Adnan Krikor
Beten, Dienen, Anbeten und Anrufen – Vier Worte, eine göttliche Ordnung
Diese Botschaft gliedern wir in folgende Themen:
- Einleitung
- Beten (proseuchomai)
- Dienen (latreuō)
- Anbeten (proskyneō)
- Anrufen (epikaleō)
- Die historische Verwechslung und ihre Folgen
- Biblische Ordnung für die Gemeinde
Einleitung.
Wenn wir die Schrift lesen, begegnen wir immer wieder Begriffen wie beten, dienen, anbeten und anrufen.
Diese vier Wörter klingen für viele ähnlich – und genau dadurch hat sich im Laufe der Kirchengeschichte ein schwerwiegender Fehler eingeschlichen:
Man begann, diese Begriffe als gegeneinander austauschbar zu sehen.
Doch die Schrift selbst unterscheidet sie sehr klar.
Was wir heute studieren, ist nicht akademische Wortstudie — sondern geistliches Fundament.
Das Wort Gottes wurde durch die Inspiration des Heiligen Geistes niedergeschrieben. Verstehen wir die Bedeutung einzelner Begriffe nicht, begeben wir uns in große Gefahr, verführt zu werden.
Genau hier setzte die Kirche – nach der Zeit der Apostel an: unbewusst zuerst, später dogmatisch. Und so entstand die Praxis, nicht nur Gott, den Vater, sondern auch den Sohn, dann Maria, dann Heilige, dann Engel und schließlich nahezu jede geistliche Gestalt anzurufen.
Doch der Herr Jesus selbst stellte eine absolute, unverrückbare Grenze auf:
Matt 4,10 „Du sollst den Herrn, deinen Gott, anbeten, und ihm allein dienen!“
Der Herr Jesus zitiert hier 5.Mo 6,13 aus dem Gesetz Gottes, das Israel als Grundordnung des Glaubens gegeben wurde und betont das Gebot mit „ihm allein“:
5.Mo 6,13 „Du sollst den HERRN, deinen Gott, fürchten, und ihm dienen und bei seinem Namen schwören.“
Damit bestätigt der Herr Jesus zwei entscheidende Wahrheiten:
Er führt keine neue Form der Anbetung ein, sondern bestätigt die Ordnung, die Gott bereits Jahrtausende zuvor gegeben hat.
Er setzt dieselbe Grenze auch für die Gemeinde, die später aus Juden und Nationen bestehen sollte.
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Es ist ein göttliches Grundprinzip, und der Sohn Gottes selbst bestätigt es:
Gott allein ist Anbetungs- und Gebetsadresse.
Niemand sonst darf diesen Platz einnehmen.
Manche wenden ein, dass Stephanus während seiner Steinigung mit dem Herrn Jesus sprach, dass der Apostel Paulus auf dem Weg nach Damaskus und im dritten Himmel mit ihm redete und der Apostel Johannes auf Patmos in der Offenbarung ebenfalls in einen direkten Dialog mit ihm trat.
Daraus wird dann der Schluss gezogen, man dürfe auch heute zum Herrn Jesus beten.
Doch diese Schlussfolgerung ist falsch. In all diesen Situationen steht der Herr Jesus als sichtbares Gegenüber vor ihnen.
Stephanus sieht die Herrlichkeit Gottes und den Herrn Jesus zur Rechten Gottes; der Apostel Paulus wird vom Herrn Jesus sichtbar und hörbar angesprochen; der Apostel Johannes sieht den Herrn Jesus in Herrlichkeit vor sich. Es handelt sich dabei um reale Begegnungen, um ein direktes Reden – so, wie der Herr Jesus früher auf der Erde mit den Menschen gesprochen hat und sie mit ihm.
Gebet hat jedoch einen anderen Charakter:
Im Gebet reden wir zum Himmel hin mit einem unsichtbaren Gegenüber.
Und hier zeigt uns die Schrift eindeutig, dass diese unsichtbare, geistliche Anrede ausschließlich Gott, dem Vater, gilt.
Allein der unsichtbare Gott, der Vater, ist würdig, geistliche Verehrung zu empfangen. Niemand sonst, der für die Menschen im Himmel unsichtbar ist, darf Teil dieser absoluten Hingabe sein.
Wie ernst Gott diese Grenze nimmt, zeigt sich im Alten Testament immer wieder, besonders bei Israel: Nicht primär moralische Sünden führten zum Gericht — sondern Götzendienst und die Vermischung der Anbetung.







