Da seine göttliche Kraft uns alles zum Leben und zur Gottseligkeit geschenkt hat durch die Erkenntnis dessen, der uns berufen hat durch ‹seine› eigene Herrlichkeit und Tugend,
4. durch die er uns die kostbaren und größten Verheißungen geschenkt hat, damit ihr durch sie Teilhaber der göttlichen Natur werdet, die ihr dem Verderben, das durch die Begierde in der Welt ist, entflohen seid.“

AMEN

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